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Simon Wagner setzt auf Ferieninsel erneut Ausrufezeichen in der Rallye Europameisterschaft – Internationale Bestzeiten auch auf Asphalt

Markus Hochgatterer, 16.05.2022 17:11

MAUTHAUSEN/GRAN CANARIA. Nach dem phänomenalen dritten Platz beim Rallye Europameisterschaftslauf (ERC) auf den Azoren Anfang April und zwischenzeitlich zwei weiteren Gesamtsiegen im Lavanttal und bei der Rallye Opatija in Kroatien, nahm Simon Wagner mit Beifahrer Winter am zurückliegenden Wochenende die Rally Islas de Gran Canaria in Angriff. Bei dem Asphaltklassiker auf der spanischen Atlantikinsel wurde heuer der dritte Lauf der ERC ausgetragen.

Simon Wagner beim Rallye-Einsatz auf Gran Canaria. (Foto: DANIELGARCIA)
Simon Wagner beim Rallye-Einsatz auf Gran Canaria. (Foto: DANIELGARCIA)

Für Wagner und Winter brachte die Rallye zwar nicht die erhoffte Punkte-Ausbeute, zumindest aber die Gewissheit, dass die amtierenden Österreichischen Staatsmeister auch auf Asphalt mit der europäischen Rallye Elite mithalten und Top-Zeiten setzen können. Nachdem Wagner bereits 2018 und 2019 in der Junioren Europameisterschaft auf Gran Canaria gestartet war und dort mit guten Zeiten in der hart umkämpften Meisterschaft aufzeigen konnte, reiste der Mauthausener in diesem Jahr in einer ungewohnten Rolle nach Las Palmas de Gran Canaria. Nach den Erfolgen der vergangenen Wochen und Monate handelten einige Insider und Fans Wagner als Mitfavoriten und prophezeiten nicht nur weitere Bestzeiten, sondern auch einen erneuten Podestplatz, manche sogar den Sieg. „Ich habe das natürlich mitbekommen“, lacht Wagner. „Freilich ist es schmeichelhaft als Favorit gehandelt zu werden, aber ich habe versucht, dadurch keinen Druck aufkommen zu lassen und in erster Linie mein Programm wie geplant abzuspulen. Das hat auch wieder sehr gut funktioniert. Bereits bei unserem Test am Dienstag habe ich mich im Auto sehr wohl gefühlt und konnte gemeinsam mit unseren Ingenieuren von Skoda Motorsport und Michelin gute Fahrwerkseinstellungen für unseren Fabia Rallye2 herausarbeiten.“ Wie gut die herausgearbeiteten Einstellungen wirklich waren, zeigte sich bereits am frühen Freitagnachmittag beim sogenannten Free-Practice, den finalen Abstimmungsfahrten vor dem Qualifying und der ersten Sonderprüfung.

Bei Probeläufen Anwartschaft auf Top-Platz unterstrichen

In beiden gefahrenen Durchgängen konnten Wagner und Winter hier die Bestzeit setzen und platzierten sich somit auch vor den zahlreichen schnellen Spaniern, die traditionell beim heimischen Europameisterschaftslauf an den Start gehen. Mit einer fünft-schnellsten Zeit in der Qualifikation und einer Bestzeit, auf der ebenfalls am Freitag ausgetragenen ersten Sonderprüfung unterstrichen die Österreicher ihre Anwartschaft auf einen Podestplatz und bestätigten ihre aktuelle Top-Form auch auf Asphalt.

Rückschlag am Samstag

Die große Wende ereilte das Team dann jedoch am Samstagvormittag. „Wir sind etwas zu schnell in eine enge Rechtskurve am Ende einer sehr schnellen und flüssigen Sektion gekommen. Durch den Geschwindigkeitsüberschuss hat das Auto untersteuert und wir haben eine Steinmauer im Kurvenäußeren erwischt. Der Einschlag war nicht dramatisch, hat aber sowohl die vordere als auch die hintere Radaufhängung so beschädigt, dass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war“, analysiert Wagner. Nachdem so alle Chancen auf eine gute Platzierung vergeben waren, stand der abschließende Samstag ganz im Zeichen davon Vertrauen zurückzugewinnen und die maximal möglichen Punkteausbeute auf der Powerstage zu erzielen.

Fünf Powerstage-Punkte als Lohn für beherzten Einsatz

Obwohl im Gesamtklassement für das Team aus Oberösterreich und Kärnten nichts mehr zu holen war, warteten schließlich noch fünf wertvolle Punkte für die Bestzeit auf der abschließenden Powerstage. Auf der rund zwölf Kilometer langen Sonderprüfung San Mateo holte das Team schließlich noch einmal alles aus sich heraus, setzte die erhoffte Bestzeit und sorgte so nicht nur für einen versöhnlichen Abschluss des Rennwochenendes, sondern auch für die maximal mögliche Schadensbegrenzung im Hinblick auf den Meisterschaftsstand.

Rund um Hartberg um Staatsmeisterschaftspunkte

Weiter geht es für Wagner und Winter bereits in weniger als zwei Wochen, wenn am letzten Mai Wochenende im Hartbergland der dritte Lauf der heimischen Staatsmeisterschaft ausgetragen wird.


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