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Uli Böker: „Der dezentrale Hochwasserschutz ist ein effektives, zusätzliches Instrument“

Andreas Hamedinger, 08.01.2019 10:26

OBERÖSTERREICH. „Wir müssen beim Hochwasserschutz um- oder besser weiterdenken. Der normale, zentrale Hochwasserschutz alleine reicht nicht. Wir müssen den dezentralen Hochwasserschutz forcieren und ausbauen. Denn damit können wir die Ursachen vermindern, dass Hochwässer überhaupt entstehen“, erklärt die ehemalige Bürgermeisterin von Ottensheim, Uli Böker.

Die Folgen des Hochwassers aus dem Jahr 2013 sind uns noch in Erinnerung. Foto: Weihbold
Die Folgen des Hochwassers aus dem Jahr 2013 sind uns noch in Erinnerung. Foto: Weihbold

Bei der derzeitigen Klimaentwicklung müssen wir dies in den Fokus rücken“, erklärt die jetzige Grüne Hochwasserschutzsprecherin Landtagsabgeordnete Uli Böker. Es ist unbestritten, dass der Klimawandel zu Wetterextre­men führt – neben Hitzewellen mit Trockenheit auch Starkregen einschließlich Hochwassergefahr. Böker: „Wir stehen vor der Herausforderung, natürlich den Klimawandel zu bremsen. Aber auch uns beim Hochwasserschutz an diese dramatische Entwicklung anzupassen und ein Bündel von Maßnahmen zu setzen. Dazu zählt der dezentrale Hochwasserschutz und dafür brauchen wir auch zusätzliche Fördermöglichkeiten.“

Ziel ist dezentraler Hochwasserschutz

Denn das derzeitige Wasserbautenförderungsgesetz umfasst laut der Politikerin nur den Bau von Dämmen und großen Retentionsbecken, nicht aber den dezentralen Hochwasserschutz. Dieser konzentriert sich nicht nur auf die Fließgewässer selbst, sondern beinhaltet Maßnahmen, die im gesamten Einzugsgebiet an einer Vielzahl von Stellen und nahezu innerhalb jeder Landnutzungsform umgesetzt werden können – unter anderem die Schaffung kleiner Speicherräume zur Abflussreduktion, die Förderung der Wasserspeicherfähigkeit durch angepasste Bewirtschaftung auf landwirtschaftlichen Flächen und in Wäldern sowie den Regenwasserrückhalt im bebauten Gebiet. Böker: „Der dezentrale Hochwasserschutz ist ein effektives, zusätzliches Instrument. Von seiner Funktionsweise haben wir uns bei der Exkursion des Umweltausschusses des Oö. Landtags zur Feldaist bei Pregarten ein Bild machen können. Er ist ein Instrument, das nicht nur Hochwässer reduziert, sondern Trockenperioden mildert, Bodenerosion bremst und dazu die Artenvielfalt fördert“, betont Böker. Sie schlägt vor, „ein Pilotprojekt in Oberösterreich zu starten, mit dem dezentraler Hochwasserschutz in der Praxis getestet werden kann.“


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