„Wir wollen unserer sozialen Verpflichtung nachkommen“
Pfarrkirchen. Als eine von wenigen Gemeinden in der Region hat Pfarrkirchen bisher noch keine Flüchtlinge aufgenommen. An einer Lösung wird gearbeitet. In der Bevölkerung gibt es allerdings Bedenken.

Will man in Pfarrkirchen die geforderte Quote von 1,5 Prozent der Bevölkerung erfüllen, müssen in der Kurbezirksgemeinde rund 30 Flüchtlinge aufgenommen werden. „Unser Problem ist, dass wir kein öffentliches Gebäude dafür haben“, sagt Bürgermeister Herbert Plaimer (SPÖ).
Pfarrhof angeboten
Die Gemeinde will sich aber keinesfalls weigern, Asylwerber aus Krisengebieten aufzunehmen. „Wir wollen unserer sozialen Verpflichtung nachkommen und arbeiten schon länger an einer Lösung“, betont Plaimer. „Es kann auch nicht sein, dass Bad Hall mehr Flüchtlinge für uns aufnimmt. Das wollen wir auch nicht.“ Von der Pfarre und dem Stift Kremsmünster wurde der Pfarrhof als mögliche Unterkunft angeboten. Allerdings gilt es hier noch einige offene Fragen zu klären. Umfangreiche Sanierungsarbeiten – etwa bezüglich Heizung und Strom – wären nötig. „Die müssen dann auch mit dem Denkmalschutz vereinbar sein und sollten in einem finanziellen Rahmen bleiben“, so Plaimer.
Nähe zu Kindergarten
Die Nähe zu Kindergarten und Volksschule sieht der Ortschef nicht als Problem. „Der Pfarrhof ist doch gut abgeschottet.“ Sollte sich die Lösung mit dem Pfarrhof zerschlagen, könnten auf einem Grundstück des Stiftes Kremsmünster zwischen Pfarrhof und Kindergarten eigene Häuser für Flüchtlinge errichtet werden. „Dies sollte aber der letzte Ausweg sein“, betont Plaimer.
„Nicht im Zentrum“
Aus der Bevölkerung werden kritische Stimmen laut. „Es muss doch andere Möglichkeiten weiter außerhalb geben und nicht direkt im Zentrum“, sagt ein besorgter Tips-Leser. Er macht sich auch Sorgen, dass lauter männliche Asylwerber zwischen 20 und 30 Jahren kommen werden. Die örtliche FPÖ will vor allem „laut werden“, wenn die Lösung mit dem Pfarrhof nicht zustande kommt und die Ausweichmöglichkeit zum Zug kommt. „Die Nähe zu Volksschule und Kindergarten halte ich nicht für gescheit“, so Nationalrat Gerhard Deimek.


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