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BEZIRK. Die aktuellen Kriege und Terror-Akte weltweit zwingen Millionen Menschen – Frauen, Männer und Kinder – zur Flucht. Für rund 900 Schutzbedürftige konnte inzwischen im Bezirk Perg ein Quartier gefunden werden. Anfang des Jahres 2016 wird die 23. Gemeinde Asylwerber aufnehmen. Damit nähert man sich langsam der geforderten Quote.

Marie-Katrin Pettighofer schenkt Arman ihre Zeit und startet als Erste als Patin in das Projekt „Du & Du“.

Unter jenen Flüchtlingen, die in Österreich und Oberösterreich ankommen und ihren Asylantrag stellen, sind aktuell immer mehr sogenannte „unbegleitete minderjährige Fremde“ (UMF). Also Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, hauptsächlich männlich, die ohne Begleitung die Flucht bis nach Österreich geschafft haben. In ganz Oberösterreich ist man derzeit drauf und dran, weitere Quartiere für junge Flüchtlinge zu finden.

Seit September sind in Perg bereits 32 unbegleitete Kinder und Jugendliche in einem Containerdorf untergebracht, die dort von der Volkshilfe rund um die Uhr betreut werden. Zusätzlich gibt es das Projekt „Du & Du“, durch welches Patenschaften für die Kinder und Jugendlichen übernommen werden können.

Über Patenschaft zur Pflegeelternschaft

Die Obsorge über die minderjährigen Flüchtlinge wird von der jeweils örtlichen Bezirksverwaltungsbehörde wahrgenommen. Diese und die Betreuer in den Quartieren kennen somit den minderjährigen Flüchtling und dessen Bedürfnisse am besten. Sie können auch im Einvernehmen mit dem Jugendlichen herausfinden, ob eine Betreuung außerhalb eines Quartiers, z. B. bei Pflegepersonen, in Frage kommt. „Durch eine Patenschaft kann man die Jugendlichen kennen lernen und sich dann entscheiden, ob man sie in die Familie aufnehmen möchte“, erklärt Richard Klinger von der Kinder- und Jugendhilfe, „hat man diese Entscheidung getroffen, meldet man sich bei uns, dann kommt es zu einem Gespräch, die Umstände zu Hause und auch die Beweggründe werden genau geprüft und nach Abschluss des verkürzten Pflegeeltern-Verfahrens kann das Kind in die Familie.“ Vor allem für die jüngsten unter diesen Flüchtlingen stellt diese Unterbringung eine gute Alternative dar. Sie finden sich im Familienverbund besser zurecht und fühlen sich geborgen.

Erste Gespräche laufen bereits im Bezirk, in Rohrbach wurden auch schon Kinder in Familien aufgenommen. Die Betreuung in einem Pflegeverhältnis endet grundsätzlich mit der Vollendung des 18. Lebensjahres des minderjährigen Flüchtlings. Damit endet auch die Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe. Im Einzelfall kann diese Unterstützung bis zum 21. Lebensjahr verlängert werden.

Insgesamt ist der Bezirk, was die Erfüllung der geforderten Quote von 1,5 Prozent für die Unterbringung von Flüchtlingen betrifft, auf einem guten Weg. „Unsere Strategie ist, dass wir dort, wo wir die 1,5 Prozent noch nicht erreicht haben, nach zusätzlichen kleinen Unterkünften schauen, die wir dann von der zuständigen Organisation in der Gemeinde mitbetreuen lassen können“, erklärt Bezirkshauptmann Werner Kreisl, der mit einer Steuerungsgruppe für die Koordination zuständig ist.

„Ich bin froh, dass die Gemeinden so mitspielen, das ist nicht selbstverständlich. Obwohl wir in allen Orten überschaubare Zahlen haben, erfüllen wir unsere Aufgabe schon gut und schaffen es so auch, die Menschen gut zu integrieren.“

Quartiere in 23 von 26 Gemeinden

Vor allem die Verteilung hat bisher im Bezirk sehr gut funktioniert. Bald werden 23 von 26 Gemeinden Flüchtlingen Unterkünfte zur Verfügung stellen. „Wenn wir jetzt unsere Hausaufgaben erfüllen, dann können wir entscheiden, wie wir die Flüchtlinge verteilen, und kommen so nicht in die Situation, über Großquartiere mit dem Bund diskutieren zu müssen“, ist Kreisl überzeugt, „man sieht, wenn man will, dann bringt man gemeinsam auch was zusammen.“?


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