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OTTENSHEIM Die Menschen werden immer älter. Eine der unangenehmen Folgen davon – Demenz. Um Betroffenen zu helfen, gibt es in Ottensheim seit elf Jahren eine Demenzservicestelle des Vereins MAS Alzheimerhilfe. Die Sozialarbeiterin Karin Laschalt ist für Betreuung Angehöriger zuständig. Gleichzeitig leitet sie die Demenzservicestelle Ottensheim.
 

Menschen brauchen soziale Kontakte - auch im Falle einer Demenzerkrankung. Foto: Wodicka
Menschen brauchen soziale Kontakte - auch im Falle einer Demenzerkrankung. Foto: Wodicka

Tips: Was sind die Aufgaben der Demenzservicestelle?

Laschalt: Wir sind zuständig für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Wir bieten Beratung für Betroffene und Angehörige, Vorträge, Angehörigentreffen, psychologische Abklärung und Früherkennung und stadiengerechtes Training für Menschen mit Demenz sowie Gedächtnistraining für Menschen, die ihr Gedächtnis fit halten wollen.

Tips: Wie erkennt man Demenz frühzeitig? Was ist dann zu tun?

Laschalt: Mögliche Warnsignale können sein: Abnahme der Merkfähigkeit, Veränderungen der Sprache, Wortfindung, Fadenreißen im Gespräch, Konzentrationsschwierigkeiten, Orientierungsprobleme, Schwierigkeiten bei der Ausführung komplexer aber bekannter Aufgaben aber auch Veränderungen im Verhalten – wie Beschuldigungen und aggressive Verhaltensweisen. Aber nicht jedes Vergessen muss Alzheimer oder Demenz sein. Daher ist eine möglichst frühe Abklärung wichtig.

Tips: Steht Demenz einmal fest, wie sollte man dann weiter vorgehen?

Laschalt: Gibt es eine medizinische Diagnose wird der zuständige Arzt vermutlich Medikamente zur Unterstützung verschrieben haben. Diese Medikamente sollen dazu beitragen, dass die Erkrankung langsamer fortschreitet. Zusätzlich zur medizinischen Behandlung bieten wir eine psychosoziale Methode an, um Betroffene zu unterstützen. In unseren stadiengerechten Trainingsgruppen werden die vorhandenen Fähigkeiten gezielt gefördert. Dies dient der Krankheitsbewältigung und soll gleichzeitig dazu beitragen, die Fähigkeiten, die trotz der Demenz noch vorhanden sind, zu trainieren und so möglichst lange zu erhalten. Für viele Betroffene und auch deren Angehörige ist es hilfreich, sich zum Thema Demenz beraten zu lassen. Wissen bringt Verständnis. Gerade in diesem sensiblen Bereich.

Tips: Wie sieht die Betreuung von Demenzkranken aus?

Laschalt: Wir haben in Urfahr Umgebung derzeit Gruppen für stadiengerechtes Demenztraining in Ottensheim, Oberneukirchen und Gramastetten sowie eine Präventionsgruppe. Die Demenzservicestelle Pregarten hat zusätzlich noch zwei stadiengerechte Gruppen in Gallneukirchen. Wenn jemand Interesse an einem MAS Demenztraining hat, möchten wir die Person vorher kennenlernen und vereinbaren einen Termin für ein Erstgespräch. Danach erfolgt die Einteilung, in welche Gruppe jemand am besten passt. Ein Training für Personen mit beginnender Demenz ist natürlich ein wenig anders aufgebaut, als ein Training für Personen mit mittelschwerer oder weit fortgeschrittener Demenz. Sollte jemand nicht mobil sein oder aus anderen Gründen nicht in eine Gruppe kommen können, bieten wir Einzeltraining zu Hause an.

Hilfe von Nachbarn und Freunden

Tips: Was erwartet mich als Betroffener, als Angehöriger im Falle der Erkrankung?

Laschalt: Für viele Menschen ist Demenz ein Schreckgespenst. Und natürlich ist die Erkrankung im Lauf der Zeit und mit Fortschreiten der Demenz mit vielen Einbußen verbunden. Aber gerade zu Beginn können Betroffene noch fast alles selbst machen. Im Verlauf der Krankheit gehen immer mehr Fähigkeiten verloren und bei immer mehr Tätigkeiten des Alltags wird Unterstützung nötig. Wenn Betroffene gut begleitet und auch geduldig betreut werden, ist trotz Demenz ein lebenswertes Leben möglich. Eine Angehörige erzählte uns über ihre Mutter, die eine fortgeschrittene Demenz hat: „sie sagt immer dass sie solches Glück hat so gesund zu sein, wo es anderen doch so schlecht geht und ihr geht es gut“. Es kommt also immer auf den Umgang mit Betroffenen an. Und um richtig mit Betroffenen umgehen zu können, brauchen auch Angehörige Unterstützung.

Tips: Wie gehe ich als Außenstehender damit um?

Laschalt: Oft ziehen sich Menschen aus dem Umfeld zurück, weil sie nicht wissen, wie sie am besten damit umgehen sollen. Aber betroffene Familien wünschen sich oft, dass ganz normal mit ihnen umgegangen wird. Oft können Bekannte und Freunde eine große Stütze sein, indem sie frühere Aktivitäten beibehalten. Soziale Kontakte sind für jeden Menschen wichtig, und ebenso für Menschen mit Demenz. Also bitte gehen Sie offen auf Betroffene zu, führen Sie ein nettes Gespräch oder laden Sie Ihren Nachbarn trotz Demenz auf einen Kaffee ein oder unternehmen einen gemeinsamen Spaziergang. Das kann auch für Angehörige sehr entlastend sein.

Kontaktdaten

Angehörige und Betroffene können Hilfe finden. Kontaktdaten: 0664/8546699; karin.laschalt@mas.or.at; www.alzheimerhilfe.at

 


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