Ein Marathon-Erlebnis der besonderen Art
PREGARTEN. Ein Marathon am höchsten Ort der Welt, dem Mount Everest – dieser Herausforderung hat sich der Ultramarathonläufer Ambros Mühlbachler gestellt. Der Lauf selbst dauerte „nur“ elf Stunden, der Aufstieg zum Startpunkt aber ganze 13 Tage.

Eine richtige Berg-Expedition war der höchstgelegenste Marathon der Welt. Insgesamt 13 Tage waren die Teilnehmer zu Fuß unterwegs. Auch Ambros Mühlbachler stellte sich der Herausforderung. „Es war eine ganz neue Erfahrung für mich. Der Marathon hatte überhaupt keine Ähnlichkeit mit den Wüstenläufen oder anderen extremen Marathons“, erzählt Mühlbachler. Kein Auto, kein Moped oder Rad, nur Tiere begleiteten die Läufer und Träger auf den mühsamen Weg zum Start auf 5355 Metern Seehöhe. Abgeschnitten von der Umwelt, erlebten die Marathonläufer atemberaubende Naturschauspiele. Die Herausforderung des Marathons lag nicht am Lauf selbst, sondern an der Luft und der Höhenangst. „Die Luft wurde schon sehr dünn, aber ich hatte keine großen Probleme damit. Einige Teilnehmer mussten aber ausgeflogen werden.“ Von 146 Startern haben 137 das Ziel erreicht. Dabei waren die Tagesetappen oft nur wenige Kilometer lang, aber das Gelände und die Höhe haben dazu beigetragen, dass eine Distanz von nur drei Kilometern in zwei bis drei Stunden zurückgelegt werden musste. „Vom körperlichen her war es nicht mein aller anstrengendster Lauf. Aber am Weg zum Start haben wir in den letzten zwei Tagen in Zelten geschlafen. Es war extrem kalt da oben, aber beeindruckend“, erinnert sich Mühlbachler an die anstrengenden, kalten Nächte und das Gletscher-Eis.
Beeindruckend waren auch die vielen Hängebrücken, über die die Läufer, Träger, Führer und Tiere gehen mussten sowie die kleinen Dörfer und Camps am Weg zum Startpunkt des Laufes. Auch die Verpflegung war laut Mühlbachler gewöhnungsbedürftig. „Es gab drei Wochen lang kein Fleisch. Nur Produkte, die regional erzeugt werden können. Es gab Reis – viel Reis – Nudeln, Kartoffel und Gemüse.“
Wegen Erdbeben verschoben
Ursprünglich war der Tenzing Hillary-Marathon schon voriges Jahr für Mühlbachler und seine Kollegen geplant gewesen. Wegen dem Erdbeben in Nepal haben sie den Lauf aber auf heuer verschoben. „Ursprünglich wollten wir zu fünft teilnehmen, dann haben sich aber noch alle anderen vier abgemeldet. Ich bin dann eben alleine geflogen, mein Urlaub war ja schon genehmigt“, erzählt der 57-jährige Postbedienstete. Nächstes Jahr ist wieder ein Wüstenlauf geplant: „Da weiß ich schon, was mich erwartet.“
Everest-Marathon
Der Tenzing Hillary Everest Marathon wurde 2003 ins Leben gerufen, um den 50. Jahrestag der ersten Besteigung des Mount Everest durch Sir Edmund Hillary und Tensing Norgay Sherpa zu feiern. Hillary und Tensing erreichten den Gipfel am 29. Mai 1953. Aus diesem Grund findet dieses Event alljährlich am sogenannten „Everest Day“, dem 29. Mai, statt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden