Kaineder: Verbündete bei Bekämpfung der Klimakrise nötig
OÖ. Sobald die Corona-Krise überwunden sei, müsse man die Klima- und Wirtschaftskrise gemeinsam bewältigen, sagt Klima-Landesrat Stefan Kaineder. Hierzu brauche es Verbündete auf allen Ebenen. Ein Beispiel für solch eine Vernetzung sei das Klimabündnis OÖ, das im vergangenen Jahr wieder einige Projekte umsetzen konnte.

„Das Klimabündnis OÖ verfügt über enormes Wissen und bietet mit seinem breit gefächerten Angebot kompetente Unterstützung für seine zahlreichen Mitglieder und Partner, egal ob Gemeinden, Betriebe, Vereine oder Schulen. Gemäß seinem Motto ´Global denken, lokal handeln´ konnte das Klimabündnis OÖ auch im schwierigen Jahr 2020 viele wichtige Projekte umsetzen und damit einen großen Beitrag für den Klimaschutz in Oberösterreich leisten“, sagt Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne). So wurden Anfang des Jahres 2020 noch persönliche Beratungen und Workshops zu Klimaschutz angeboten. Mittlerweile kommen virtuelle Workshops zum Einsatz. So wurden zum Beispiel die Webinar-Reihen „Green Office- Umweltschutz im Büro“ und „Regionalität und Nachhaltigkeit für Tourismusbetriebe“ durchgeführt. Hier ging es darum, positive Perspektiven für die schwierige Situation im Tourismus aufzuzeigen. „Wir sind stolz, dass wir etwas zum Thema Klimaschutz beitragen dürfen. Das Kuchltheater möchte ein Betrieb mit Vorbildwirkung sein“, sagt Siegfried Baumgartner, Inhaber des Restaurants Kuchltheater in Bad Ischl und einer der Teilnehmer.
Klimabündnis-Betriebe und Schulen
Ein weiterer großer Aufgabenbereich des Klimabündnisses OÖ sind Klimabündnis-Betriebe und Schulen. Oberösterreichweit sind bereits 796 Unternehmen Mitglied, die daran arbeiten, die eigene Klimabilanz durch Maßnahmen schrittweise zu verbessern. Silhouette, Liwest, das Kuchltheater und die Pfarre Bad Ischl wurden vergangenes Jahr neu aufgenommen.
Zu Klimabündnis-Schulen zählen 225 Bildungseinrichtungen im Bundesland. Hier wird auf Maßnahmen wie eine umweltfreundliche Fortbewegung, Energiesparen sowie ein klimafreundliches und gesundes Essen gesetzt. „Klimaschutz begeistert auch unsere Kleinsten. Wer als Kind seine Umwelt und Mitmenschen achten lernt, handelt auch als Erwachsener entsprechend und hinterlässt eine enkelgerechte Welt“, ist der Geschäftsführer des Klimabündnis OÖ Norbert Rainer überzeugt. Im Vorjahr ist das Netzwerk um 12 Schulen gewachsen. Darunter sind unter anderem das Gymnasium Schloss Ort in Gmunden und das Europagymnasium Auhof in Linz. Eine Aktivität des Europagymnasiums Auhof war ein „Klimatag“ im Februar 2020, den die etwa 1.300 Schüler selbst organisiert haben. Sie nahmen an Vorträgen von Klima-Experten und Workshops teil. „In den Jugend-Workshops ging es um die Frage, was jeder im Alltag zum Klimaschutz beitragen kann. Die Schüler und Schülerinnen sind die nächste Generation von Wählern und Wählerinnen. Nur wenn ihnen bewusst wird, dass ihre Stimmen dazu beitragen, etwas in der Politik zu verändern, können Fortschritte in der Klimaschutzpolitik gemacht werden“, meint Volkswirtschaftslehrerin Jennifer Conry-Lindner. Demnächst soll ein eigenes Auhof-Klimateam gegründet werden.
Klimabündnis weltweit
„2020 war für uns trotz der außergewöhnlichen Umstände und vielen Herausforderungen ein erfolgreiches Jahr. Das Engagement von Land, Gemeinden, Betrieben und Schulen in Oberösterreich ist daher auch besonders hervorzuheben“, hält Rainer rückblickend fest. Das Klimabündnis wurde in Europa 1990 gegründet, wobei sich Städte und Gemeinden mit Regenwaldvölkern Amazoniens zusammenschlossen. Kern der Arbeit sind Information und Bewusstseinsbildung, Vernetzung und Weiterbildung sowie die Durchführung von Projekten und Kampagnen vor Ort. Heute sind mehr als 1.700 Gemeinden aus 27 Ländern Mitglied im Klimabündnis, in Oberösterreich sind 290 Gemeinden, 225 Bildungseinrichtungen und 796 Unternehmen Teil des Netzwerks.


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