„Wir haben durch Delta auch bei den Kindern schwere Krankheitsverläufe“

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Mag. Melanie Mai Mag. Melanie Mai, Tips Redaktion, 30.11.2021 09:40 Uhr

PERG. Letzte Woche hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) grünes Licht für die Impfung von Biontech/Pfizer bei Kindern ab fünf Jahren empfohlen. Tips hat dazu mit dem Perger Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde Edwin Schwarzinger gesprochen.

Tips: Mit welchen Fragen, Sorgen, Ängsten bezüglich Corona kommen Eltern in ihre Praxis?

Schwarzinger: Besonders häufig wird gefragt, ob man sich während der Schwangerschaft oder während der Stillzeit impfen lassen kann. Aufgrund der mittlerweile sehr guten Datenlage kann man dies auf alle Fälle mit einem „Ja“ beantworten. Man kann damit Schwangerschaftskomplikationen bei Covid-Infektion vermeiden und stillende Mamas können bei Immunisierung auch ihre Babys schützen.

TipsWelche Fragen tauchen noch auf?

Schwarzinger: Ob die Covid-Impfung für Kinder auch von meiner Seite empfohlen wird. Bei millionenfachen Impfungen der Kinder kann man auf sehr gute Studien und ausreichende Beobachtung zurückgreifen und das Ergebnis zeigt, die Impfung wirkt und ist sicher.

TipsGibt es konkrete Impfreaktionen, die sich bei Kindern ab fünf Jahren zeigen?

Schwarzinger: Die Impfreaktionen sind wie bei all den anderen vertrauten Impfungen möglicherweise Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen in den ersten drei Tagen. Weiters kann an der Injektionsstelle eine schmerzhafte Schwellung auftreten. Diese Reaktion des Immunsystems ist vom Alter unabhängig. Zur Linderung dieser Beschwerden sind bewährte kindgerechte, fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente möglich. Empfehlenswert ist außerdem, in diesem Zeitraum körperliche Belastung bzw. sportliche Aktivitäten zu vermeiden. Falls das Kind länger als drei Tage hoch fiebert oder sich längerfristig abgeschlagen, nicht belastbar zeigt oder Atemprobleme aufweist, ist eine ärztliche Kontrolle erforderlich.

TipsWird in ihrer Praxis die Covid-Impfung verabreicht?

Schwarzinger: Die Impfungen werden vorerst in den öffentlichen Impfstraßen angeboten.

TipsHaben sie einen Rat für all jene Eltern, die sich noch nicht sicher sind, ob sie ihre Kinder impfen lassen sollen?

Schwarzinger: Für die Impfung spricht der hohe Nutzen. Spätestens nach der dritten Coronawelle und mit dem Auftreten der Delta-Variante hat man auch bei Kindern schwere Krankheitsverläufe mit Langzeitfolgen (Long Covid) feststellen müssen. Die Delta-Mutation ist zudem sehr infektiös und spiegelt sich besonders in den hohen und ständig steigenden Inzidenzen bei Kindern unter zwölf Jahren wider. Zudem tragen Kinder und Jugendliche derzeit entscheidend zur Verbreitung des Virus besonders in Familien bei. Je höher die Zahl der nicht geimpften Personen in einer Gruppe, ob Kindergarten, Schulklasse, Vereine etc. ist, desto höher ist das Risiko jedes Einzelnen, sich zu infizieren und desto leichter hat es das Covid-Virus, andere zu infizieren. Mit der Impfung schützen wir nicht nur uns selbst und unsere Familien, sondern schützen auch diejenigen, welche sich selbst nicht schützen können. Dazu zählen auch Säuglinge, Kinder unter fünf Jahren, aber auch immunsupprimierte Babys und Kinder. Jeder Einzelne hat also eine soziale Verantwortung und trägt seinen Beitrag dazu bei, dass eine sogenannte Herdenimmunität erreicht werden kann. Daher: Bitte lasst euch impfen!

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