„Wir hätten jetzt eine echte Chance, in Grein was positiv zu verändern“

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Michaela Primessnig Tips Redaktion Michaela Primessnig, 05.07.2022 10:08 Uhr

GREIN. Zwei geplante Bauprojekte in der Innenstadt lassen die Wogen in der Greiner Bevölkerung seit Wochen hochgehen. Die vierstöckige Bebauung würde dem historischen Stadtbild nicht entsprechen, sind sich Vertreter einer Bürgerinitiative einig. 1.200 Unterschriften wurden bereits gesammelt. Für eine bessere Lösung will man sich aber auch aktiv und konstruktiv einbringen.

„Retten wir das historische Stadtbild und den Altstadtcharakter von Grein“, mit diesem Aufruf richtete sich die im Frühjahr gegründete Bürgerinitiative in einem Flugblatt an die Bevölkerung. „Wir haben von den Plänen zuerst selbst lange nichts mitbekommen, erst als die Einladung zur Bauverhandlung kam, wurden wir hellhörig“, erklärt Anton Karner, früherer Technischer Geschäftsführer des Bauunternehmens HABAU.

Von den besagten Bauvorhaben soll eines am Gelände des ehemaligen Laska-Hauses in der Hauptstraße 28 und das zweite am Grundstück des ehemaligen Sparmarktes ebenfalls in der Hauptstraße schräg gegenüber entstehen. „Wir brauchen Frequenz in der Innenstadt, Kultur und Dienstleistungen, nicht viergeschoßige Wohnkomplexe. Grein lebt auch vom Ambiente, deswegen kommen die Touristen zu uns, mit ein paar Sünden kann man alles zerstören“, sind sich Anton Karner und Architekt Thomas Stöckl einig. Ihre Meinung dürfte ein großer Teil der Bevölkerung teilen. Immerhin 1.200 Personen haben die Online-Petition bereits unterstützt. „Das sind nicht nur Greiner, aber fast ein Drittel der Bevölkerung dürfte das auch so sehen wie wir“, so Stöckl. „Es kommen immer mehr, die sich an diesen Projekten stören“, ergänzt Anton Karner.

Experten bewerten nunFolgen für das Stadtbild

Auf der Gemeinde werden die Anliegen der Bürgerinitiative aber auch ernst genommen. Am vergangenen Freitag war deshalb auch der Ortsbildbeirat des Landes Oberösterreich vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Die drei Experten werden nun eine Empfehlung abgeben. Der nächste Schritt wäre bereits der Baubescheid. Danach gibt es noch ein vierwöchiges Einspruchsrecht für die Anrainer. „Es gibt verschiedene Meinungen dazu in der Gemeinde, man muss die Projekte aber auch auseinanderhalten. In das arcadia-Projekt war die Gemeinde von Anfang an miteingebunden. Da geht es auch um Nahversorgung, wir müssen schon auch auf die Bedürfnisse der Bevölkerung schauen“, meint dazu Bürgermeister Rainer Barth (ÖVP). Der Stadtchef ist regelmäßig im Gespräch mit der Bürgerinitiative und will die Bedenken auch miteinbeziehen. „Ich bin sicher, dass wir für beide Projekte eine gute Lösung finden werden. Über den Sommer soll das arcadia-Projekt auch nochmals überarbeitet werden. Die meiste Kritik richtet sich an die Ausführung an der Hinterseite, dafür soll eine bessere Variante gefunden werden“, so Barth.

Für die Bürgerinitiative stehen bei der Neuplanung vier Forderungen im Fokus: Steildächer anstatt Flachdächern, weil sie dem Altstadtcharakter entsprechen. Es soll zu keiner weiteren Verdichtung kommen, es brauche auch Grünflächen. Keine viergeschoßigen Gebäude. Und man fordert Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Greiner.

Synergieeffekte nutzen und Stadtkern neu denken

„Wir wollen nicht nur dagegen sein, sondern uns auch einbringen“, betont Thomas Stöckl. „Es bietet sich jetzt eine echte Chance, etwas zum Positiven zu verändern im Grein. Beim ÖTB haben wir ein Zufahrtsproblem, auch das könnte man jetzt lösen und vielleicht einen Aussichtsplatz zur Donau einbinden. Man sollte jetzt Synergieeffekte nutzen und alles nochmals neu denken, dann kann es eine „Win-win-win-Situation“ für alle werden.“ Noch diese Woche wird es einen Termin mit dem Bürgermeister geben, bei dem Anton Karner, Thomas Stöckl, Oliver Schörgi und Christoph Lettner einige Möglichkeiten und Chancen aufzeigen wollen. Sowohl von der Bürgerinitiative als auch von der Gemeinde will man zusammenarbeiten, damit scheinen die Türen für eine neue, vielleicht bessere Lösung offen zu stehen.

Hier geht's zur Online-Petition „Grein beleben und bewahren“, bis 7. Juli kann man diese noch unterstützen: https://www.openpetition.eu/at/petition/online/grein-beleben-und-bewahren-buergerinitiative

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