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BEZIRK PERG. Aufgrund der vielen Vorfälle zu Gewalt an Schulen in den letzten Wochen hat sich Tips mit der Perger Schulqualitätsmanagerin Notburga Astleitner unterhalten.

Immer öfters werden Schüler gewalttätig. Das soziale Umfeld spielt dabei eine Rolle. Foto: Roman Bodnarchuk/Shutterstock.com

Tips: Wie laut läuten bei Ihnen die Alarmglocken, wenn es um Gewalt an Schulen geht?

Astleitner: Ich bin seit 15 Jahren Schulinspektorin und es war mir immer ein großes Anliegen, dass es eine Null-Toleranz-Grenze in unseren Schulen gibt. Dabei meine ich körperliche, aber auch verbale Gewalt. Ich verlange von meinen Schulleitern, dass sofort eingeschritten wird, wenn Grenzen überschritten werden. In gravierenden Fällen geschieht dies in Absprache mit mir.

Tips: Hat es in den letzten Monaten auch Vorfälle im Bezirk Perg gegeben?

Astleitner: Natürlich gab und gibt es auch Vorfälle im Bezirk Perg, wir sind leider keine „Insel der Seligen“.

Tips: Glauben Sie, dass es in Hinblick auf Gewalt an Schulen ein Stadt-/Landgefälle gibt?

Astleitner:Das kann man nicht generalisieren. Es kommt immer auf das soziale Umfeld des Schülers an. Eine besondere Rolle und Verantwortung hat dabei das Elternhaus. Es wird ja kein Kind gewalttätig geboren.

Tips: Man hört von Mobbing bis hin zu Waffen in Schultaschen – würden Sie von einer bedrohlichen Entwicklung sprechen?

Astleitner:Wir müssen auf alle Fälle genau hinschauen und sofort Grenzen setzen. Bei Grenzüberschreitungen muss es umgehend Konsequenzen geben, das ist sehr wichtig.

Tips: Haben Sie das Gefühl, dass Lehrer an Autorität verlieren?

Astleitner:Natürlich sind die Herausforderungen andere als früher. Dies hängt sehr stark auch mit den Veränderungen in der Gesellschaft zusammen. Besondere Sorge bereitet mir hier die rasante Entwicklung bei den sozialen Medien.

Tips: Bezüglich Time-out-Klassen – ist das auch bei uns im Bezirk Perg ein Thema?

Astleitner:Ich habe jede Schule beauftragt, für Time-out-Möglichkeiten zu sorgen. Diese sehen je nach Schulstandort und Notwendigkeit unterschiedlich aus. Dafür gibt es auch Ressourcen.

Tips: Wie schauen diese aus?

Astleitner: Ein im Bezirk erstellter Leitfaden für den „Umgang mit Kindern, die Probleme haben und machen“ hilft Schulen, Schritt für Schritt zunächst die Eltern einzubeziehen und dann Experten zu Hilfe zu bitten. Dies sind zum Beispiel in diesem Bereich besonders ausgebildete Betreuungslehrer, Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen. Die Polizei bietet ebenfalls hervorragende Unterstützung, beispielsweise zum Thema „Kriminalität im Internet“. Es gab und gibt Fortbildungsreihen für Lehrer zum Thema „Konfliktmanagement“. Manche Schulen bilden Schüler zu Konflikt-Lotsen aus, haben Streetworker oder ausgebildete Peers, manche haben Buddy-Systeme. Volksschulen erarbeiten mit „Friedenstreppen“ den toleranten Umgang miteinander.


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