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Nach umstrittenen DJ-Auftritt: SP-Landesparteichef spricht von Gelber Karte für Peter Binder

Tips LogoAnna Fessler, 06.02.2024 17:19

LINZ. Weil Peter Binder (SP), Dritter Landtagspräsident und Hobby-DJ, im Linzer Lokal Pianino für Ballgäste des Burschenbundballs aufgelegt hat, spricht SP-Landesparteichef Michael Lidner eine klare Verwarnung aus. Binder entschuldigte sich und will künftige DJ-Anfragen strenger prüfen.

SP-Landesparteichef Michael Lindner bat Peter Binder nach dem Wirbel um seinen jüngsten DJ-Auftritt zum klärenden Gespräch. (Foto: Antje Wolm)

Landesrat Michael Lindner nahm am Samstag, 3. Februar selbst an der Demonstration gegen den Burschenbundball teil. Wenige Stunden später fand im Lokal Pianino, das einem Linzer SP-Gemeinderat gehört, eine private Geburtstagsfeier und laut der offiziellen Website auch die Afterparty zum Burschenbundball statt. Als DJ legte dort Peter Binder auf, der im Nachhinein klarstellte, dass er für eine private Feier angefragt worden war. Erst im Nachhinein sei gefragt worden, ob es in Ordnung sei, wenn auch Gäste vom Burschenbundball kommen.

Binder spricht von falscher Entscheidung

„Ich habe an diesem Tag eine falsche Entscheidung getroffen, für die ich um Verzeihung bitte. Seit ich mich in der Politik engagiere, trete ich gegen Rechtsextremismus und Deutschnationalismus auf. Der Burschenbundball steht als Veranstaltung für diese Ideologien, und ich habe an diesem Tag verabsäumt, eine unmissverständliche Trennlinie zu ziehen. Als Demokrat und Antifaschist wäre das meine historische Pflicht gewesen, der ich nicht nachgekommen bin. Das bedaure ich zutiefst!“, so Binder, der von Lindner zum Gespräch zitiert worden war. In Zukunft wolle er Veranstaltungen, für die er als DJ angefragt wird, dahingehend prüfen.

Zudem will Binder an das Bündnis „Linz gegen Rechts“ spenden, er biete sich auch als DJ für Veranstaltungen des Bündnisses an.

Landesrat Lindner: „Unwissenheit schützt nicht vor Konsequenz“

Lindner will klarstellen, dass es in der SPÖ OÖ „keinen Platz für für rechtsextreme oder deutschnationale Kontakte und deren Gedankengut gibt“, und weiter: “Unwissenheit schützt nicht vor Konsequenz. Aus diesem Grund habe ich mit Peter Binder heute ein sehr offenes und klärendes Gespräch in dieser ernsten Angelegenheit geführt. Dabei haben wir eine Übereinkunft gefunden, die deutlich zeigt, dass es in der SPÖ OÖ eine klare Haltung gegen Deutschnationale und rechtsextreme Netzwerke gibt.

MFG OÖ wähnt Binder „im Fadenkreuz einer ideologischen Attacke“

Unerwartete Unterstützung für Binder kommt von der MFG: Als DJ sei man weder für die Einlasskontrolle zuständig, noch könne man überprüfen, wer sich im Lokal aufhält. Darüber hinaus impliziere die Kritik an Binder, „dass Wirte an der Tür die politische Gesinnung ihrer Gäste abfragen müssten und man dann willkürlich allen, die nicht 'links genug' sind, den Zutritt verwehrt. Hinzu kommt, dass dann offenbar auch vom DJ bis zum Tellerwäscher eines Lokals jeder solche Gesinnungsproben durchführen müsse.“, so die MFG Oberösterreich in einer Aussendung. Jeder Bürger habe das Recht, in ein Lokal zu gehen und dort zu feiern, „solange er sich nichts zu Schulden kommen hat lassen“.


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