Silvester-Knallerei: Experten warnen vor gefährlichen Feuerwerkskörpern aus Ausland
BEZIRK. Der Jahreswechsel steht vor der Tür und zu Silvester werden wieder zahlreiche Feuerwerkskörper den Himmel erhellen. Fachleute warnen einmal mehr vor pyrotechnischen Artikeln aus dem Ausland. In Gemeinden wird auf Feinstaub- und Lärmbelastung hingewiesen und um rücksichtsvollen Umgang ersucht.

Schon Tage vor Silvester schießen übereifrige Knaller-Freunde die ersten Böller. Richtig los geht es dann meist kurz vor Mitternacht. Grundsätzlich ist auch das Abschießen von Feuerwerken der Klasse F 2 in Ortsgebieten nicht erlaubt. Für den Jahreswechsel sprechen viele Gemeinden eine auf 22 bis 2 Uhr eingeschränkte Erlaubnis aus, weil es ohnehin schwierig sei, dies zu untersagen und vor allem zu kontrollieren.
In einem Schreiben bittet z. B. die Stadt Perg dennoch um rücksichtsvollen Umgang und macht auf die erhöhte Feinstaubbelastung und den Stress für Mensch und Tier aufmerksam. Die Grünen hätten in der letzten Gemeinderatssitzung per Dringlichkeitsantrag die Aufhebung dieser Verordnung erwirken wollen. Darauf konnte man sich mit den anderen Parteien aber aufgrund unrealistischer Aussichten in der Umsetzung nicht einigen.
Pyrotechnik-Gesetz wird nicht ernst genommen
Die Wirtschaftskammer Oberösterreich warnt vor allem vor pyrotechnischer Importware aus dem Ausland, z. B. aus Tschechien und Polen. Zu kurze Verzögerungszeiten nach der Zündung und zu hohe Ladegewichte seien ernsthafte Sicherheitsrisiken. „Online-Shops aus dem Osten erleben jetzt eine Hochkonjunktur. Leider ist es so, dass unser Pyrotechnik-Gesetz das auch fördert“, weiß auch Reinhard Pilz, der als „Pyro-Pilz“ von Ried in der Riedmark auch Feuerwerkskörper vertreibt. „Es kommen oft Leute zu uns, zeigen mir was und fragen, ob ich das auch habe. Das sind oft Feuerwerke der Klassen F 3 und F 4, die nicht erlaubt sind, aber sie bekommen es überall. Das wird einfach in einem Packerl zugestellt.“
Seit Sommer 2015 gibt es in Österreich eine gesetzliche Auflockerung. Verbundfeuerwerke mit mehreren zusammengehängenden Batterien dürfen nun als Klasse F 2 verkauft werden. Die Zündungen müssen aber bereits zusammengebaut sein. Früher wäre das noch unter Klasse F 4 gefallen. Eine Batterie darf aber 500 Gramm NEM (Nettoexplosivmasse) nicht übersteigen.
Im Schnitt geben hierzulande Kunden rund 50 Euro für Feuerwerke aus, informiert die Wirtschaftskammer. Pyro-Pilz verrät, dass seine Kunden da noch etwas tiefer in die Tasche greifen. Während bei Hochzeiten eher Böller bevorzugt werden, setzen die Kunden zu Silvester mehr auf leuchtende Feuerwerke. Und apropos Schweizerkracher: Diese dürfen seit heuer nicht mehr verkauft werden, aber bis 2017 noch verwendet werden. Die neuen Böller funktionieren nicht mehr mit einem Blitzknallsatz, sondern mit Schwarzpulver und sind deswegen auch nicht mehr so laut.
Sicher einkaufen und sorgsamer Umgang
Wichtig ist auf jeden Fall, dass man sich, wenn man schon eine Leidenschaft für laute und helle Knall- und Lichteffekte hat, an den heimischen Händler des Vertrauens wendet, der mit Ware handelt, die CE-zertifiziert und auch ungefährlich sind. Wer sich informieren möchte, ist auch auf der Website von Reinhard Pilz gut aufgehoben. Darüber hinaus kann auch er, ebenso wie seine Kollegen, mit gutem Rat zur Seite stehen. Auf keinen Fall gehören diese pyrotechnischen Artikel aber in die Hände von Kindern und Betrunkenen.


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