Peuerbacher Gemeinderat ebnet Weg für Handymastbau
PEUERBACH. Ein geplanter Handymast beschäftigt die Peuerbacher Bevölkerung und fordert die Politik. Die Entscheidung lag in letzter Instanz beim Gemeinderat, ob der Umwidmung der Fläche zugestimmt und somit der Weg für den Bau des 5G-fähigen Handymasten geebnet wird. 19 der 25 Gemeinderäte gaben grünes Licht, nachdem sie zwei Tagesordnungspunkte zuvor für eine 5G-freie Gemeinde gestimmt hatten.

Es ist ein Thema, das in der Sternenstadt für regen Diskussionsstoff sorgt: Ein 5G-fähiger Handymast soll in der Ortschaft Bruck gebaut werden. Schon im Vorfeld formierten sich die Gegner, die der neuesten Technologie kritisch gegenüber stehen und Auswirkungen von Handystrahlung auf die Gesundheit fürchten. Wiederum andere sehnen sich nach einem besseren Handyempfang und befürworten den Handymast.
Mehrheitlich für Umwidmung
Mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, FPÖ und der Bürgerliste TOP wurde die Umwidmung mehrheitlich beschlossen, der Bau eines 5G-fähigen Sendemasten ist somit möglich. Dagegen sprachen sich die Bürgerliste Gemeinsame Zukunft Bruck-Waasen/Peuerbach (GZBWP) und der Grüne Mandatar aus. Ein FPÖ-Gemeinderat enthielt sich der Stimme. Zuvor hatte der Grüne Leopold Gfellner noch den Antrag auf Vertagung des Tagesordnungspunktes eingebracht, da noch zu viele Fragen offen seien. Dieser Antrag erhielt keine Mehrheit.
Antrag auf 5G-freie Gemeinde
Von der Bürgerliste GZBWP wurde bereits bei Tagesordnungspunkt 1 ein Antrag eingebracht, dass auf Gebäuden und bei Umwidmungen, wo man als Gemeinde Mitsprache und Entscheidungsrecht hat, 5G-frei bleiben soll. Somit wären 5G-fähige Masten auf gemeindeeigenen Gebäuden ausgeschlossen. Auch bei Umwidmungen hätte die Kommune die Möglichkeit Einfluss zu nehmen, um späteren Aufrüstungen auf 5G entgegenzuwirken. Dieser Antrag wurde mit 24 zu 1 Stimme angenommen. Beim Tagesordnungspunkt 3 zur Umwidmung wurde wiederum der Weg für den Bau einer 5G-fähigen Sendemastanlage geebnet.
Skepsis und Befürwortung
Skepsis und Befürwortung herrscht unter den Gemeinderäten: „Ich bin für einen Handymast. In der SPÖ wollen wir das 4G-Netz voll ausgebaut haben, aber kein 5G, solange es nicht erforscht ist“, meint SPÖ Gemeinderat Hans Prodinger. Wenig Positives findet der Grüne Leopold Gfellner an dem Beschluss: „Es ist schade, dass man die Gesundheit außer Acht lässt und es tut mir leid, für alle, die sich Sorgen machen, zumal der Standort nicht erste Wahl war. Ich hätte mir erwartet, dass man mehr auf die Bevölkerung eingeht, solange die gesundheitlichen Aspekte nicht geklärt sind. Im Zweifel sollte man immer für die Gesundheit entscheiden“. Für Gerhard Wallner von GZBWP ist das Abstimmungsverhalten im Gemeinderat nicht schlüssig: „Es wurde beschlossen, dass wir auf gemeindeeigenen Bauten und bei Entscheidungen, wo wir Mitspracherecht haben, 5G-frei bleiben. Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass dies bei Punkt 1 mit 24 zu 1 Stimme beschlossen wurde und die Gemeinderäte das bei Punkt 3 nicht mehr wissen und für die Umwidmung und somit für den Bau einer Sendemastanlage stimmten. Wo doch nicht klar ist, welche Technologie angebracht wird“. Martin Gollner von Top und gleichzeitig Gemeindearzt sieht beim Sendemast allgemein keine gesundheitlichen Bedenken, allerdings sei 5G zu wenig erforscht. Daher ist seiner Bürgerliste die 5G-freie Gemeinde ein Anliegen. Das sei für ihn durch den Beschluss bei Tagesordnungspunkt 1 festgelegt worden. Für FPÖ-Fraktionsobmann Siegfried Lumetsberger sei das Abstimmungsergebnis so zu akzeptieren. Nun sollte das Beste daraus gemacht und die Angst herausgenommen werden. Für Bürgermeister Wolfgang Oberlehner und seine ÖVP-Fraktion war es eine sachliche Entscheidung.
„Freude“ über 5G-freien Ort
Die Gegner, die sich gegen den 5G-fähigen Handymasten formiert hatten, zeigen sich wenig erfreut über die Entscheidung: „Wir sind enttäuscht, dass die Gemeinderäte bei Punkt 1, wo es um die 5G-freie Gemeinde ging mit 24:1 Stimmen dafür waren sie aber beim Punkt 3, wo es um die Abstimmung zum Handymasten ging, für einen 5G-fähigen Handymasten gestimmt haben. Wir sind dennoch stolz auf ein 5G-freies Peuerbach und hoffen, dass die Gemeinderäte den Punkt 1 in Zukunft verwirklichen werden und wünschen uns, dass alle Gemeinderäte verstehen, was sie beschlossen haben“, so Daniela Pointinger und Anita Steinbock.


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