Oö. Arbeitsmarkt: Lockdown noch kaum Auswirkungen

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Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 01.12.2021 10:44 Uhr

OÖ. Um 1,8 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau und um 0,5 Prozentpunkte unter 2019 lag die Arbeitslosenquote im November 2021 in Oberösterreich. Der aktuelle Lockdown zeige laut AMS OÖ noch keine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die Kurzarbeitsanträge seien derzeit noch überschaubar.

„Der derzeitige Lockdown zeigt am oberösterreichischen Arbeitsmarkt erfreulicherweise noch keine Auswirkungen. Die Zahl der Arbeitslosen ist sowohl gegenüber 2019 als auch 2020 gesunken. Bisher wurden rund 500 Anträge auf Kurzarbeit wegen des Lockdowns gestellt, allerdings haben die Betriebe noch Zeit, rückwirkend Anträge zu stellen. Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist eng verbunden mit der Dauer des tatsächlichen Lockdowns in Oberösterreich“, so AMS-Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer.

4,1 Prozent Arbeitslosenquote

Im November 2021 lag die Arbeitslosenquote in OÖ bei 4,1 Prozent, nach 5,9 Prozent im November 2020 und 4,6 Prozent im November 2019. Der Österreichschnitt lag im November bei 7,0 Prozent. Die Beschäftigung ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 689.000 Personen gestiegen, ein Plus von 2,3 Prozent. In Schulungen befinden sich 9.884 Personen (+11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Auch Zahl der Langzeitarbeitslosen geht zurück

Die Arbeitslosigkeit sank bei den Frauen (-5.926; -29,8 Prozent) etwas stärker als bei den Männern (-6.610; -29,5 Prozent). Bei den Jugendlichen (unter 25 Jahre) zeigt sich ein Rückgang von -29,4 Prozent (-1.471) bei den Vorgemerktenzahlen. Bei Personen über 55 Jahre hat sich die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr mit -19,7 Prozent mittlerweile stark reduziert (-1.725). Die Zahl an Langzeitbeschäftigungslosen reduziert sich ebenfalls weiter und liegt mittlerweile um 2.120 Personen unter dem Vorjahresniveau (-17,9 Prozent).

Im Vergleich zu 2019 liegt die Langzeitbeschäftigungslosigkeit allerdings noch immer um 23,6 Prozent über dem damaligen Wert.

Stellenmarkt

Ende November standen beim AMS OÖ 27.526 offene Stellen zur Verfügung, mehr als im Vorjahr, allerdings um 3.279 weniger als im Vormonat. Dieser Rückgang sei auf den Lockdown zurückzuführen. Zudem waren 1.768 sofort verfügbare Lehrstellen (+160 bzw. +10,0 Prozent) und 464 sofort verfügbare Lehrstellensuchende (-184; -28,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr) gemeldet.

Kurzarbeit: Rund 50.000 Personen erwartet

Aktuell haben rund 1.700 oberösterreichische Betriebe Kurzarbeit beantragt. Über die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer kann laut AMS noch keine konkrete Aussage getroffen werden. Es werden aber rund 50.000 Personen bei etwa 5.000 Betrieben erwartet.

Grüne: „Gute Zahlen, aber mit fettem Fragezeichen“

„Der Arbeitsmarkt hat sich erholt, das kann man mit Fug und Recht behaupten. Aber hinter diesen erfreulichen Daten steht ein fettes, von Corona-geschriebenes Fragezeichen. Denn diese guten Zahlen und den Aufwärtstrends werden wir nur halten, wenn das Land nicht von einem Lockdown in den nächsten stolpert und die Impfquote endlich dort ist, wo sie hingehört. Wir haben die Corona-Folgen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt bereits drastisch erlebt. Dort dürfen wir nicht mehr hin. Wenn das Land immer wieder zusperren muss, gefährdet das den Aufholprozess und eine stabile, nachhaltige Entwicklung“, kommentiert die Grüne Arbeitsmarktsprecherin, Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz die Arbeitsmarktdaten für November.

„Alle, die gegen die Impfung wettern, müssen sich bewusst sein, dass sie nicht nur die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzen, sondern auch eine nachhaltige Erholung des Standorts. Dieser Widerstand fesselt die Wirtschaft und bedroht Arbeitsplätze“, betont Schwarz und appelliert eindringlich, diese Zusammenhänge ernst zu nehmen und Verantwortung zu zeigen.

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