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BEZIRK PERG. Die Covid-19-Krise schlägt sich auch in der Bilanz der Perger Arbeiterkammer über das Jahr 2020 nieder: Die Sorgen, Ängste und Probleme der Beschäftigten im Bezirk führten zu einer Steigerung der Beratungszahlen um fast ein Drittel.

Die Beratungen stiegen in Perg auf das Dreifache an. (Foto: Lee Charlie/ Shutterstock.com)
Die Beratungen stiegen in Perg auf das Dreifache an. (Foto: Lee Charlie/ Shutterstock.com)

Die weltweite Krise forderte die Arbeitnehmer auch im Bezirk Perg so stark wie noch nie. Gesamt suchten 5.205 Arbeitnehmer Hilfe bei der Arbeiterkammer Perg. Rekordarbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Ängste vor Jobverlust, Probleme bei der Organisation der Kinderbetreuung und finanzielle Sorgen ließen viele Beschäftigte verzweifeln – und die Telefone der Bezirksstelle heiß laufen. Dabei war die Beratung der AK-Mitglieder gar nicht so einfach: „Auch die AK-Gebäude mussten aus Sicherheitsgründen geschlossen werden und die AK-Berater arbeiteten im Home-Office weiter. Die Beratungen wurden dann über Mobiltelefon und Mail durchgeführt. Da haben wir Mitte März praktisch über Nacht unser System umgestellt. So konnte aber ein zuverlässiges und kompetentes Beratungsangebot sichergestellt werden“, so Bezirksstellenleiter Kurt Punzenberger. „Das viel größere Problem aber war die unglaubliche Flut an Verordnungen, Erlässen und Gesetzen. Die waren zum Teil missverständlich und unklar formuliert, wurden permanent geändert, zum Teil in der Nacht oder am Wochenende, und sie hinkten oft wochenlang den Pressekonferenz-Ankündigungen der Regierung hinterher. Da war es dann sehr schwierig, seriöse Auskünfte zu geben.“

2,3 Millionen Euro wurden erkämpft

Durch außergerichtliche Interventionen wurden im letzten Jahr 304.065 Euro hereingebracht. Durch Rechtsvertretung vor dem Arbeitsgericht mussten 89.331 Euro erkämpft werden. Insgesamt wurden 139 Fälle gerichtlich oder außergerichtlich abgeschlossen. Dabei ging es in den einzelnen Fällen um Beträge von 84 bis 28.500 Euro. In Sozialrechtsangelegenheiten (Pensionen, Renten, Pflegegeld) erstritt die AK Perg im vergangenen Jahr über 1,5 Millionen Euro. Zusätzlich wurden 2020 für Arbeitnehmer aus insolventen Betrieben 333.368 Euro durchgesetzt. In Summe erreichte die AK Perg im Vorjahr an arbeits- und sozialrechtlichen Ansprüchen sowie an Forderungen nach Insolvenzen für ihre Mitglieder Zahlungen von 2,3 Millionen Euro.

9.000 Euro für schwangere Arbeitnehmerin

Bei den abgeschlossenen Arbeitsrechtsfällen im Bezirk Perg nimmt das (Klein-)Transportgewerbe leider immer wieder einen unrühmlichen Spitzenplatz in der Statistik ein: 19 der 139 Fälle stammen aus dieser Branche. Für die AK kein Unbekannter ist ein Kleintransport-Unternehmer. Die AK hatte schon in der Vergangenheit immer wieder mit ihm zu tun, weil er Beschäftigten Zahlungen schuldig blieb oder unrichtig abrechnete. Dieses Mal traf es eine Beschäftigte, die ein Kind erwartete: Weil die schwangere Frau keine schweren Arbeiten mehr machen konnte, wurde sie mit weniger Stunden eingesetzt als vertraglich vereinbart. Auch das Entgelt wurde widerrechtlich herabgesetzt. Dafür stand der Frau die Nachzahlung des Entgeltes für die vereinbarten Stunden für mehrere Monate zu. In Summe ging es um 9.000 Euro. Die AK schritt ein und forderte den Arbeitgeber auf, diesen Betrag nachzuzahlen. Nach anfänglichem Zögern zahlte er schließlich und korrigierte auch die Lohnabrechnungen. Das war insofern wichtig, als die Höhe des Wochengeldes nach der Entgelthöhe berechnet wird. Das Einschreiten der AK verhinderte also zusätzlich auch noch eine Kürzung des Wochengeldes.


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