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PEUERBACH. Knapp 20 Jahre lang war der Skatepark in Peuerbach Anlaufstelle für Jugendliche mit ihren Rollbrettern. Im Dezember musste die mittlerweile sehr desolate Anlage einem Wohnbauprojekt weichen. Ersatzflächen wurden nicht gefunden. Die Peuerbacher Skaterszene hat sich nun über das soziale Online-Netzwerk Facebook formiert und möchte die Gemeinde zum Handeln bewegen.

Fotos: Mario Aumüller
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Das Geräusch von rollenden Skateboards ist verstummt. Den Platz, wo sich früher die Jugendlichen trafen, um gemeinsam neue Tricks zu lernen oder die Halfpipe hinunter zu sausen, haben nun weiße Baucontainer eingenommen. Hämmern, Klopfen und das Getöse der Baumaschinen prägen die Geräuschkulisse zwischen Freibad und Sportplatz wohl noch für ein paar Monate, bis neue Bewohner die vier Wohnblöcke mit insgesamt 47 Wohnungen beziehen und den Peuerbacher Ortskern mit neuem Leben erfüllen. Der Standort des alten Skateparks hätte aufgrund des Großprojektes nicht gehalten werden können. In erster Linie hätte aber der Zustand der Anlage, der nicht mehr den geforderten Sicherheitskriterien entsprach, einen Abriss notwendig gemacht, heißt es vonseiten der Gemeinde. Ersatzflächen wurden nicht gefunden, was bei den Jugendlichen der Skaterszene in Peuerbach auf Unverständnis stößt. „Wir wurden durch den Abriss einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Man nimmt es stillschweigend in Kauf, eine bestehende Skateboard-Szene sozusagen „zerstört“ zu haben. Der Wille etwas für eine Jugendkultur außerhalb des Vereinswesens zu unternehmen, ist nicht vorhanden“, meint Mario Aumüller, einer der Skater, der den Park früher fast täglich besuchte. „Warum keine Ersatzfläche geschaffen wurde, ist meiner Meinung nach aus reinem Unwillen“, so der 30-jährige Natternbacher.

Untätig will die Gemeinde aber keineswegs gewesen sein, und auch der Wille würde nicht fehlen, wie Bürgermeister Wolfgang Oberlehner erklärt: „Gerne sind wir als Gemeinde bereit etwas zu tun, wenn die Skatergemeinschaft unter einem Dachverband aufgenommen wird. Wir wollen einen Ansprechpartner haben, der schaut, dass alles passt.“ Danach könne man sehen wie es mit einem geeigneten Platz sowie den finanziellen Möglichkeiten aussieht. Auch mit den anderen Gemeinden hätte man bereits Rücksprache gehalten, dabei käme auch immer wieder die Haftungsdiskussion ins Rollen. „Es ist einfach schwer realisierbar“, so Oberlehner. Laut dem Bürgermeister hätte es noch vor ein paar Jahren Probleme im Park gegeben. „Es waren keine einfachen Zeiten, Saufgelage wurden veranstaltet, Nachbarn haben sich beschwert. So etwas passiert nicht, wenn es unter einem Verein läuft“, meint Oberlehner, erklärt aber auch, dass es derartige Vorfälle in letzter Zeit nicht mehr gab. Der Park hätte schließlich aufgrund der Sicherheitsmängel gesperrt und schließlich abgerissen werden müssen. „Wir haben den Skatepark soweit es ging in Eigenregie in Schuss gehalten“, erklärt Mario Aumüller.

„Es sollte ein offener Platz für alle sein“, so der Skater weiter. Auch das sei ein Grund, warum die Gemeinschaft weiterhin außerhalb eines Vereins bestehen will. „Wie es aussieht, ist es in Österreich aber leichter unter dem Deckmantel eines Vereins etwas zu erreichen, deswegen sind wir zurzeit am Überlegen, hier wieder etwas zu starten. Wir wollten uns ja absichtlich vom Vereinswesen abgrenzen, da der Skatepark für alle da sein soll und nicht nur für Mitglieder“, meint der 30-Jährige, der die Facebook-Seite „Rettet den Skaterpark Peuerbach“ ins Leben rief und mit aktuell knapp 1000 „Gefällt-mir“-Angaben eine breite, virtuelle Unterstützerschar hinter sich vereinen konnte. „Es hat sich über die Jahre eine große Szene entwickelt. Man kennt uns in ganz Oberösterreich. Das Mitleid war groß, als der Park abgerissen wurde“, meint Aumüller.

Jugend als Projekt

Auch die Leader-Region Mostlandl-Hausruck unterstützt die Skaterjugend in ihrem Anliegen und stattete im Zuge der Mostlandltour auch den Gemeinden Peuerbach, Bruck-Waasen und Steegen einen Besuch ab. Dabei wurde auch der Skatepark zum Thema. „Es ist schwierig, weil die Bereitschaft der Gemeinden nicht da ist. Unsere Empfehlung war, die Jugend zum gemeinsamen Projekt-Thema für die drei Gemeinden zu erklären. Dieser Vorschlag wurde zur Kenntnis genommen“, erklärt Leader-Geschäftsführerin Gerlinde Grubauer-Steininger. „Wir sind als Leader bereit dies zu unterstützen. Aber zurzeit fehlt unserer Wahrnehmung nach der politische Wille“. Dass der Skatepark neben einer Wohnanlage nicht passt, könne Mario Aumüller verstehen, jedoch nicht, „dass man einfach hinnehmen kann, dass nun eine Ära zu Ende ist“. Laut dem Natternbacher würde wohl eine Fläche von zirka 300 Quadratmetern für eine neue Anlage benötigt und er ergänzt: „Wir wollen ja gar keinen noblen Skatepark, uns genügt eh schon etwas Kleines. Wir hätten auch schon eingebracht alles selbst aufzubauen, wenn wir eine Fläche bekämen. So hätten wir auch ein Vorzeigeprojekt für die Region. Wir sehen es nicht als Sport, es ist unser Leben.“

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