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Straßen, Brücken, Umfahrungen - Oberösterreich startet in die Baustellensaison 2026

Tips LogoKarin Seyringer, 25.03.2026 16:05

OÖ/LIN. Rund 190 Projekte im ganzen Bundesland umfasst die Baustellensaison des Landes OÖ im Jahr 2026. Das Budget für die notwendigen Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen beläuft sich im Jahr 2026 auf rund 105 Millionen Euro. In Neubauprojekte werden rund 56 Millionen Euro investiert.

Christian Dick, Leiter Abteilung Straßenneubau und -erhaltung, Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner und Stefan Dobler, Leiter Abteilung Brücken- und Tunnelbau, erläuterten die Baustellensaison 2026. (Foto: Land OÖ/Daniel Kauder)

Der Schwerpunkt liegt in der Erhaltung des bestehenden Netzes, das zeigt sich auch im Budget. Nach rund 88,4 Millionen Euro im Jahr 2025 stehen 2026 rund 105 Millionen Euro dafür zur Verfügung. Darin enthalten sind auch 12 Millionen Euro Zusatzmittel. Beim Neubau bleibt das Budget auf Vorjahresniveau mit 56 Millionen Euro (55,3 Millionen im Jahr 2025).

„Mit rund 190 Projekten setzen wir 2026 ein klares Signal: Wir investieren stärker denn je in den Erhalt unserer Straßen, Brücken und Tunnel. Denn sichere Infrastruktur ist die Grundlage für Mobilität, Wirtschaft und Wohlstand in Oberösterreich“, so Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ).

Rund 160 Projekte entfallen auf Straßenerhaltung und -neubau, dazu kommen etwa 30 größere Maßnahmen im Bereich Brücken- und Tunnelbau. Nicht enthalten sind zahlreiche kleinere Maßnahmen und Arbeiten der Straßen- und Brückenmeistereien.

Stand Umfahrungs-Großprojekte

Bei den Neubauprojekten stehen aktuell Umfahrungsprojekte im Mittelpunkt. Ein zentrales ist die Umfahrung Mattighofen-Munderfing (B147) im Bezirk Braunau. Bis 2027 entsteht eine leistungsfähige Umfahrungsstraße, die den Durchzugsverkehr aus dem Ortszentrum verlagert. Die Fertigstellung ist Ende 2027 geplant. Christian Dick, Leiter der Abteilung Straßenneubau und -erhaltung beim Land OÖ, freut sich über den Fortschritt, „weil wir wirklich lange dafür gekämpft haben. Wir haben 2015, vor über zehn Jahren, den ersten Abschnitt begonnen, jetzt kommt endlich das Kernstück. Die Umfahrung ist das am besten geprüfte Projekt. Wir haben alle Beschwerdeinstanzen gewonnen.“

Auch lesen: Umfahrung Mattighofen-Munderfing soll bis 2027 fertiggestellt werden

Für Herbst 2026 ist die Fertigstellung der Umfahrung Pupping und Karling (B310) vorgesehen. Durch die neue Trasse sollen enge und unübersichtliche Ortsdurchfahrten umfahren werden können.

„Leistungsfähige Umfahrungsprojekte brauchen in den meisten Fällen auch Brücken. So haben wir zum Beispiel bei der Umfahrung Pupping-Karling ganze sieben Bauwerke errichtet. Dazu gehören unter anderem zwei Bahnbrücken, aber genauso eine Stahlbodenbrücke mit 100 Metern über die Aschach“, erläutert Stefan Dobler, Leiter der Abteilung Brücken- und Tunnelbau.

Umfahrung Haid

Ein weiteres Großprojekt betrifft die Region Linz-Land: Die Umfahrung Haid soll einen stark belasteten Abschnitt der B139 deutlich entlasten. Bis zu 80 Prozent des Verkehrs könnten künftig auf die neue Strecke verlagert werden.

