"Weg der Menschenrechte" zeigt Spuren der KZ-Häftlinge
MAUTHAUSEN. Mit dem Weg der Menschenrechte ist ein neues Angebot entstanden, das sich Menschen widmet, die sich besonders für Menschen- und Kinderrechte eingesetzt haben. Auch aktuelle Menschenrechtsfragen werden sichtbar gemacht.

Der Weg führt in drei Etappen vom Bahnhof Mauthausen bis zum Haus der Erinnerung in St. Georgen an der Gusen. Die Menschen- und Kinderrechte werden in all ihrer Breite aufgezeigt. Die Texte auf den insgesamt 28 Tafeln wurden von Jugendlichen geschrieben und die Porträts wurden von der Künstlerin Nina Maron gemalt. QR-Codes führen auf die Homepage der Bewusstseinsregion, die weitere Informationen zu den einzelnen Menschen verraten. Eine erste geführte Tour gibt es beim fünften Menschenrechtesymposium Anfang November.
Der Weg der Häftlinge
„Wir haben in den letzten Jahren durch unsere Arbeit das Bewusstsein in der Bevölkerung verbessert. Wir sind also auf dem richtigen Weg. Und durch diesen neuen Weg ist ein weiteres Angebot entstanden“, sagt Langensteins Bürgermeister und Bewusstseinsregion-Obmann, Christian Aufreiter. Mauthausens Bürgermeister, Thomas Punkenhofer, setzt fort: „Menschenrechte sind keine Selbstverständlichkeit. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass es kein Leidensweg ist, sondern ein Weg der Erinnerung.“ In 13 Stationen wird in Mauthausen jener Weg gegangen, den auch die Häftlinge gegangen sind - vom Bahnhof zur Gedenkstätte. Dabei werden Themen der Bevölkerung, der Wirtschaft, das Konzentrationslager und das Zusammenleben mit der SS aufgezeigt.
Enthüllung im November
„Die Gedenkarbeit war lange eine Arbeit für Einzelkämpfer, doch das Konzentrationslager endete nicht an der Lagermauer“, wie Martin Dunst von der Gedenkstätte Mauthausen betont und die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hervorhebt. Die Gedenkstätte hat bereits im Vorfeld virtuelle Wanderungen von Mauthausen und Gusen online gestellt und eine App entwickelt, mit vielen Informationen rund um die NS-Zeit. Ein Highlight stellt für die Geschäftsführerin der Bewusstseinsregion, Andrea Wahl, ein überdimensional großes Bild der Menschenrechtskämpfer dar. Dieses wird im November an der Außenmauer vom Haus der Erinnerung feierlich enthüllt. In St. Georgen an der Gusen ist die dritte Etappe der bereits vorhandene Audioweg.
Der Weg der Menschenrechte ist auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erschließbar. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Gedenkdienstkomitee Gusen, perspektive Mauthausen und der KZ-Gedenkstätte Mauthausen entstanden. Es wurde von einer Projektgruppe entwickelt und im Rahmen des Erasmus+ Projektes und des transnationalen Leader Projektes mit Hilfe der Europäischen Union, Bund und Land unterstützt.
Fünftes Menschenrechtesymposium
Vom 4. bis 7. November und am 9. November findet das fünfte Symposium statt. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf Artikel 4 „Verbot der Sklaverei und des Sklavenhandels“ der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. In Bezug zur NS-Zeit werden die verschiedenen Formen der Zwangsarbeit aufgezeigt und in die Gegenwart gelegt. Das gesamte Programm ist auf der Homepage www.menschenrechtesymposium.eu zu finden. Auch Anmeldungen zu den einzelnen Veranstaltungen sind über Homepage möglich.


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