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OÖ/LINZ. Das Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) bleibt trotz internationaler Unsicherheiten knapp im Plus. Während die Auftragslage erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder anzieht, sorgen hohe Personalkosten und der anhaltende Personalabbau weiter für Druck. Die Industriepolitik hat dringenden Handlungsbedarf, bekräftigt die IV OÖ einmal mehr. 

  1 / 2   Vorsichtiger Optimismus, aber große Herausforderungen: der neue Konjunkturbarometer der IV OÖ wurde veröffentlicht (Symbolfoto). (Foto: VOLKER WEIHBOLD)

Die oberösterreichische Industrie blickt vorsichtig optimistisch in die kommenden Monate. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IV OÖ. Das Konjunkturbarometer liegt mit +1,1 Punkten weiterhin knapp im positiven Bereich, nachdem es Ende 2025 erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder über die Nulllinie gestiegen war.

„Während die aktuelle Geschäftslage mehrheitlich schlecht eingestuft wird, bleiben die Betriebe in ihrer Einschätzung für die kommenden sechs Monate weiterhin vorsichtig optimistisch“, so IV-OÖ-Geschäftsführer Joachim Haindl-Grutsch. „Die wirtschaftliche Lage der OÖ. Industrie bleibt im Vergleich zum Vorquartal insgesamt betrachtet relativ unverändert. Zwischen Unternehmen und Branchen gibt es jedoch enorme Unterschiede.“

Auftragslage verbessert

Ein positives Signal kommt von den Auftragsbüchern. Der aktuelle Auftragsbestand liegt erstmals seit zweieinhalb Jahren mit +19 Punkten (nach -4 Punkten) deutlich über die Nulllinie. Dasselbe gilt für die Auslandsaufträge, die ein Plus von +15 (nach -4 Punkten) aufweisen.

Weniger optimistisch beurteilen die Unternehmen hingegen die Produktion in den kommenden drei Monaten und die Auslastung ihrer Kapazitäten. Die Ertragssituation bleibt angespannt, verbessert sich aber leicht.

Hohe Personalkosten belasten Betriebe

Weiter angespannt bleibt die Situation am Arbeitsmarkt. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen plant einen Personalabbau, lediglich sechs Prozent wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Als größtes Problem nennen die Betriebe die hohen Personalkosten: 84 Prozent sehen darin derzeit die größte Belastung für den Industriestandort.

„Die viel zu hohen Personalkosten im europäischen Vergleich entfalten weiterhin ihre massiv negative Wirkung. Die Personalkosten bleiben laut aktueller Umfrage klares Thema Nummer 1 in der OÖ. Industrie. 84 Prozent sehen darin das größte Problem des Standortes“, so Haindl-Grutsch.

Forderung nach besserer Industriepolitik

Die IV OÖ sieht Europa im Wettbewerb mit China und den USA weiterhin zunehmend unter Druck. Aus Sicht der Interessenvertretung braucht es günstigere Energie, schnellere Genehmigungsverfahren und wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen für die Industrie.

Der von der Europäischen Kommission vorgelegte Vorschlag zur Revision des EU-Emissionshandels (ETS1) sei ein erster notwendiger Schritt für die energieintensive Industrie, müsse aber nachgebessert werden. Österreich dürfe nicht am Gold Plating – Ziel 2040 statt EU-konform 2050 Klimaneutralität für Österreich – festhalten.

KI und digitale Infrastruktur als Zukunftsthemen

Große Chancen sieht die IV OÖ im stärkeren Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie. Oberösterreich habe gute Voraussetzungen, müsse die Zusammenarbeit zwischen Industrie und IT aber weiter ausbauen. Gleichzeitig fordert die IV den Ausbau digitaler Infrastruktur. „Ein modernes Datencenter ist heute eine ebenso wichtige Infrastruktur wie Straßen, Schienen oder das Stromnetz. Es bildet das digitale Rückgrat einer Region und ermöglicht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Cloud-Anwendungen und datenintensiver Forschung,“ betont Haindl-Grutsch im Zusammenhang mit Google Kronstorf.

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Zur Befragungsmethode

An der Konjunkturumfrage der IV beteiligten sich in Oberösterreich 92 Unternehmen mit rund 119.000 Beschäftigten. Den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die (beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien, der konjunktursensible „Saldo“ wird aus den Prozentanteilen positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der neutralen Antworten gebildet.

Details zum Ergebnis gibt's bei der IV OÖ. 


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