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Tips Logo Online Redaktion, 08.04.2026 08:18

OÖ. Die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten und anderen Krisenregionen setzen die Energiemärkte massiv unter Spannung. Für die österreichische Abfall- und Ressourcenwirtschaft hat dies fatale Folgen: Kraftstoffe und Energie sind die zentralen Lebensadern einer Branche, die täglich Millionen Haushalte und Betriebe versorgt.

Reparieren statt Wegwerfen entlastet nicht nur die Umwelt, sondern schont angesichts steigender Energiepreise auch die Budgetpläne der Gemeinden für dieEntsorgung. (Foto: MAXSHOT_PL/stock.adobe.com)

Als systemrelevante Säule der Infrastruktur können Entsorgungsbetriebe ihre Arbeit nicht einfach einstellen – doch die wirtschaftliche Belastungsgrenze ist erreicht.

Kostenschock trifft auf starre Verträge

Da eine kurzfristige Weitergabe der Mehrkosten an Kommunen und Unternehmen vertraglich oft unmöglich ist, tragen die privaten Entsorgungsbetriebe die Last derzeit noch selbst.

„Die Entwicklungen an den Energiemärkten bereiten uns ernsthafte Sorgen“, sagt Gabriele Jüly, Präsidentin des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB). „Die Kalkulationsgrundlagen, auf denen viele unserer Entsorgungsverträge mit Kommunen und Unternehmen basieren, spiegeln die aktuelle Kostensituation nicht mehr wider. Wie jedes Unternehmen in unserer Branche individuell auf diese Entwicklung reagiert, liegt in seiner eigenen unternehmerischen Verantwortung – klar ist aber, dass die Belastung real und erheblich ist.“

Reparieren als wirksamer Hebel gegen die Kostenflut

Ein entscheidender Schlüssel zur Entlastung des Systems liegt im Konsumverhalten. Laut der aktuellen Studie „Reparieren statt Wegwerfen“ des Spezialversicherers Wertgarantie landen in Österreich jährlich rund 28.104 Tonnen Elektroschrott (etwa 5,7 Kilo pro Haushalt) im Müll, weil defekte Geräte entsorgt statt repariert werden.

Hier setzt ein wichtiger Hebel an: Wer bewusst reparierfähige Geräte kauft und diese instand halten lässt, handelt mehrfach nachhaltig. Man spart nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern trägt aktiv dazu bei, die Abfallmengen zu reduzieren. In einer Zeit, in der die Logistik und Verwertung von Müll durch hohe Energiepreise immer teurer werden, ist Abfallvermeidung der effektivste Weg, um die Entsorgungskosten für Kommunen – und damit letztlich für die Gebührenzahler – stabil zu halten.


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