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OÖ/LINZ. Auch bei der Energie AG Oberösterreich war das Geschäftsjahr 2021/22 durch die sehr schwierigen Rahmenbedingungen für die Branche geprägt. Die Umsatzerlöse sind teils beträchtlich gestiegen, das Ergebnis im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr aber gesunken, teilte der Konzern bei seiner Präsentation der Bilanz 2021/22 mit.

Energie AG-Finanzvorstand Andreas Kolar, Aufsichtsratsvorsitzender, Landesrat Markus Achleitner, Generaldirektor Werner Steinecker und Technikvorstand Stefan Stallinger (v. l.) (Foto: Energie AG/Hermann Wakolbinger)

Die massiv gestiegenen Großhandelspreise für Strom und Gas führten zu einem beträchtlichen Zuwachs bei den Umsatzerlösen. Dies zeigte sich besonders bei der Bewirtschaftung der Kraftwerke und Strombezugsrechte, im Energiehandel und im Vertrieb. Auch in den anderen Segmenten ist es, wenn auch in geringerem Ausmaß, zu Umsatzerlössteigerungen gekommen.

Knapp vier Milliarden Konzernumsatz

Der Konzernumsatz ist auf knapp vier Milliarden Euro (4.002,1 Millionen) gestiegen, ein Plus von 86,6 Prozent. Ebenfalls stark gestiegen ist die Bilanzsumme, auf knapp über 6,9 Milliarden Euro (plus 78,4 Prozent). Darin enthalten: Kreditlinien von über 700 Millionen Euro, die der Energie AG zu Geschäftsjahresende bei verschiedenen Banken zur Verfügung standen. Diese waren zum Bilanzstichtag nicht ausgenutzt. Die Energie AG hat auch die sehr gute Bonitätsnote „A mit stabilem Ausblick“ (Standard & Poors) erhalten.

20 Prozent Rückgang beim Ergebnis

Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) hingegen hat sich um 20,1 Prozent verringert, auf 150,6 Millionen Euro (Vorjahr 188,4 Millionen). Verantwortlich dafür laut Konzern: eine geringe Wasserführung der Flüsse aufgrund von Trockenheit und die hohen Beschaffungspreise für Strom und Gas. Dazu kommen höhere vorgelagerte Netzkosten und Netzverluste.

Die Rahmenbedingungen im abgelaufenen Geschäftsjahr seien mehr als herausfordernd gewesen, aller Voraussicht nach würden sie in nächster Zeit zu bleiben, so Finanzvorstand Andreas Kolar.

Investitionen

Investiert wurden im vergangenen Geschäftsjahr 201,2 Millionen Euro (minus 6,5 Prozent), der größte Teil davon in das Segment Netz. „Die dauerhafte Sicherstellung der hohen Versorgungsqualität von Strom, Gas und Wärme zählt zu den zentralsten Missionen. Umso herausfordernder ist die gegenwärtige Situation, die uns die Fragilität des europäischen Energiesystems offenbart“, erläutert Generaldirektor Werner Steinecker. Mittel- und langfristig führe der Weg nur über die rasche Transformation des Energiesystems. Seitens der Energie AG würden alle Anstrengungen unternommen, um den Ausbau von Erneuerbarer Energie, der Netzinfrastruktur sowie den Ausbau von Speicherkapazitäten zu forcieren.

Im kommenden Geschäftsjahr sind Investitionen von mehr als 250 Millionen Euro geplant.

Schwieriger Ausblick

Die Rahmenbedingungen würden herausfordernd bleiben, die künftige Entwicklung der Preise an den internationalen Energiemärkten sei für das Geschäftsjahr 2022/23 aufgrund von vielen unberechenbaren Einflussfaktoren schwer einschätzbar.

Ziel sei es, einen Beitrag zur Transformation der Energiesysteme zu leisten, die Versorgungssicherheit und -qualität weiter zu optimieren und damit die Unternehmensentwicklung und den Unternehmenswert des Konzerns langfristig abzusichern.

Neuer Generaldirektor

Generaldirektor Werner Steinecker verabschiedet sich mit Jahresende in den verdienten Ruhestand, nach 50 Jahren im Unternehmen. Ihm folgt Leonhard Schitter nach, ab 1. Jänner 2023. Die Energie AG beschäftigt aktuell 4.606 Mitarbeiter (plus 0,3 Prozent), in Österreich, Tschechien und Italien.

Auch lesen: „Einfach neugierig bleiben und sich nicht zufriedengeben“ - Steinecker im Tips-Talk.

 

 

 


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