„Gift oder Bio?“ – Wirbel um Grüne Landtagswahl-Plakate

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 07.09.2021 16:51 Uhr

OÖ. Die Grünen OÖ mit Spitzenkandidat Stefan Kaineder sorgen mit einem neuen Plakat für die anstehenden Landtagswahlen für Kritik. „Bio oder Gift?“ ist darauf zu lesen. Landwirtschaftsministerin Köstinger spricht von Respektlosigkeit, die Grünen OÖ werfen eine „durchschaubare Aktion des Bauernbundes“ vor.

Ein Mann in Schutzanzug, mit Atemschutzmaske, der offensichtlich auf einem Feld Unkrautvernichtungsmittel spritzt, darüber die Frage „Bio oder Gift?“ – so das Wahlplakat der Grünen OÖ. Und es sorgt für heftige Kritik, auch Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) hat sich eingeschalten. „Dieses Plakat ist respektlos, primitiv und populistisch. Wer klassische Landwirtschaft mit 'Gift spritzen' gleichsetzt, verunglimpft bewusst einen ganzen Berufsstand“, lässt Köstinger über ihren Twitter-Account wissen.

Auch Wolfgang Hattmannsdorfer, Landesgeschäftsführer der OÖVP reagiert: „Mit diesem Plakat stellen die Grünen die These auf, es gebe im Angebot der Landwirtschaft nur die Variante Bio und eine Variante Gift. Die Landwirtschaft in Oberösterreich steht in ihrer Gesamtheit für Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit“, die Plakate würden die konventionell arbeitenden Bauern in ein schiefes Licht rücken.

„Plakat klar gegen multinationale Agrarindustrie“

Die Grünen weisen die Kritik vehement zurück. Sie sehen eine „konzentrierte Kampagne des Bauernbundes“, die es bis ins Landwirtschaftsministerium geschafft habe. Spitzenkandidat Stefan Kaineder: „Dieses Plakat richtet sich ganz klar gegen die multinationale Agrarindustrie. Es richte sich nicht gegen die konventionelle Landwirtschaft im Land.“ Vor allem richte sich das Plakat an die Konsumenten, die mit ihrem Kaufverhalten die regionale und biologische Landwirtschaft stärken könnten.

Um der Kampagne des Bauernbundes das Fundament zu entziehen, genüge ein Blick in das Grüne Wahlprogramm. „Uns geht es einzig darum, die Zukunft der heimischen Landwirtschaft zu sichern. Und diese liegt in Regionalität und biologischem Anbau“, so Kaineder. Das Plakat sei drastisch, drastisch seien aber auch die Folgen einer fehlgeleiteten Agrarpolitik, kritisiert Kaineder „falsche Förderpolitik und folgenreiche Freihandelsabkommen“. Es müsse im Sinne der heimischen Bauern gehandelt werden, „wenn unser Plakat dafür die Initialzündung ist, dann ist das gut“.

Präsentiert wurden die neuen Plakate Anfang September in Linz von Kaineder und der Grünen Landesgeschäftsführerin Ursula Roschger. Seit 6. September sind sie in Oberösterreich sichtbar.

 

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