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Umgestaltungspläne Kaffeesiederei Blumensträußl – Offener Brief an das Denkmalamt

Jennifer Wiesmüller, 20.02.2026 12:06

GREIN. Der Betreiber der Kaffeesiederei Blumensträußl in Grein hatte geplant, in seinem Kaffeehaus ein Bistro zu eröffnen. Da Haus und Einrichtung in der Kaffeesiederei Blumensträußl unter Denkmalschutz stehen, wurden die Umgestaltungspläne ausgebremst (Tips berichtete). Viktor Zdrachal aus Wien hat einen offenen Brief an das Denkmalamt geschickt.

Das Bundesdenkmalamt bremste Umgestaltungspläne in der Kaffeesiederei Blumensträußl vorerst aus. (Foto: Tips)

Offener Brief von Viktor Zdrachal (Wien) an das Bundesdenkmalamt/ Landeskonservatorat für Oberösterreich:

Konsenslose Umgestaltung der Kaffesiederei „Blumensträußl“

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Sorge hörte ich von den Bestrebungen eines Eigentümers der Kaffeesiederei „Blumensträußl“ am Hauptplatz in Grein neben dem Stadttheater, Teile des Kaffeehauses (Schubertstüberl) neu einrichten und in ein „Bistro“ umgestalten zu wollen.

Durch Unterschutzstellung setzt das Denkmalamt als zuständige Behörde für den Schutz von historischen Bauwerken und kulturellem Erbe das Bestreben des Gesetzgebers um, Objekte, die sich in Privatbesitz befinden, für die Allgemeinheit zu erhalten, insbesondere wenn sie von besonderer geschichtlicher oder baugeschichtlicher Bedeutung sind.

Das Kaffeehaus „Blumensträußl“ steht seit 1972 unter Denkmalschutz, wobei im Unterschutzstellungsbescheid die Inneneinrichtung des Cafés (sein „Interieur“) besonders erwähnt wird. Die Ausstattung, zum Teil im biedermeierlichen Stil, hatte sich über Jahrzehnte weitgehend unverändert erhalten.

Das Kaffeehaus befindet sich mitten in der historischen Greiner Altstadt, und größere Veränderungen des tradierten lokalen Erscheinungsbildes würden im Kontext mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur von zahlreichen Greiner Bürgerinnen und Bürgern als massiv störend empfunden werden, sondern können auch auf den Tourismus negative Auswirkungen haben.

Der gerne als „Modernisierung“ umschriebene Wunsch nach Veränderung im Sinne höherer Umsätze steht oftmals hinter geplanten Umbauten, in deren Folge wertvolle und unersetzbare historische Details unwiederbringlich verloren gehen. Dabei wird jedoch nur allzu gerne übersehen, dass „neu“ noch lange nicht zwangsläufig „gut für den Umsatz“ bedeutet.

Was heute vielleicht gerade als „modern“ empfunden wird, ist wohl bereits in wenigen Jahren wieder überholt und unmodern. Historisches Ambiente wird hingegen auch in Zukunft seine Attraktivität nicht verlieren. Dem Denkmalamt kommt hier die wichtige Funktion zu, allzu destruktive Ambitionen der Eigentümer zu verhindern, um die geschützte Substanz in ihrem Bestand zu erhalten und auch noch für kommende Generationen zu retten.

Allzu viele historische Gasthäuser und Kaffeehäuser fielen bereits (oft erfolglosen) „Modernisierungen“ zum Opfer, und es sind inzwischen viel zu wenige Objekte erhalten, um leichten Herzens auf Kaffeehäuser mit Tradition – wie das historische „Blumensträußl“ – verzichten zu können. Bedenkt man darüber hinaus die Sensibilität der Lage mitten im historischen Zentrum von Grein, wird die Erhaltung zur Pflicht!

Ich ersuche Sie daher, als Behörde alles in Ihrer Macht Stehende zu unternehmen, um die Einrichtung des Kaffeehauses „Blumensträußl“ in ihrer historischen Form zu erhalten, beziehungsweise gegebenenfalls bereits begonnene „Umgestaltungsmaßnahmen“ notfalls durch Wiederherstellungsauftrag in den denkmalgeschützten Zustand rückführen zu lassen. Vielen Dank!


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