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Reichental. Das Einrichtungsteam Katzmaier ist stolz auf seine Lehrlinge. Über 30 junge Menschen wurden in den letzten Generationen dieser Firma zu Fachkräften ausgebildet. Viele davon kamen aus der Hauptschule Reichenthal, mit der die Zusammenarbeit bestens funktioniert, wie Rita Katzmaier erklärt.
 
 

  1 / 2   Lehrling Mikail Eroglu, mit seiner Auszeichnung vom Lehrlingswettbewerb, absolvierte vor seiner Anstellung bei Katzmaier die HS Reichenthal. Foto: Katzmaier

Tips: Wie arbeiten Sie mit der Schule zusammen?

Rita Katzmaier: Die Zusammenarbeit der Hauptschule Reichenthal mit der Wirtschaft im Ort funktioniert schon seit Jahren vorbildhaft. Betriebsbesichtigungen und Exkursionen in die einzelnen Betriebe werden von den Lehrkräften und auch seitens der Unternehmer jedes Jahr organisiert und bereichern den Unterricht. Wir Unternehmer greifen diese Gelegenheiten immer wieder gerne auf, damit wir unsere Berufe den Schülern näherbringen können. Und genau so soll es sein!

Tips: Warum ist es für ein Unternehmen in der Region wichtig, dass die Zusammenarbeit mit den Lehrern, mit der Schule funktioniert?

Katzmaier: Jugendliche sind im Alter der Berufsorientierung noch stark auf die Hilfe von Eltern oder Mentoren angewiesen.

Eltern, Freunde, Verwandte und Lehrer sind oft hilfreich, wenn es darum geht, welchen beruflichen Weg man einschlagen soll. Oft werden allerdings die Talente und Fähigkeiten von den Jugendlichen selber und ihren Eltern etwas überschätzt und bevorzugt der Gang in eine Höhere Schule angestrebt. Dazu kommt auch noch der allgemeine gesellschaftliche Druck, der junge Menschen verstärkt in Schulen drängt. Lehrer sehen das Leistungsvermögen ihrer

Schüler jedoch mit objektiveren

Augen und können hier oft bessere Wege aufzeigen. Darum ist uns wichtig, dass Lehrer gut über die Möglichkeiten und Inhalte von Lehrberufen informiert sind und Schülern eine gute

Orientierungshilfe sein können. Durch Betriebsbesuche von Schülern und Lehrern in den jeweiligen Firmen können wir uns besser präsentieren und den Schülern einen Lehrberuf schmackhaft machen.

Tips: Welche Erwartungen haben Schüler oder Eltern an Höhere Schulen?

Katzmaier: Oft wird der zu erwartende Verdienst als Grund genannt, warum man eine Laufbahn in einer Höheren Schule einem Lehrberuf vorzieht. Bedenkt man, dass ein durchschnittlicher Tischler von Beginn der Lehre bis zu seinem 30. Lebensjahr bis zu 300.000 Euro verdient hat, so wird das der Absolvent einer Höheren Schule schon allein durch seinen späteren Start ins Erwerbsleben kaum einholen können.

Tips: Können Sie ein konkretes Beispiel für die Kooperation nennen?

Katzmaier: Für das neue Schuljahr ist ein gemeinsames Projekt zwischen Wirtschaft und der Hauptschule geplant. Und zwar ist ein Erforschen der Wichtigkeit von Gewerbebetrieben in einem Ort angedacht. Hier sollen gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Betriebsinhabern verschiedene Fragen erarbeitet werden, um den Jugendlichen, aber auch der gesamten Bevölkerung, die Wichtigkeit von Betrieben im Ort zu vermitteln. Folgende Fragen könnten hierzu sein: Was hat eine Gemeinde davon, wenn sich viele Betriebe ansiedeln? Vereinsfeste – ohne Betriebe in Reichenthal – was fehlt? Welche Vorteile hat es für mich als Kunde, wenn ich in der Gemeinde einkaufe? Welche Vorteile hat es für den Betrieb, wenn die Kunden in der Gemeinde einkaufen? Wie finanziert die Gemeinde ihre Ausgaben? Welche Vorteile hat der eigene Arbeitsplatz im Wohnort?

Tips: Besteht die Möglichkeit für Schüler, in Ihrem Betrieb zu schnuppern?

Katzmaier: Gern! Sehr gern und immer! Wir freuen uns über jeden, der Interesse an unserem Beruf findet. „Als Schnupperer gestartet und als begeisterter Lehrling die Berufsreifeprü-

fung abgelegt“ – das wäre unser Ziel.

Tips: Liegt Ihnen noch etwas besonders am Herzen?

Katzmaier: Ja und zwar möchte ich auf die Möglichkeit von „Tischlerlehre mit Matura“ hinweisen. Eine wertvolle Möglichkeit, noch zusätzlich mehr aus der Lehrzeit herauszuholen. Unsere Lehrlinge haben auch die Möglichkeit, an der Zusatzausbildung „Soko“ teilzunehmen. Das ist als Zusatzausbildung zu sehen und schult unsere Lehrlinge in Richtung Sozialkompetenz und im allgemeinen Umgang miteinander. Dinge wie Selbstsicherheit und Teamgeist werde hier geschärft.


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