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BEZIRK PERG/OÖ. Die Pandemie hat bei den Jugendlichen Spuren hinterlassen. Der psychischen Gesundheit von jungen Menschen möchten Experten aus Politik und Gesundheit daher besonders viel Aufmerksamkeit schenken.

Die Pandemie ist ein Katalysator für psychische Probleme. (Foto: Antonio Guillem/Shutterstock.com)
Die Pandemie ist ein Katalysator für psychische Probleme. (Foto: Antonio Guillem/Shutterstock.com)

Corona erzwingt seit über zwei Jahren massive Eingriffe in das tägliche Leben. Diese Einschnitte rufen „Nebenwirkungen“ hervor, die das soziale Leben belasten – insbesondere das junger Menschen, wie eine aktuelle Erhebung der Sozialversicherungen zeigt.

Corona als Katalysator

So ist der Anteil an Antidepressiva bei Jugendlichen um 40 Prozent gestiegen. „Corona ist nicht eine Ausnahmesituation, sondern Corona ist in vielem ein Katalysator. Das Thema wird nicht mit dem Ende der Pandemie verschwinden“, erklärt Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. Für Jugend-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) unterstreichen die Daten die Notwendigkeit von Beratungsangeboten für junge Menschen: „Wir sind für alle Jugendlichen da, die unsere Unterstützung brauchen.“ Der Politiker beauftragte das JugendService mit einer Ausarbeitung von Schwerpunkten. Gemeinsam mit den Info­stores wurde ein Konzept mit vier Themengebieten entwickelt: Essstörungen, Autoaggression, Schlafstörungen und Stress. Um die Informationen zugänglich zu machen, wird an einer Plattform gearbeitet, die zu Semesterferienstart online gehen soll.

Wichtige Ansprechpersonen

„Auffallend häufig sind Probleme wie depressive Verstimmungen, Stress, Antriebslosigkeit, Unsicherheitsgefühle, Unruhe, Angstzustände, Versagensängste, Schlafstörungen und sozial auffälliges Verhalten. Häufig wird über sozialen Rückzug auch im familiären Umfeld berichtet. Das Entwickeln von Essstörungen oder selbstverletzendem Verhalten sind Beispiele für einen höchst problematischen Umgang mit solchen Situationen. Sollte so etwas beobachtet werden, sollten jedenfalls Ärzte, Therapeuten und/oder psychosoziale Beratungsstellen zu Rate gezogen werden“, sagt David Wahl vom JugendService Perg. Der Jugendberater betont auch, dass es wichtig ist, das Verhalten von Jugendlichen zu beobachten: „Jugendliche sollten immer wissen, wohin sie sich mit Sorgen und Problemen wenden können. Eltern stellen hier eine sehr wichtige Ressource dar. Es sollte immer möglich sein, dass es auch in konfliktreichen Phasen Auszeiten gibt, in denen Eltern und Kinder abseits des Konfliktes auf vertrauter Ebene sprechen können.“

Vertrauliche Beratungen

Grundsätzlich bietet das JugendService eine Möglichkeit, sich zu allen Themen des Alltags und darüber hinaus beraten zu lassen. Neben Eltern sind die Hauptzielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 26 Jahren. „Im Umgang mit Themen und Problemen ist es zuerst ganz wichtig, einen sicheren Rahmen und Vertrauen herzustellen. Jugendliche brauchen Sicherheit, dass sie mit ihren Themen ernst genommen, empathisch und wohlwollend behandelt werden. Besonders wichtig ist die Verschwiegenheitspflicht von uns Beratern – diese schafft zusätzlich einen vertrauten Rahmen. Je nach Thematik, die sich manchmal auch erst im Verlauf eines Gesprächs zeigt, werden individuell Informationen aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Die Beratung durch das JugendService orientiert sich an den Bedürfnissen der Personen“, führt Wahl seine Arbeit weiter aus.

JugendService ist präsent

Damit die Jugendlichen auf das Beratungsangebot aufmerksam werden, ist das JugendService im Bezirk Perg aktiv unterwegs: „Wir sind an Schulen, um Workshops zu den unterschiedlichen Themen durchzuführen. Das ist besonders hilfreich, um den Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben, uns kennenzulernen und mehr über unsere Arbeit zu erfahren. Ebenso sind wir auf der WKO Perg Lehrlingsmesse oder auf Elternabenden vertreten“, betont Wahl abschließend.

Das JugendService Perg ist im Normalbetrieb persönlich, telefonisch (0664/6007215917), per Mail (jugendservice-perg@ooe.gv.at) oder online unter www.jugendservice.at erreichbar.

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