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Grüne zum Tag der Arbeit: Oberösterreich braucht „Energiewende-Techniker“

Tips LogoKarin Seyringer, 27.04.2022 15:42

OÖ. Gerade in den letzten zwei Monaten sei in der oö. Bevölkerung der Drang hin zur Umrüstung auf erneuerbare Energie spürbar angestiegen, Unternehmen in der Branche haben volle Auftragsbücher, es fehlt aber an Fachkräften für Grüne Technologien. Die Grünen OÖ machen am „Grünen 1. Mai“ darauf aufmerksam.

 (Foto: U. J. Alexander/stock.adobe.com)
  1 / 2   (Foto: U. J. Alexander/stock.adobe.com)

Der Angriffskrieg auf die Ukraine zeige: Österreich müsse schnellstmöglich unabhängig werden von russischem Gas. Die noch größere Herausforderung sei die Klimakrise. Der Bruttoenergieverbrauch nach Energieträgern zeigt, dass Oberösterreich nach wie vor mehr als zwei Drittel der Energie aus fossilen Energieträgern bezieht. Im Winter 2019/2020 wurden 82.000 Hauptwohnsitze mit Heizöl beheizt, 140.000 Haushalte heizen mit Gas. „Das sind riesige Hebel, das wollen wir angehen“, so der Grüne Landessprecher Landesrat Stefan Kaineder.

Drang beschleunigt

„Die gute Nachricht: Die Menschen haben verstanden, dass das notwendig ist, sie melden sich bei ihren Energieversorgern, wann sie ihr Heizungssystem tauschen, PV-Anlagen installieren lassen können, sie spüren ihre Verantwortung“, so Kaineder. Gerade in den letzten zwei Monaten sei der Drang hin zu erneuerbaren Energie spürbar beschleunigt worden, sehe man beim Andrang.

Herausforderung für Arbeitsmarkt

Dies führe aber zu Engpässen: Neben dem Netzzugang und Engpässen bei Lieferketten fehle es in hoher Zahl an entsprechenden Fachkräften, Kaineder und die Grüne Energie- und Arbeitsmarktsprecherin Ulrike Schwarz verwenden den Begriff „Energiewende-Techniker“. „Das hat auch symbolische Bedeutung: Jeden Tag, an dem ich arbeite, mache ich die Welt etwas besser“, sagt Schwarz.

Volkswirtschaftlicher Nutzen „riesig“

Auch wenn es bereits Bewegung gebe, etwa mit einer Umweltstiftung von AMS und Klimaschutzministerium oder mit von den Sozialpartnern gestarteten Initiativen wie Green Economy Unternehmen, die im Ausbildungsbereich kooperieren – brauche es jetzt viel mehr. Die Politik müsse hier sofort helfen und eine Fachkräfte-Offensive für die Green-Ecocnomy starten, denn auch „der volkswirtschaftliche Nutzen ist hier riesig. Die Alternative in OÖ ist zum Beispiel der Biomassekessel – die Wertschöpfung bleibt in Oberösterreich, das Geld kurbelt die regionale Wirtschaft an und fließt nicht ins Ausland“, ist Kaineder überzeugt.

Menschen für chancenreichen Weg gewinnen

Ein Vorbild könnte der neue Lehrberuf des Ökoenergie-Installateurs sein. Geschaffen durch ein gemeinschaftliches Vorgehen von OÖ Energiesparverband, Ökoenergie-Cluster, den Sozialpartner, der Berufsschule 8 sowie dem Landesschulrat. „Großes Potenzial bietet auch der junge Beruf der Elektropraktiker. Auch hier müssen wir für flächendeckende Aus- und Weiterbildungsangebote sorgen und die jungen Menschen für diesen chancenreichen Weg gewinnen“, betont Schwarz.

Besonders wichtig für sie: Jene, die umschulen wollen, müssen sich das auch leisten können, Einkommensverluste müssten durch ein Qualifizierungsgeld abgefedert werden. Auch Förderungen für Unternehmen sollten neu gedacht und an ökologische Kriterien gekoppelt werden, fordert sie. Für Betriebe, die Green-Jobs schaffen, ausbilden und schulen, sollten die Förderungen auf jeden Fall steigen.

„Noch mehr Drive drauflegen“

„Aktive Arbeitsmarktpolitik können wir, aber wir müssen hier noch einen Drive drauflegen. Oberösterreich will noch mehr machen, vor Ort in den Regionen solche Ausbildungsstellen zu schaffen – dann können wir Energiewende mit guten Arbeitskräften vorantreiben“, sind sich die oö. Grünen sicher.

 


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