300 Gäste feierten globale Vielfalt bei Summer Party in der Tabakfabrik
OÖ/LINZ. Die Community an internationalen Talenten in Oberösterreich feierte auf Einladung des Come2Upper Austria Service Centers bei Business Upper Austria in der Tabakfabrik bei einer International House Summer Party. Rund 150.000 Menschen mit internationalem Hintergrund prägen mittlerweile den Arbeitsmarkt in Oberösterreich.

Bei der sechsten International House Summer Party von Come2Upper Austria verwandelte sich die Tabakfabrik in einen pulsierenden Treffpunkt internationaler Talente. Mehr als 300 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft waren zu Gast.
„Internationale Fachkräfte waren, sind und bleiben unverzichtbar für den Wirtschaftsstandort Oberösterreich“, betonte Manfred Luger, Leiter der Abteilung Human Capital Management bei der oö. Standortagentur Business Upper Austria. Rund 150.000 Menschen mit internationalem Hintergrund prägen mittlerweile den Arbeitsmarkt in Oberösterreich – mehr als 20 Prozent der Beschäftigten.
Vom Pflänzchen zum Baum
Seit 2014 bringt Come2Upper Austria Menschen mit einer klaren Mission zusammen: internationale Talente anziehen, sie unterstützen und mit den Angeboten unserer Region vernetzen. „Was als zartes Pflänzchen begann, ist heute ein Baum, der jedes Jahr weiterwächst“, so Luger.
Vom Flüchtlingskind zum Mutmacher
Keynote Speaker Ali Mahlodji sprach offen über seinen persönlichen Weg – er kam als Flüchtling ins Land. „Nach Oberösterreich zu kommen und zu erkennen, dass die ganze Welt hier vertreten ist, gehört zu den schönsten Erfahrungen, die man machen kann“, betonte er. Mahlodjis Biografie ist geprägt von Herausforderungen: „Ich hatte mehr als 40 Jobs, weil ich nicht wusste, wo ich hingehörte.“ Ein Wendepunkt war ein Lehrer, der an ihn glaubte: „Du bist in Österreich. Wenn du dich für etwas engagierst, kannst du Erfolg haben.“ Später gründete er whatchado, eine Berufsberatungsplattform mit mehr als 7.000 Geschichten aus über 100 Ländern. Mahlodji appellierte an Unternehmen: „Helft Menschen, ihre Geschichte in eine Erfolgsgeschichte zu verwandeln.“
Internationale Studierende als Schlüssel für die Zukunft
Stefan Koch, Rektor der Johannes Kepler Universität Linz, verwies auf die dynamische Entwicklung: „Der Anteil internationaler Studierender an der JKU ist in zehn Jahren von zehn auf 20 Prozent gestiegen.“ Die Studierenden kämen mittlerweile aus 120 Ländern. „Das bringt Vielfalt, auf unseren Campus. Davon profitieren auch unsere österreichischen Studierenden sehr“, betonte Koch. „Letztendlich ist es unser Ziel, dass viele dieser Studierenden hier in Oberösterreich bleiben und ihre Karriere aufbauen.“
Michael Rabl, Geschäftsführer der Fachhochschule OÖ, schilderte: „Viele internationale Studierende kommen wegen unserer Studiengänge nach Österreich. Sehr hilfreich ist dabei, dass unsere Hochschulen gemeinsam mit unseren Unternehmenspartnern den Studierenden bereits vor ihrer Ankunft einen ersten Einblick in Österreich vermitteln.“
Auch Andre Zogholy, Vizerektor der Kunstuni Linz, berichtete von einer konkreten Erfahrung: Eine Chinesin hatte sich für ein Promotionsstudium beworben. „Wir wollten unbedingt, dass sie nach Linz kommt – doch aufgrund von Visaproblemen stellte sich das als viel schwieriger heraus als erwartet. Ich habe mich persönlich eingeschaltet, habe Botschaften in China kontaktiert und auch mehrfach mit lokalen Behörden zusammengearbeitet. Es hat etwa ein Jahr gedauert, aber schließlich hat sie es nach Linz geschafft. Das war ein wirklich besonderer Moment.“
Stefanie Lindstaedt, Gründungspräsidentin der IT:U, betonte: Österreich ist die Heimat vieler starker Branchen und Unternehmen. Das ist ein großer Vorteil, denn die Studierenden wissen, dass sie nach dem Studium auch Karriereperspektiven haben.“
Chancen, Erfahrungen und Wege zum Erfolg
Unter dem Titel „Zukunft gestalten in Oberösterreich“ diskutierten Vertreter aus Wirtschaft und Start-up-Szene. Marina Katic von der Lenzing Group betonte: „Wenn man neu ist, ist es oft schwierig zu verstehen, wie alles funktioniert. Deshalb ist der Zugang zu Informationen der erste entscheidende Schritt. Und genau hier machen Veranstaltungen wie diese oder die Services von Come2Upper Austria einen echten Unterschied.“
Emin Vojnikovic hat mit der Indima GmbH ein Start-up gegründet und wollte damit gegen den „Brain Waste“ angehen. Damit sind hochqualifizierte Menschen gemeint, die in Berufen arbeiten, die unter ihrem Qualifikationsniveau liegen, weil internationale Qualifikationen oft nicht schnell – oder manchmal nicht ausreichend – anerkannt werden. „Mein Co-Founder hat dies am eigenen Leib erfahren: Er studierte in Armenien, bevor er sein Studium an der JKU fortsetzte. Auch ich habe an der JKU studiert. Wir haben uns zusammengetan, um dieses Problem anzugehen“, erzählte Vojnikovic.
Bei Peak Technology arbeiten derzeit Menschen aus 24 verschiedenen Nationen. CFO Philipp Staudinger erklärte, was Unternehmen und Beschäftigte von internationalen Kollegen lernen können: „Die Vielfalt bei der Problemlösung ist für jedes Unternehmen äußerst wertvoll. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wissenstransfer. Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund bringen wertvolle Erkenntnisse und ein tieferes Verständnis dafür mit, wie die Dinge in ihren Regionen funktionieren.“
Abwechslungsreiches Rahmenprogramm
Zahlreiche Aussteller aus Bildung, Organisationen und Vereinen präsentierten beim Sommerfest konkrete Unterstützungsangebote: ABA, AMS OÖ, migrare, pro mente OÖ, JKU, FH OÖ, IT:U, Kunstuni Linz, Anton Bruckner International School (ABIS), Linz International School Auhof (LISA), HTL Leonding, Playschool Linz, Lusin’s English Book Club sowie die Black Wings waren vor Ort.
Besucher konnten mit ePunkt ihren Lebenslauf für den österreichischen Arbeitsmarkt optimieren. Ein buntes Familienprogramm bot Unterhaltung für Groß und Klein. Viel Applaus erhielt der ABIS-Schulchor mit 40 Kindern. Für musikalische Unterhaltung sorgte das Brass Quintett der Digital Mile Pop-up Musikkapelle. Der Abend klang mit internationalen kulinarischen Highlights und Live-Musik des Bookie Mountain Jazz Trios aus.


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