An diesen Straßen wird heuer im Bezirk Gmunden gearbeitet
BEZIRK GMUNDEN. Rahmen eines alljährlichen Programmes gibt das Infrastrukturressort des Landes einen umfangreichen und detaillierten Einblick über die heurigen Straßen-, Brücken- und Tunnelbaustelle

„Mobilität ist ein Grundpfeiler des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Um diese Mobilität bestmöglich zu gewährleisten und Herausforderungen umsichtig zu bewältigen, wird eine integrale Verkehrspolitik in Oberösterreich gelebt, die auf nachhaltige Konzepte im öffentlichen Personenverkehr aufbaut und ein sinnvolles Zusammenwirken aller Verkehrssysteme forciert“, sagt Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner (FP).
Im öffentlichen Verkehr ist es gelungen ein Jahrhundertprojekt auf Schiene zu bekommen. Damit aber auch die Straßeninfrastruktur, die den Untergrund für zahlreiche Arbeits- und Freizeitwege darstellt, nicht zerbröselt, sind kontinuierliche und wiederkehrende Erhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen unerlässlich. Im Rahmen eines alljährlichen Programmes gibt das Infrastrukturressort einen umfangreichen und detaillierten Einblick über die heurigen Straßen-, Brücken- und Tunnelbaustellen.
Konjunkturmotor Infrastruktur
„Die aktuelle Corona-Pandemie schwächt das wirtschaftliche Immunsystem der gesamten Republik Österreich. Der wirtschaftliche Impfstoff für unser Land wurde aber sehr schnell gefunden. Mit nachhaltigen Investitionen in den Infrastrukturausbau ist der Straßen-, Brücken- und Tunnelbau eine Konjunkturlokomotive“, unterstreicht Landesrat für Infrastruktur Mag. Steinkellner.
Rund 219 Millionen aus dem Oberösterreich-Plan werden in den kommenden Jahren zusätzlich in kurz-, mittel- und langfristige Erhaltungs- und Ausbauprojekte der oö Straßeninfrastruktur fließen. Daraus sollen zusätzliche wirtschaftliche Impulse entstehen. Maßnahmen im Straßenbau beleben die heimische Konjunktur in doppelter Hinsicht. Einerseits gehen im langjährigen Schnitt rund 80% aller Aufträge der Landesstraßenverwaltung an oberösterreichische Unternehmen. Neben etwa 19 Prozent österreichischer Firmen werden weniger als 1 Prozent der Aufträge an ausländische Unternehmen vergeben. Andererseits profitieren gerade die heimischen Betriebe von einer gut ausgebauten und auch gut instandgehaltenen Straßeninfrastruktur, sowohl im Werk- bzw. Güterverkehr, als auch durch eine sichere und reibungsfreie An- und Abreise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
116 Millionen Euro heuer für Straßenbau und Erhaltung
„Mobilität ist für unsere Bevölkerung und die Wirtschaft eine bestimmende Säule und gehört zur Grundvoraussetzung jeder modernen Gesellschaft. Neben dem Ausbau unserer Verkehrsnetze und unserer Infrastruktur nimmt die Erhaltung und Verbesserung der bestehenden Straßen hierbei einen sehr hohen Stellenwert ein“, unterstreicht Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.
Durch die dazukommenden Finanzmittel fließen alleine heuer und kommendes Jahr rund 54 Millionen Euro zusätzlich in die bauliche Erhaltung und den Straßenneubau. Im Jahr 2021 werden ca. 10 Millionen Euro in die Sanierung bestehender Straßen investiert. Diese gliedern sich in 31 Einzelmaßnahmen.
Acht Projekte im Bezirk Gmunden
Instandsetzung Mühldorf: Die B120 Scharnsteiner Straße verbindet das gesamte Almtal mit der Bezirkshauptstadt Gmunden und stellt somit eine der wichtigsten Verbindungen für Pendler und Touristen in der gesamten Region dar. Die Mittelnaht der B120 Scharnsteiner Straße ist fast im gesamten Baulos mehrere Zentimeter in der Breite und Tiefe gerissen. Das sich in den Rissen sammelnde Oberflächenwasser setzt der Fahrbahn während des jährlichen Frost-Tauwechsels mehr und mehr zu. Als Instandsetzungsmaßnahme wird daher der obere Teil der Tragschicht abgefräst und neu hergestellt. Da eine Totalsperre des Straßenabschnittes aufgrund fehlender Umleitungsstrecken nicht möglich ist, muss die Instandsetzung in halbseitiger Bauweise erfolgen. Bauzeit Mitte April bis Anfang Mai.
Neubau Knoten Haidach: Die Salzkammergutbahnstrecke Stainach-Irdning nach Schärding weist zahlreiche niveaugleiche Bahnübergänge auf. Zur Attraktivierung der Bahnstrecke im Bereich der Bahnhöfe Gmunden und Aurachkirchen werden seitens der ÖBB bestehende niveaugleiche Eisenbahnübergänge geschlossen und im Bereich Fraunsdorf/Haidach durch eine Bahnüberführung ersetzt. Um eine Verkehrsverlagerung in das Ortszentrum von Pinsdorf zu vermeiden, wird nun seitens des Landes ein neuer Halbanschluss im Ortsteil Haidach errichtet. Dieser Halbanschluss ist bereits ein Vorgriff auf den 4-streifigen Ausbau der B145. Der sogenannte „Knoten Haidach“ verbindet die B145 Salzkammergutstraße mittels Auf- und Abfahrtsrampen mit der L1302 Aurachtalstraße und der Bahnüberführung Haidach. Der Knotenpunkt wird als Kreisverkehr ausgeführt. Im Zuge dieses Projektes wird auch die Straßenentwässerung der B145 erneuert. Die im Projektbereich anfallenden Oberflächenwässer werden künftig in einer dem Stand der Technik entsprechenden Gewässerschutzanlage gesammelt, vorgereinigt und im Anschluss zur Versickerung gebracht. Abschließend wird die B145 zwischen dem Knoten Haidach und der Kreuzung mit der Aurachtalstraße noch mit einer neuen Asphaltdeckschicht versehen. Bauzeit 2021/22.
