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PUPPING. Großer Unmut herrscht in der Gemeinde Pupping. Der Gemeinderat hatte sich im April gegen einen Hochwasserschutz für die cirka 100 betroffenen Wohnhäuser in der Ortschaft Waschpoint ausgesprochen. Die Bürger gehen nun auf die Barrikaden und gaben ihren Ärger lautstark mit einer Demonstration vor dem Gemeindeamt kund.

  1 / 12   Hauptakteure der Demonstration: vom Hochwasser betroffene Menschen aus der Ortschaft Waschpoint Fotos: Lang

Mit lauten Pfeifkonzerten und Sprechchören forderten cirka 200 Menschen bei einer Demonstration vor dem Puppinger Gemeindeamt einen Hochwasserschutz für die Ortschaft Waschpoint ein. „Zählt das Geld mehr als das Schicksal der Bürger?“, fragt Reinhard Streinz, einer der Hauptakteure der Bürgerinitiative, lautstark durchs Mikrophon. Von der Demo erhofft sich Streinz, dass „in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen das Projekt neu aufgerollt und ein neuer Gemeinderatsbeschluss gefällt wird. An diesen Strohhalm klammern wir uns“, sagt der ehemalige SPÖ-Gemeindevorstand zu Tips. Strainz war nach dem negativen Beschluss aus dem Gemeinderat ausgetreten.

Maßlos enttäuscht

„Wir Betroffene sind maßlos enttäuscht und fühlen uns im Stich gelassen“, sagt Barbara Straßl von der Bürgerinitiative. Die Waschpointerin und ihre Familie waren selbst stark vom Hochwasser betroffen. Mit der Protestkundgebung vor dem Gemeindeamt wollen die Betroffenen zeigen, wie viel ihnen ein Hochwasserschutz für ihre Liegenschaften bedeutet, denn über den Gemeinderatsbeschluss, der sich mit 18 zu 7 Stimmen dagegen aussprach, herrscht Unverständnis.

Dringlichkeitsantrag

Die Protestkundgebung fand vor der Gemeinderatssitzung statt. Auch diese wurde von den Demonstranten belagert. Bürgermeister Hubert Schlucker (ÖVP) beantwortete vor Beginn die Fragen der Waschpointer. Ein Dringlichkeitsantrag der SPÖ beinhaltete den Wunsch um Wiederaufnahme des Projekts. „Wir haben den Dringlichkeitsantrag angenommen und werden die Waschpointer einladen, die Gespräche gemeinsam mit dem Planer und Vertretern des Landes Oberösterreich noch einmal aufzunehmen. Das ist allerdings kein Versprechen für einen Hochwasserschutz“, erklärt der Bürgermeister. Die Demonstranten warfen Schlucker vor, eine Unterschriftenliste, auf der sich 90 Prozent der Menschen für den Hochwasserschutz aussprachen, einfach zu ignorieren. Dem entgegnet der Bürgermeister vehement. „Im Gegenteil, diese Unterschriftenliste wurde im Gemeinderat zur Kenntnis genommen“, so der Ortsschef, der zwar die Sorgen und Ängste der Waschpointer verstehen könne, aber dennoch klarstellt, dass es nicht möglich sei, einen Hochwasserschutz für überflutete Keller zu errichten. Nur wenn im Großteil der Objekte auch der Wohnraum betroffen sei, würde ein Hochwasserschutz gefördert. Zudem sei Waschpoint alleine nicht schützbar. Ein Hochwasserschutz für die Ortschaft Leumühle müsste mitgebaut werden. Dadurch entstünden für die Gemeinde Errichtungskosten in Höhe von 800.000 Euro und Erhaltungskosten von 38.000 Euro pro Jahr, erklärt Schlucker. Laut Streinz hätte das Hochwasser in Waschpoint 2,12 Millionen Euro Schaden angerichtet.


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