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BEZIRK PERG/ OÖ. Anlässlich „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ (25. November-10. Dezember) fordern die Freiheitlichen Frauen eine „SOS-App“, damit die Polizei vor einem Mord kommt und nicht erst danach. Und die SPÖ macht mit ihrer österreichweiten Aktion „Diese Hände schlagen nicht“ die Bundesregierung darauf aufmerksam, dass in Krisenzeiten, wie im aktuellen Lockdown, die Gefahr auf Gewalt noch höher ist.

Nationalratsabgeordnete Rosa Ecker fordert eine SOS-App. (Foto: Parlamentsdirekton/Ulrike Wieser)
  1 / 2   Nationalratsabgeordnete Rosa Ecker fordert eine SOS-App. (Foto: Parlamentsdirekton/Ulrike Wieser)

„Krisenzeiten und Isolation – wie im aktuellen Lockdown - erhöhen die Gefahr. Der Schutz von Frauen muss rasch verbessert werden“, erklärt die Bezirksvorsitzende der SPÖ Frauen Perg, Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz. Die Abgeordnete verweist auf die mittlerweile traurige Bilanz von 28 Frauenmorden in diesem Jahr in Österreich. Im Jahr 2020 wurden den Gewaltschutzzentren 11.495 Betretungs- und Annäherungsverbote von der Polizei gemeldet. 2.024 davon in Oberösterreich, 74 alleine im Bezirk Perg. „Gerade in Krisenzeiten wird es für Frauen in den eigenen vier Wänden besonders gefährlich. Der Ausbau von Schutzeinrichtungen muss daher gerade jetzt forciert werden,“ unterstreicht Schatz noch einmal die Wichtigkeit eines eigenen Frauenhauses im Bezirk Perg.

Gewalt sichtbar machen

Frauenorganisationen und Gewaltschutzorganisationen schlagen seit Monaten Alarm. Das von der Regierung auf den Weg gebrachte Gewaltschutzpaket reicht nicht aus.  In Österreich fehlen 228 Millionen Euro für den Gewaltschutz. 3000 zusätzliche Mitarbeiter, die Vollzeit arbeiten, sind notwendig, um Hilfesuchenden Beratung anbieten zu können. Denn lange Wartezeiten sind lebensgefährlich. Die Gewalt an Frauen durch ihre (Ex)Partner findet oft im Verborgenen statt und beginnt meist schleichend mit Vorwürfen, Anschuldigungen, Beleidigungen und Drohungen. Es ist wichtig, Gewalt an Frauen sichtbar zu machen. Die SPÖ-Frauen fordern die tägliche Veröffentlichung der Gewaltzahlen in den österreichischen Medien. Konkret sollen die aktuellen Zahlen zu Betretungs- und Annäherungsverboten ähnlich der Impfstatistik bzw. Neuinfektionen täglich veröffentlicht werden.

Petition der SPÖ-Frauen

Die Bundesregierung muss endlich handeln. Eine Petition der SPÖ-Frauen „Stoppt Femizide. Endlich ein Ende der Gewalt an Frauen“ kann hier unterzeichnet werden: https://frauen.spoe.at/2021/04/29/spoe-petition-stoppt-femizide-endlich-ein-ende-der-gewalt-gegen-frauen/

„Wir haben ein Problem bei der Zivilcourage“

Klare Worte kommen auch von der Landesobfrau der „initiative Freiheitliche Frauen“ (iFF), Nationalrätin Rosa Ecker aus Saxen, zu „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“: „Es muss uns endlich gelingen, die Gesellschaft wachzurütteln, mehr auf die Frauen zu schauen. Wir haben nämlich ganz klar ein gesellschaftliches Problem punkto Zivilcourage. Die fehlt leider und wir müssen es auch endlich schaffen, die Menschen zu sensibilisieren, damit sie eingreifen, wenn sie Zeugen von Gewalt werden, egal ob im privaten Umfeld oder in der Öffentlichkeit. Lippenbekenntnisse sind zu wenig, den Worten müssen endlich Taten folgen.“

Internationale Vorbilder

Erneut sprach sich die Ecker, die auch Frauensprecherin des FPÖ-Parlamentklubs ist, für eine „SOS-App“ aus. Konkret soll damit Frauen ein „schneller, unkomplizierter Hilfeschrei“ nach spanischem, französischem und belgischem Vorbild ermöglicht werden. Mit moderner Technik können Betroffene im Gefahrenfall rasch mit der Polizei in Kontakt treten und erhalten rasch Antwort und Unterstützung. „Denn es geht ganz klar darum, dass die Polizei vor einem Mord kommt und nicht erst danach“, betont Ecker, dass eine derartige App aktive Hilfe für Frauen bieten würde. 

Zudem seien „sichere Korridore“ für die betroffenen Frauen – und oftmals deren Kinder – zu schaffen, um einen geschützten Weg aus der Gewalt zu finden.  „Frauen brauchen in diesen Ausnahme- und Gefahrensituationen Begleitung und einen sicheren Wohnraum. Frauen brauchen auch die rechtliche Absicherung, dass es zu keinen Verlusten – weder finanziell noch hinsichtlich Obsorge – im Trennungsverfahren kommt“, verweist Ecker darauf, dass viele Frauen es sich schlichtweg finanziell nicht leisten könnten, ihren Partner und damit ihren Wohnraum zu verlassen. „Entscheiden sich Frauen zu diesem Schritt, werden sie ihr Leben lang von Verlusten begleitet. Denn oft wird im Pensionsalter schlagend, dass sie aufgrund des Verzichts auf Unterhaltszahlungen weder eine eigene Mindestpension noch eine Witwenpension zugesprochen kommen. Und das oftmals geringe Einkommen führt zu noch weniger Pension.“


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