Instandsetzung Finstergraben: Die B166 Pass-Gschütt Straße ist eine der wichtigsten Verbindungen in Richtung Gosau und dem Land Salzburg. Für den Tourismus ist diese Straße unerlässlich. In den Sommer- und Wintermonaten fließt der meiste Verkehr auf diesem Abschnitt, daher wird der ca. 3,7 km lange Abschnitt im Frühjahr beziehungsweise im Herbst des Jahres 2021 saniert. Dabei werden ca. 2,2 km innerhalb von drei Wochen im Frühling und der letzte Abschnitt innerhalb einer Woche im Herbst instandgesetzt. Da keine großräumige Umleitung möglich ist, wird die Sanierung halbseitig erfolgen. Bauzeit Mitte April bis Mitte Mai und September 2021.
Mauersanierung Krapfl: Im Jahr 2020 wurde auf der B166 Pass-Gschütt Straße das Projekt „MS-Mauer Gosausteg“ umgesetzt. Im Zuge dieser Arbeiten ist der Straßenmeisterei Bad Ischl auf den Bereich von km 44,870 bis 44,962 aufmerksam geworden, welcher ebenfalls dringend saniert werden muss, da die Mauer in diesem Bereich bereits stark korrodiert war. Durch das Korrodieren wird die Tragfähigkeit der Mauer negativ beeinflusst. Um die Tragfähigkeit und somit die Verkehrssicherheit wieder herzustellen, wurde im Herbst 2020 ein Sanierungskonzept ausgearbeitet. Im Jahr 2021 wird daher auf der B166 Pass-Gschütt Straße das Projekt „MS-Krapfl“ umgesetzt. Bauzeit Mai/Juni 2021 (ca. 2 Monate).
Halbbrücken 1, 2, 3, 4 und 7: Aufgrund von Schäden an der Unterseite der Tragwerke sowie starker Betonausbrüche an den Randbalken ist eine Generalsanierung der 1966 errichteten Halbbrücken notwendig. Gleichzeitig werden die im Anschluss an den Halbbrücken situierten Stützmauern instandgesetzt. Aufgrund der zum Teil geringen Größe der Tragwerke sowie der vorhandenen Schadensbilder werden aus wirtschaftlichen Gründen bei den Halbbrücken Tragwerkserneuerungen durchgeführt. Bei den Stützmauern werden zum Teil Vorsatzschalen zur Sanierung der Betonoberfläche und zur Herstellung kleinerer Kragplatten für die breitere Randbalkenausführung sowie bei kürzeren Mauern komplette Neuerrichtungen ausgeführt. Diese Leistungen werden, um die Verkehrsbeeinträchtigungsdauer so kurz wie möglich zu halten und zur Nutzung von Bausynergien, gemeinsam mit den Brückenbauarbeiten ausgeführt. Die Verkehrsaufrechterhaltung während der Bauarbeiten erfolgt abschnittsweise einstreifig mit Ampelregelung über den Bestand. Die Bauarbeiten wurden bereits im Herbst 2020 mit dem ersten Bauabschnitt begonnen und sollen Ende Juni 2021 abgeschlossen sein. Bauzeit September 2020 bis Juni 2021.
Waldbachbrücke und Bachbrücke: Die Waldbachbrücke wurde 1971 errichtet und weist nach 50 Jahren Abnützungs- und Verschleißerscheinungen auf. Um die Bauwerkssubstanz noch länger nutzen zu können, ist eine Instandsetzung des Bauwerkes notwendig. Im Zuge dessen wird auch an der ca. 100 Meter davor gelegenen Bachbrücke eine Generalsanierung mit teilweiser Randerneuerung durchgeführt. Die Verkehrsaufrechterhaltung ist einstreifig über den Bestand mit Ampelregelung geplant. Bauzeit September bis November 2021.
Traunbrücke Steyrermühl: Die Traunbrücke Steyrermühl wurde 1971 neu errichtet und weist nach 50 Jahren Abnützungs- und Verschleißerscheinungen auf. Um die Bauwerkssubstanz noch länger nutzen zu können, ist eine Instandsetzung des Bauwerkes notwendig. Es ist vorgesehen, das im Zuge der Generalsanierung die Brücke neu abgedichtet und der Fahrbahnbelag, die Geländer, die Leitschienen und die Randbalken abgetragen und erneuert werden. Die Verkehrsaufrechterhaltung ist einstreifig über den Bestand mit Ampelregelung geplant. Bauzeit Mitte Juli bis Ende Oktober 2021.
Fahrbahnsanierung Tunnelkette Traunsee: Der Tunnel Geißwand wird aufgrund seiner besonderen Lage bzw. der besonderen geologischen und hydrogeologischen Örtlichkeit einer fachtechnischen Betreuung unterzogen. In diesem Zuge wird die Fahrbahn höhentechnisch überwacht und auf Oberflächenschäden geprüft. Aufgrund der vorhandenen Hebungen sind Anpassungen der Deckschicht und punktuelle Sanierungen der Fahrbahn notwendig. Bei den Tunneln Sonnstein und Franz Josef ist aufgrund der fehlenden Griffigkeit der Fahrbahn eine Instandhaltungsmaßnahme in Form einer Deckschichterneuerung durchzuführen.


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