Bei der Umfahrung Haid finden aktuell Grundeinlöseverhandlungen statt, die Baufeldfreimachung dauert bis Frühjahr 2027. „Bei der notwendigen neuen Autobahnanschlussstelle in Ansfelden/Haid hat das Bundesverwaltungsgericht hinsichtlich des Asfinag-Teils noch nicht entschieden. Wir hoffen, dass die Hauptarbeiten im nächsten Jahr beginnen können“, so Landesrat Steinkellner.

Gleichzeitig übt er Kritik: „Bei all den Bemühungen, die hier seitens der Abteilung getroffen wurden, in Rücksprache mit allen Beteiligten, mit Umweltschutz, Naturschutz, gab es eine Bürgerinitiative aus Steyr, die Einspruch erhoben hat. Jede solche Verzögerung kostet dem Steuerzahler sehr viel Geld und wir verstehen auch nicht, warum eine nicht betroffene Bürgerinitiative Einspruch erheben kann. Ich glaube, dass eine Änderung notwendig ist, damit nicht jede Bürgerinitiative - ganz gleich wo sie sich befindet - das kann.

Auch lesen: BVwG gibt grünes Licht: Umfahrung Haid rückt endgültig näher

Größere Projekte in der Instandhaltung

Im Salzkammergut wird mit der Instandsetzung der Halbbrücke und Quellenüberbrückung im Bereich Obertraun/Hallstatt ein Projekt umgesetzt. Die bestehende Brücke wird verstärkt und an moderne Anforderungen angepasst. Der Baubeginn ist für Oktober 2026 vorgesehen, die Fertigstellung soll bis Juli 2027 erfolgen.

Im Bezirk Wels-Land sowie in der Stadt Wels wird in den Sommerferien mit der Instandsetzung „Wirt am Berg“ im Bereich Gunskirchen und Wels ein stark beanspruchter Straßenabschnitt umfassend saniert.

Abteilungsleiter Christian Dick verweist auch auf die nach Ostern startende umfassende Sanierung der B3 zwischen Pulgarn und Steyregg West.

„Sperren und Umleitungen sind keine Bösartigkeit“

„Die Instandsetzungen spielen sich alle auf bestehenden Straßen ab. Ich ersuche immer wieder um Verständnis dafür, dass wir nur dann instand setzen können, wenn wir auch sperren können. Eine Straße zu sperren, eine Umleitung einzurichten, ist keine Bösartigkeit – im Gegenteil, je besser wir eine Umleitung schaffen, umso kürzer ist dann die Baustelle“, so Dick.

Brücken in die Jahre gekommen

Auch bei den rund 3.000 Brückenobjekten im Landesstraßennetz gibt es viel zu tun. „Viele Brücken sind inzwischen in die Jahre gekommen, gut die Hälfte ist 50 Jahre alt oder älter. Insbesondere die steigende Verkehrsbelastung, auch der LKW-Anteil, sowie das Salzstreuen im Winter setzen unseren Tragwerken zu, sodass wir künftig einen erhöhten Instandhaltungsbedarf haben werden“, so Abteilungsleiter Dobler.

Heuer sind 30 größere Maßnahmen geplant. Unter anderem wird in Seewalchen am Attersee die Agerbrücke saniert. Der Baubeginn ist im April vorgesehen, die Fertigstellung im Juni 2026.

Donaubrücke Mauthausen

Beim geplanten Neubau der Donaubrücke Mauthausen sei, dass das letzte noch ergriffene Rechtsmittel – eine Verfassungsgerichtshofbeschwerde bzw. ein Antrag auf aufschiebende Wirkung des Bescheids – vom Verfassungsgerichtshof abgelehnt worden sei, „es gibt keine aufschiebende Wirkung. Die neue Brücke kann gebaut werden. Allerdings sind wir jetzt in den Bauplänen bereits beim Jahr 2032“, so Steinkellner. „Das heißt, die alte Brücke muss ersetzt werden, auch durch Sanierungsmaßnahmen wird sie bis 2032 nicht halten.“ Bei der Erneuerung der bestehenden Brücke liege man aktuell im Zeitplan, mit Pfeilerertüchtigung bis März 2028. Der Tragwerktausch ist im Anschluss vorgesehen – mit nötiger dreimonatiger Sperre der Brücke.


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