Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

PERG. Am vergangenen Donnerstag wurde anlässlich des Jubiläums zehn Jahre PERGliest im Perger Kultur-Zeughaus der erste PERGamenta Literaturpreis vergeben.

  1 / 4   Juryvorsitzender Herber Dutzler, Germanistin und Schauspielerin Birgit Gassner, Viola Rosa Semper, Nadia Rungger, Sandra Kranzl und Günter Kowatschek Foto: gemeindejournal.at

Aus 357 Einreichungen galt es für die Jury die besten Texte zum vorgegebenen Thema „Vergänglich wie Stein“ auszuwählen. Keine einfache Aufgabe, betrachtet man die Vielzahl und auch die hohe Qualität der eingereichten Beiträge. „Ich ziehe seit Jahrzehnten als Deutschlehrer gegen die Einleitung zu Felde. Alle 357 Autoren haben darauf verzichtet“, schmunzelte der Juryvorsitzende Krimiautor Herbert Dutzler. Der Hauptpreis ging an Alice Pfeiffer aus Vorarlberg und ihre Kurzgeschichte „Fünf vor zwölf“. „In diesem kurzen, sehr kurzen Text eine Persönlichkeit, einen Charakter zum Leben zu erwecken, das darf als Kunst, sogar als große Kunst bezeichnet werden. Und dieses Kunststück gelingt dem Text. In wenigen Sätzen, wenigen Minuten werden wir versetzt in die Situation einer Bewohnerin eines Altersheims“, begründet die Jury. Leider konnte die Autorin aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Preisverleihung teilnehmen.Jugendpreis für Südtirolerin und ihren Text „Anlauf“

Mit dem Jugendpreis ausgezeichnet wurde die 17-jährige Südtirolerin Nadia Rungger. „Hier wurde ein äußerst kunstvoller, ein reifer Text vorgelegt, in dem zwei Erzählperspektiven einander in rascher Folge abwechseln: In der Ich-Perspektive haben wir teil an den Gedanken einer Person, die – möglicherweise – einen Selbstmord plant“, beschreibt die Jury. Rungger hat in ihrem jungen Alter bereits einige Erfolge vorzuweisen. Sie schreibt nicht nur auf Deutsch, sondern auch in ihrer Muttersprache Ladinisch.Apfeltörtchen ade, Perg ich komme

Beim Publikumsvoting überzeugte die erst 19-jährige Viola Rosa Semper. Insgesamt wurden 24 Texte online veröffentlicht. Mit mehr als 1000 Stimmen überzeugte die Online-Community ihr Text „Das alte Fotoalbum“. „Das Erste, das ich in meinem Leben mit Leidenschaft tat, war sprechen, plaudern und erzählen – und später: Alle meine Geschichten, Gedichte und Ideen aufschreiben“, so die junge Autorin aus Horn in Niederösterreich. Am Abend, als sie davon erfuhr, hatte sie gerade Apfeltörtchen gebacken und es kaum glauben können, dass es wirklich wahr ist. Aus den Törtchen wurde leider nichts, dafür hatte sie erfahren, dass sie mit ihrem Vater nach Perg anreisen darf, um den Preis entgegenzunehmen.

Ganz alleine machte sich die Südtirolerin Rungger auf nach Perg, um an der Veranstaltung teilzunehmen. Sie erlebte noch einen schönen zweiten Tag in Perg und besuchte das Steinbrecherhaus sowie den Erdstall. Mit vielen Eindrücken verließen nicht nur die beiden talentierten Preisträgerinnen, sondern auch die Besucher der Preisverleihung die Veranstaltung.

Was PERGliest sich vorgenommen hatte, war, jungen Autoren eine Bühne zu geben. Dies ist mit diesem Preis gelungen. Man darf gespannt sein, was man von diesen Frauen noch alles hören wird. Dass die erste PERGamenta immer ein ganz besonderer Teil der PERGliest-Geschichte bleiben werden, so viel steht fest. Bei köstlichen Brötchen der Perger Bäuerinnen, einem Glaserl Wein und vielen Gesprächen ließ man den stimmungsvollen Abend ausklingen. Allen voran auch der Arbeitskreis, der ein ganzes Jahr für das Programm und die vielen tollen Veranstaltungen arbeitet und nun stolz auf die PERGamenta zurückblicken kann.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden