Karin Seyringer Tips Redaktion Karin Seyringer, 28.11.2022 10:13 Uhr

Ö/OÖ. Am Montag streiken die Eisenbahner, auch im Handel gibt es bei den Kollektivvertrags-Verhandlungen kein Vorankommen. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) hat der Teilgewerkschaft GPA eine Streikfreigabe erteilt. Sollte es in der nächsten Verhandlungsrunde zu keinem akzeptablen Ergebnis kommen, werde es am 2. und 3. Dezember Warnstreiks geben, teilt die GPA mit.

Für rund 430.000 Angestellte und Lehrlinge in Österreich wird der neue Kollektivvertrag verhandelt. Die letzten Verhandlungen am 22. November haben nach fast elf Stunden mit einer Unterbrechung geendet.

Das aktuelle offizielle Angebot der Arbeitgeber liege laut Mitteilung der Gewerkschaft bei vier Prozent Gehaltserhöhung und einer Einmalzahlung in Höhe von drei Prozent. „Ein solches Angebot ist für die Handelsangestellten angesichts der momentanen Teuerung nicht annehmbar“, so die Chefverhandlerin der GPA Helga Fichtinger. Das sei eine Mogelpackung, denn vier Prozent dauerwirksame Gehaltserhöhung und drei Prozent Einmalzahlungen würden rechnerisch zwar sieben Prozent ergeben, jedoch die dauerhafte Wirkung seien nur vier Prozent auf das Gehalt.

Die modifizierte Forderung der Gewerkschaft liegt bei plus 8,5 Prozent mit einem Mindestbetrag in Höhe von 200 Euro, was für niedrigere Gehaltsgruppen ein Gehaltsplus in der Höhe von elf Prozent bedeute.

Betriebsversammlungen: Beschluss für Warnstreiks

Am 24. und 25. November wurden die unterbrochenen Betriebsversammlungen im Handel während der Arbeitszeit wieder aufgenommen. „Die Beschäftigten sind wütend und enttäuscht, dass gerade sie so lange auf ein respektables Gehaltsplus warten müssen“, so der Vorsitzende des GPA Wirtschaftsbereichs Handel, Martin Müllauer.

Er sieht ein „respektloses Arbeitgeberangebot“. Und weiter: „Warnstreiks für den 2. und 3. Dezember 2022 wurden fast ausnahmslos einstimmig beschlossen, sollte es in der nächsten Verhandlungsrunde zu keinem akzeptablen Ergebnis kommen.“

Trefelik: fünf plus drei Prozent

Laut WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik sei „gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung einen Verhandlungstermin für kommenden Dienstag fixiert. Nur die genaue Uhrzeit wollten wir gemeinsam morgen Montag vereinbaren.“

Das Angebot der Arbeitgeber liege seit letzter Woche, Dienstag, am Tisch, teilt Trefelik weiters mit: „Eine Erhöhung um acht Prozent, die sich aus fünf Prozent Erhöhung auf die kollektivvertraglichen Mindestgehälter plus drei Prozent abgabenfreie Teuerungsprämie zusammensetzt.“ Er sieht eine Blockadehaltung der Gewerkschaft und appelliert, ernsthaft zu verhandeln, statt Eskalation zu suchen und Streiks vorzubereiten.

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