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LINZ. Die Medizinische Fakultät der JKU Linz hat sich in den zwölf Jahren ihres Bestehens zu einem wichtigen Ausbildungs- und Forschungsstandort entwickelt. Damit dieser Weg auch nach 2028 erfolgreich weitergehen kann, fordern Land OÖ, Stadt Linz und das Kepler Uniklinikum eine verbindliche langfristige Finanzierungszusage des Bundes. Es gehe vor allem um die nötige Planungssicherheit.

LH-Stellvertreterin Christine Haberlander mit Bürgermeister Dietmar Prammer (l.) und KUK-Geschäftsführer Meinhard Lukas (Foto: Land OÖ/Margot Haag)

Die Medizinische Fakultät der JKU zählt heute rund 1.300 Studierende und bildet jährlich mehr als 300 angehende Ärztinnen und Ärzte aus. Gemeinsam mit dem Kepler Universitätsklinikum (KUK) hat sie sich seit ihrer Gründung im Jahr 2014 zu einem bedeutenden Standort für Medizin, Forschung und Lehre entwickelt.

Am Donnerstag wurde ein „Ausrufezeichen“ für die Bedeutung der medizinischen Fakultät am Standort Oberösterreich gesetzt, wie LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) es formulierte. Man will die hervorragende Entwicklung und die hervorragenden Leistungen, die es ohne die Meduni nicht gäbe, hervorheben.

Vereinbarung läuft Ende 2028 aus

Hintergrund ist das Auslaufen der bisherigen Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Land Ende 2028. Diese sogenannte Art.-15a-Vereinbarung regelte den Aufbau der Medizinischen Fakultät.

Für die Zeit danach brauche es nun eine langfristige rechtlich abgesicherte und leistungsgerechte Bundesfinanzierung, damit für Lehre, Forschung und klinische Ausbildung sowie der weitere Auf- und Ausbau auch langfristig geplant werden könne. Konkret wird ein Aufbaupfad für 2029 bis 2039 gefordert. Nur dreijährige Leistungsvereinbarungen wie beim allgemeinen Unibudget seien völlig unzureichend.

Land investiert große Summen

„Das Land OÖ ist für die Medizinische Fakultät stark in Vorleistung gegangen, hat viel Geld in die Hand genommen. Jetzt braucht es ein klares Bekenntnis des Bundes“, so Haberlander. Es brauche „faire und gleiche finanzielle Rahmenbedingungen wie die übrigen Medizinischen Universitäten Österreichs. Wir wollen nicht mehr als andere, sondern das, was zusteht.“

Aus Oberösterreich wurden und werden bis 2028 rund 525 Millionen Euro investiert (in die Ausstattung des Lehr- und Forschungsgebäudes der Meduni sowie in die Infrastruktur des KUK und für Lehre und Forschung. Über 2028 hinaus hat sich das Land zu Reinvest- und Erhaltungskosten verpflichtet.

Der Bund hat in der Gründungsphase die Kosten für den laufenden Betrieb zu tragen – zudem die „laufenden KMA“ (laufende Mehrkosten des KUK für klinische Lehre und Forschung).

„Geht um faire Bedingungen“

„Zu 100 Prozent“ unterstützt wird das Anliegen von der Stadt Linz und Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ): „Kein Ausbau wäre ein Rückschritt. Gerade in einer Zeit, in der der Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich überall spürbar ist, wäre es fahrlässig, einen so erfolgreichen Standort in Unsicherheit zu lassen. Wer will, dass junge Ärztinnen und Ärzte in Oberösterreich ausgebildet werden und hier auch bleiben, muss der Linzer Universitätsmedizin verlässliche Rahmenbedingungen geben.“ Es gehe nicht um eine Sonderbehandlung, sondern um faire Bedingungen für einen erfolgreichen Standort.

330 Studienplätze, die es sonst nicht gäbe

KUK-Geschäftsführer Meinhard Lukas betont auch die medizinischen Leistungen der Meduni Linz. „Sie hat Diagnosen und Therapien möglich gemacht, die wir sonst in Oberösterreich nicht hätten.“ Er verweist auch darauf, dass die medizinische Fakultät und das KUK ihre Aufgaben in Forschung und Lehre nur gemeinsam erfüllen könnten.

Im Herbst beginnen wieder 330 Studierende ihr Medizinstudium. „Diese würde es sonst gar nicht geben. Und es sind staatliche Plätze, die es gibt, weil das Land kräftig unterstützt“, betont Lukas, dass Finanzierungsgerechtigkeit nötig sei. „Damit hat Linz in nur zwölf Jahren fast so viele Studienplätze aufgebaut wie andere Standorte über Jahrzehnte. Auch die Qualität der Linzer Ausbildung wird laut Lukas in unterschiedlichen Studien als erstklassig eingestuft“, so Lukas.

Finanzierungsgerechtigkeit gefordert

Vergleiche werden mit den Budgets für andere Medunis in Österreich gezogen: In Wien würden vom Bund pro Medizinstudierendem jährlich rund 139.000 Euro aufgewendet, in Linz hingegen rund 44.000 Euro

Bei den „laufenden KMA“ erhält die Meduni Graz 2025 bis 2027 232,8 Millionen Euro, Linz hingegen 12,5 Millionen Euro.

Entwicklungsplan für 209 bis 2039

Für die zweite Ausbauphase bis 2039 liegt bereits ein Entwicklungspfad der JKU vor. Er sieht unter anderem zehn zusätzliche klinische Lehrstühle, zehn zusätzliche Professuren, zusätzliche Ressourcen für das „Linzer Karrieremodell“ für wissenschaftlich tätige Mediziner und die Erhöhung der Mittel der JKU für den Ersatz des „laufenden KMA“ des KUK vor.

Die Mehrkosten für die zweite Aufbauphase (gegenüber der Art 15a-Vereinbarung zum Stand 2028) laut JKU:

2029 bis 2030: 47 Millionen Euro

2031 bis 2033: 103 Millionen Euro

2034 bis 2036 137,6 Millionen Euro

2037 bis 2039 167,5 Millionen Euro

„Auf die einzelnen Jahre heruntergebrochen, sind das überschaubare Summen, spricht Lukas von einem „moderaten Ansatz“.

Weitere 15a-Vereinbarung oder Verordnung

Sichergestellt werden könne klinische Lehre und Forschung über 2028 hinaus nur durch einen Rechtsakt – etwa eine weitere 15a-Vereinbarung oder auch über eine Verordnung, der die Finanzierung bis 2039 verbindlich festlegt, sowie eine Vereinbarung über den „KMA Bau“.

„Im Idealfall“ soll bis Ende 2026 eine Grundsatzvereinbarung mit dem Bund erreicht werden, die die langfristige finanzielle Perspektive und Fakultät absichert“, so Haberlander. Sie verweist aber darauf, dass es bereits gute Gespräche gäbe.


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