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Kinderbetreuungsatlas: Ausbau der Betreuungseinrichtungen im Bezirk Perg kommt nur schleppend voran

Leserartikel Carina Panholzer, 01.12.2017 11:16

BEZIRK PERG. Wenig Grund zum Jubeln gibt es derzeit in Oberösterreich für berufstätige Eltern und ihre Kinder. Nach der Hiobsbotschaft, dass die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten für Eltern in Zukunft nicht mehr kostenfrei sein soll, sind auch die Ergebnisse des mittlerweile 18. AK-Kinderbetreuungsatlas nicht wirklich ermutigend. Der Ausbau der Betreuungseinrichtungen kommt nur schleppend voran, vor allem bei den Öffnungszeiten tut sich wenig. Im Bezirk Perg gibt es unverändert sieben 1A-Gemeinden. Mauthausen ist als 1A-Gemeinde neu dazugekommen, Klam hat seinen 1A-Status aufgrund einer Veränderung bei der Sommerbetreuung verloren und ist jetzt eine A-Gemeinde.
 

Foto: Wodicka
Foto: Wodicka

„Uns ist bewusst, dass die Finanzierung der Kinderbetreuung für viele Gemeinden ein Problem darstellt. Eine faire Verteilung der Kosten ist uns daher ebenso ein Anliegen wie ein flächendeckendes, qualitativ hochwertiges Angebot“, sagt AK-Präsident Johann Kalliauer. Er appelliert an das Land Oberösterreich, nicht auf dem Rücken der Familien zu sparen.

Kinderbetreuung unter der Lupe

Mit dem Kinderbetreuungsatlas gibt die AK jedes Jahr einen Überblick über das Angebot in den oberösterreichischen Gemeinden. Als Maßstab für das Ermöglichen einer Vollzeitbeschäftigung haben wir auch heuer wieder den Vereinbarkeitsindikator für Beruf und Familie (VIF) herangezogen, der für Kindergärten folgende Kriterien vorsieht: mindestens 45 Stunden wöchentliche Öffnungszeit, werktags Montag bis Freitag, an vier Tagen pro Woche mindestens 9,5 Stunden geöffnet, Mittagessen zumindest von Montag bis Donnerstag, maximal fünf Wochen im Jahr geschlossen. 

Jene Gemeinden, die alle diese Voraussetzungen erfüllen und darüber hinaus auch eine Betreuung für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder anbieten, haben wir als „1A-Gemeinden“ besonders positiv hervorgehoben.

„1A“ sind im Bezirk Perg sieben Gemeinden

Katsdorf, Langenstein, Luftenberg a.d.D,. Mauthausen, Ried i.d.R.,  Sankt Georgen a.d.G. und Schwertberg sind 1A - das sind 26,9 Prozent aller Gemeinden des Bezirks. Der Bezirk Perg liegt damit über dem Oberösterreich-Durchschnitt von 19,2 Prozent. Wermutstropfen: Die Bezirkshauptstadt Perg ist nicht 1A.

Von den 52 oberösterreichischen Gemeinden, die ihre Angebotssituation seit dem Vorjahr verbessern konnten, entfallen fünf auf den Bezirk Perg. 

 

Die Verbesserungen im Bezirk im Detail

Allerheiligen i.M. hat die Betreuung für Unter-Dreijährigen eingeführt.

Grein und Mauthausen haben die Öffnungszeiten verlängert.

Mitterkirchen i.M. hat die Öffnungszeiten verlängert und das Mittagessen im Kindergarten eingeführt.

Münzbach hat im Kindergarten das Mittagessen eingeführt.  

Acht der insgesamt 26 Gemeinden (30,8 Prozent) im Bezirk fallen in die Kategorie „A“ und haben sowohl ein Angebot für Unter-Dreijährige und Volksschulkinder als auch einen Kindergarten mit Mittagessen und Öffnungszeiten von mehr als acht Stunden täglich (OÖ: 38,5 Prozent).  

In 7,7 Prozent der Perger Gemeinden (OÖ: 10,0 Prozent) gibt es kein Betreuungsangebot für Unter-Dreijährige, in 11,5 Prozent keine Betreuung für Volksschulkinder (OÖ: 8,4 Prozent). 69,2 Prozent der Gemeinden bieten zumindest an vier Tagen in der Woche ein Mittagessen im Kindergarten an (OÖ: 78,1 Prozent), und 42,3 Prozent haben Kindergärten, die weniger als acht Stunden täglich geöffnet sind (OÖ: 35,3 Prozent).

„Die Abschaffung der kostenfreien Nachmittagsbetreuung im Kindergarten ist ein negatives Signal für berufstätige Eltern und ein schwerer Schaden für die Bildungschancen unserer Kinder“, sagt AK-Präsident Kalliauer. Betreuungsplätze, die eine Vollzeitbeschäftigung beider Elternteile ermöglichen, seien in Oberösterreich ohnehin dünn gesät. „Es gibt nur für 21,4 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen solche Plätze, das ist gegenüber dem Vorjahr sogar ein Rückgang. Und bei den Unter-Dreijährigen sind wir im Bundesländervergleich mit großem Abstand Schlusslicht“, kritisiert Kalliauer.

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