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16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen im Bezirk Perg

Jennifer Wiesmüller, 14.11.2025 07:54

PERG/SCHWERTBERG. „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ ist eine internationale Kampagne, die jedes Jahr vom 25. November bis zum 10. Dezember stattfindet. Dieser Zeitraum wird auch im Bezirk Perg genutzt, um dem Thema Partnergewalt besondere Aufmerksamkeit zu geben.

Engagement gegen Gewalt: Elisabeth Glawitsch (l.) von der Initiative StoP und Heidi Wabro von der Frauenberatung Perg. (Foto: Tips/Jennifer Wiesmüller)

Zum Auftakt der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ findet am Dienstag, 25. November, 16 Uhr, eine Fahnenhissung am Stadtplatz in Perg statt. 13 rote Schuhpaare werden dabei aufgelegt – jedes Paar steht für eine Frau, die heuer in Österreich ermordet wurde. Namensschilder und Kerzen sollen zusätzlich an die Femizide erinnern. „Die Schuhe symbolisieren die Abwesenheit und die Leerstelle, die jedes Opfer hinterlässt, das allein deshalb ermordet wurde, weil es eine Frau war“, berichtet Heidi Wabro von der Frauenberatung Perg. „Hinter jedem Schuhpaar steckt eine Geschichte, ein gestohlenes Leben.“ Organisiert wird die Aktion gemeinsam von der Frauenberatung Perg und der Initiative StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt, die sich das ganze Jahr über für den Schutz und die Unterstützung von Frauen einsetzen. 

„Bitte einmischen“

Warum das Thema in die Öffentlichkeit gehört? „Für die Frauen ist es entlastend, wenn sie erkennen, dass sie kein Einzelfall sind“, betont Wabro. „Frauen fällt es außerdem leichter, aus einer Gewaltbeziehung auszusteigen, wenn sie ein Umfeld vorfinden, das ihnen zuhört, ihnen glaubt und keine Vorwürfe macht.“ Darum will man nicht nur Betroffene erreichen – die Frauenberatung und StoP Perg wenden sich auch bewusst an die Zivilbevölkerung. Im Mühlviertel sagt man gern: „Misch di ned in fremde Sochn ei“ – doch wenn es um Gewalt geht, ist genau das Gegenteil gefragt. Hier wird eine Kultur des Hinschauens und Einmischens gefördert. „Ein Schweigen kann als Zustimmung oder Akzeptanz dem Täter gegenüber gewertet werden.“

Ausstellung zum Ausborgen

Um die Zivilcourage im Bezirk Perg weiter auszubauen, ließ man sich etwas Besonderes einfallen: Eine Ausstellung zum Ausborgen. Auf zehn Roll-ups wird kompakt über das Thema Partnergewalt informiert. Die Ausstellung erklärt wichtige Begriffe, zeigt die verschiedenen Formen geschlechterspezifischer Gewalt auf und räumt mit Mythen und Vorurteilen auf. Außerdem werden Handlungsstrategien vorgestellt, wie man Betroffene selbst unterstützen kann. Auch Täterstrategien werden beleuchtet und Methoden der Zivilcourage vermittelt. „Die Roll-ups können kostenlos ausgeliehen werden, etwa für die Wissensvermittlung an Schulen, Gemeinden, in Vereinen, im Gesundheitswesen oder in Betrieben“, erklärt Elisabeth Glawitsch von der Initiative StoP.

Seit etwa dreieinhalb Jahren wird im Bezirk Perg StoP-Arbeit geleistet. „Es ist beeindruckend, wie viele Nachbarn, Engagierte, Gemeinden und Multiplikatoren sich in dieser Zeit eingebracht haben und bereit sind, gemeinsam ein sichtbares Zeichen gegen Partnergewalt zu setzen“, so Glawitsch. Ihr Ziel: Wenn man im Bezirk Perg Blau und Grün sieht – die Farben des StoP-Logos, soll man das mit der Initiative verbinden. Ähnlich wie das goldene M weltweit für McDonald“s steht.

Besser kontern

Die Frauenberatung und StoP Perg konnten im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ Melinda Tamás für einen Besuch in der Stadtbibliothek Perg gewinnen. Sie wird am Mittwoch, 26. November, 18 Uhr, aus ihrem Buch „No More Bullshit – sexistische Stammtischparolen besser kontern“ lesen.

Schweigemarsch in Schwertberg

Am darauffolgenden Tag, Donnerstag, 27. November, 19.30 Uhr, findet in Schwertberg ein Schweigemarsch statt. Eine Gruppe engagierter Frauen hat diesen ins Leben gerufen. „Gemeinsam wollen wir sichtbar machen, was nicht hinnehmbar ist: die Gewalt an Frauen – und die vielen Femizide, die jedes Jahr in Österreich geschehen“, betonen die Organisatorinnen. Frauen in weißen Kutten werden schweigend durch Schwertberg gehen, so viele, wie es heuer Femizide gegeben hat. Treffpunkt ist bei der Bartabrücke. Im Anschluss an den Schweigemarsch gibt es am Marktplatz einen kurzen Redebeitrag.

Frauenberatung Perg: Doktor-Schober-Straße 23, 4320 Perg

Frauenhelpline: 0800 222555


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