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"Roberta" bringt erstmals automatisierte Busse in den Linienverkehr

Tips LogoKarin Seyringer, 26.02.2026 15:35

OÖ/BEZIRK FREISTADT/STEYR. Ab Ende 2027/Anfang 2028 sollen in vier Pilotregionen in Oberösterreich, Tirol, der Steiermark und Kärnten erstmals automatisierte Busse im regulären Linienbetrieb unterwegs sein. In Oberösterreich vom Bahnhof Pregarten nach Hagenberg. Grundlage ist das österreichweite Leitprojekt „Roberta“, federführend ist das Steyrer Logistikum der FH Oberösterreich involviert.

Die Landesräte Markus Achleitner und Günther Steinkellner präsentieren die geplante Fahrtstrecke für den automatisierten Bus in der oö. Pilotregion Hagenberg – Pregarten. (Foto: Land OÖ/Hermann Wakolbinger)

Mit dem Projekt „Roberta – Real World Automated Bus opERaTion Austria“ beginnt in Österreich eine neue Phase des automatisierten Fahrens im öffentlichen Verkehr. „Erstmals werden hochautomatisierte Busse mit über acht Sitzplätzen im regulären Linienbetrieb eingesetzt und wissenschaftlich begleitet, so Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) und Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ).

Ziel des Projektes ist es, die technologischen, organisatorischen und rechtlichen Grundlagen für einen dauerhaften Einsatz im öffentlichen Verkehr zu schaffen.

Start 2026, Pilotbetrieb ab 2027/28

Das Projekt startet aktuell von Februar 2026 bis 31. Jänner 2030. Im ersten Jahr werden sämtliche Rahmenbedingungen für den Realbetrieb geschaffen und betriebliche Vorbereitungen getroffen. Der eigentliche Pilotbetrieb in Oberösterreich, Tirol, der Steiermark und Kärnten startet im vierten Quartal 2027 oder im ersten Quartal 2028.

Die hochautomatisierten Busse werden ein Jahr lang auf zehn bis zwanzig Kilometer langen Strecken im regulären Linienverkehr unterwegs sein. Die Fahrzeuge entsprechen dem Automatisierungslevel 4, sind also hochautomatisiert unterwegs, jedoch mit speziell ausgebildetem Sicherheitspersonal an Bord.

Pilotregion Hagenberg-Pregarten

In Oberösterreich ist der Bezirk Freistadt Pilotregion: Geplant ist eine rund zehn Kilometer lange Last-Mile-Verbindung vom Bahnhof Pregarten zum Softwarepark Hagenberg, zur FH Oberösterreich und zum Agrarbildungszentrum Hagenberg mit den Wilhelm Welser Verkehrsbetrieben.

Grundlage für breiteren Einsatz

Im Anschluss werden alle Daten und Projektergebnisse umfassend evaluiert. Untersucht wird, wie technische Systeme, Betriebsprozesse, Personalmodelle und rechtliche Rahmenbedingungen optimal zusammenspielen müssen, um automatisierte Fahrzeuge dauerhaft in den öffentlichen Verkehr zu integrieren. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage für einen späteren breiteren Einsatz.

Europaweit einzigartig ist laut Steinkellner die Kombination aus vier unterschiedlichen Einsatzregionen – von urbanen über suburbane bis hin zu ländlichen Gebieten. „Roberta soll auch in europäische Projekte zum automatisierten Fahren eingebracht werden. Internationale Experten begleiten die Forschung im Beirat des Projekts. Gleichzeitig hilft das Projekt ganz konkret den Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel, weil es das hochwertige Mobilitätsangebot in Oberösterreich langfristig absichert.“

Achleitner unterstreicht die wirtschaftliche und technologische Relevanz: „Mit Roberta beweist das Steyrer Logistikum der FH Oberösterreich erneut seine Vorreiterrolle in der angewandten Mobilitätsforschung. Der Fokus liegt auf dem Transfer bestehender Technologien in die Praxis des öffentlichen Verkehrs. Der besondere Stellenwert und das hohe wirtschaftliche Potenzial wird auch dadurch unterstrichen, dass zusätzlich zu Fördermittel des Landes OÖ auch Forschungsgelder des Bundes in bedeutendem Umfang nach Oberösterreich fließen.“

Von einem „öffentlich sichtbaren und technologisch führenden Showcase“ im Bereich der automatisierten Mobilität spricht Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ). 

Neun Millionen Euro Projektvolumen

Getragen wird „Roberta“ von einem breit aufgestellten Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Verkehrsbetrieben, Technologieunternehmen und Energieagenturen.

Das Gesamtvolumen beträgt rund neun Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt durch rund 3,5 Millionen Euro Bundesförderung, etwa eine Million Euro vom Land Oberösterreich (vorbehaltlich eines Landtagsbeschlusses), rund drei Millionen Euro angestrebte Mittel aus weiteren Bundesländern sowie Eigenleistungen der Projektpartner.


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