"Passgenaues Wohnen" für Menschen mit Beeinträchtigung in OÖ
OÖ. Auf „passgenauem Wohnen“ liegt der Schwerpunkt des Ausbauprogramms 2026/27 des Landes OÖ bei Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung. Das Sozialressort investiert rund 3,16 Millionen Euro. 200 neue Plätze entstehen 2026/27.

Seit 2017 verfolgt das Land ein strategisches Ausbauprogramm von Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigung. Zwischen 2017 und Ende 2025 wurden bzw. werden insgesamt 800 neue Wohnplätze geschaffen, weitere 200 Plätze werden mit einem neuen Programm realisiert. Damit entstehen durchschnittlich rund 100 neue Wohnplätze pro Jahr.
Betreuung individuell abgestimmt
Beim Ausbauprogramm 2026/27 liegt der Schwerpunkt auf „passgenauem Wohnen“. Ziel ist es, für Menschen mit Beeinträchtigung genau jene Betreuung sicherzustellen, die sie individuell benötigen. Das bedeutet auch, dass Personen, die keine vollbetreute Wohneinrichtung mehr brauchen, in eine andere passende Form der Betreuung wechseln können. Dadurch werden Plätze für jene frei, die diese intensive Unterstützung tatsächlich benötigen.
Von April bis Mitte August konnten die Partnerorganisationen in der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung für 111 der in Summe 200 zusätzlichen Plätzen des Ausbauprogrammes 2026/27 ihre Konzepte für die Umsetzung neuer Betreuungsplätze einreichen. Von den 111 Plätzen entfallen 99 Plätze auf die Schwerpunkte „passgenaues Wohnen“ und inklusive Wohnassistenz sowie zwölf Plätze auf eine niederschwellige Suchteinrichtung für junge Erwachsene.
Mit der Umsetzung dieser neuen Angebote können 73 Menschen, die derzeit in vollbetreuten Wohneinrichtungen leben, in eine für sie passendere Form der Betreuung wechseln.
Mehr Teilhabe
„Menschen mit Beeinträchtigung sollen in Oberösterreich ein Leben in Würde und möglichst selbstbestimmt führen können. Ich habe bereits bei meinem Amtsantritt betont, dass das ein zentrales Thema für uns ist – und das gilt auch weiterhin. Jeder neue Wohnplatz bedeutet mehr Teilhabe, mehr Sicherheit für die Familien und ein deutliches Signal: Wir übernehmen Verantwortung und gestalten ein inklusives Oberösterreich, in dem alle Menschen gut aufgehoben sind“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP).
Sozial-Landesrat Christian Dörfel ergänzt die soziale Verantwortung, die ein wirtschaftlich starkes Bundesland habe. „Mit dem neuen Ausbauprogramm kommen wir dieser Verantwortung nach und setzen unseren konsequenten Weg fort.“ Der Schwerpunkt der kommenden beiden Jahre setze auf „so viel Betreuung wie notwendig, aber auch so viel Freiraum wie möglich“.
Wechsel in Teilbetreuung gut begleiten
Ein Partner des Landes ist pro mente OÖ. Da der Wechsel in die Teilbetreuung für Bewohner/innen sehr herausfordernd sein kann, unterstützt die pro mente OÖ in ihren Einrichtungen ganz gezielt und hat unter wissenschaftlicher Begleitung konkrete Erfolgsfaktoren erhoben: „Erstens, Kontinuität in der Betreuung, Zeit und gute Planung, zweitens, stufenweise Umstellung bezüglich der Unterstützung in der Nacht, drittens, vermehrte Aufmerksamkeit auf Reflexion und Austausch in den ersten Wochen der Umstellung, viertens, Schulung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezüglich Wiedererlangen von Selbständigkeit sowie fünftens, Ernstnehmen, Einbinden und Mitnehmen der Angehörigen und/oder Erwachsenenvertretungen. Für uns gilt, Menschen individuell und ressourcenorientiert zu betreuen und sie je nach ihren vorhandenen Fähigkeiten zu fördern, aber auch zu fordern“, so die Regionalleiterin Zentralraum Linz der pro mente OÖ, Raphaela Just.
Derzeit stehen in Oberösterreich insgesamt 4.893 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung zur Verfügung. Mit dem neuen Ausbauprogramm wird die Marke von 5.000 Wohnplätzen überschritten.


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