Schnitterfest im Naturpark: Ein altes Kulturgut lebt wieder auf
RECHBERG. Ein Schnitterfest findet am Samstag, 27. Juli, ab 10 Uhr bei Familie Thauerböck (vulgo Lindner) in der Naturparkgemeinde Rechberg statt.

Der von Familie Thauerböck in der Mühlviertler Alm-Gemeinde angebaute Kaltenberger Winterroggen wird an diesem Tag nach alter Tradition geerntet. Nach dem Schneiden des Korns wird es zu Garben gebunden und zum Trocknen zu Kornmandln zusammengestellt.
Mithelfen, Ausprobieren, Zuschauen
Das Wissen zum Binden des Strohs und zum Aufbau der Kornmandl haben die Familie Thauerböck und der Seniorenbund Rechberg. Hand anlegen bei der Ernte wird auch ein 20-köpfiges Freiwilligenteam aus ganz Österreich. Ein Mitglied dieser Gruppe kommt sogar aus San Francisco, USA, um bei dieser Aktion hautnah dabei zu sein. Unterstützt wird die Aktion auch vom Naturpark Mühlviertel und der Stiftung Naturparke. Inmitten der einzigartigen Mühlviertler Landschaft können regionale Produkte und natürlich auch der Roggen in flüssiger Form als Korn verkostet werden. Bei Schlechtwetter wird die Veranstaltung auf Sonntag, 28. Juli, verschoben. Der Eintritt ist frei.
Gegen Biodiversitäts- & Klimakrise
Der Kaltenberger Winterroggen ist eine alte Roggensorte der Region Mühlviertler Alm. Die extreme Winterhärte des Roggens garantiert, dass er selbst noch auf 800 bis 1000 Höhenmetern gedeiht. Die Körner sind zwar klein, jedoch von bester Qualität und höchster Energie. Das Stroh wurde aufgrund seiner Länge früher zum Dachdecken verwendet. Die Roggensorte ist aufgrund ihres geringen Ertrages und des leichten Ausfalls in Vergessenheit geraten. Es gab nur mehr eine Handvoll Körner von dieser alten, wertvollen Getreidesorte. Derzeit bauen vier Landwirte in der Region diesen Roggen wieder an. Die Körner werden zu edlen Produkten wie Whisky, Gin und Mehl weiterverarbeitet. Die Widerstandskraft des Roggenkorns ist in diesen verschiedenen Produkten spürbar. Der Roggen ermöglicht aufgrund seiner Größe und Dichte eine natürliche Unkrautbekämpfung und sein Stroh trägt zur Humusbildung bei. „Mit der Wiederbelebung dieses alten Kulturgutes wird auch ein Beitrag zum Erhalt einer alten Kulturlandschaft geleistet“, sagt Johann Thauerböck, Präsident des Verbands der Naturparke Österreichs. Daher wird die Aktion auch von der „Stiftung Naturparke“ unterstützt, die einzigartigen Lebensräume in Österreich bewahren möchte.


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