Gallneukirchner Pädagogin und Autorin gibt Tipps, wie man dem herbstlichen Stimmungstief entkommen kann
GALLNEUKIRCHEN/LINZ. Die gebürtige Linzerin Nina Wittibschlager (44) motiviert Menschen dazu, die Zukunft nicht fremdbestimmt, sondern nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Heute lebt die Pädagogin und Psychotherapeutin in Fachausbildung in Gallneukirchen und hat soeben ihr erstes Buch „Mach dein Ding. Eine kleine Gedankenschule des Lebens“ veröffentlicht. Darin gibt sie Tipps, wie man dem Herbstblues – passend zur bevorstehenden Zeitumstellung am 25. Oktober – entkommen kann.

Doch wie kam die Idee zu ihrem Buch? „Ich wollte schon immer ein Handwerkzeug für mein Leben haben und wissen, wie die Psyche des Menschen funktioniert, warum wir uns verhalten, wie wir uns verhalten, was in unserem Kopf vorgeht. Wie ich mit meinen Gefühlen umgehen kann, ohne dass es mir oder den Mitmenschen schlecht geht“, berichtet Wittibschlager. Daher sammelte sie übers Lesen von Fachbüchern und Ratgebern Wissen, „was ich mit meinen eigenen Notizen ergänzen wollte“. Eigene Skripten entstanden und ihr Erfahrungswissen erweiterte sich fortlaufend. „Als ich dann zu meiner Tochter schwanger wurde, fasste ich den Entschluss, mein Wissen zu teilen, mit meiner Familie und mit allen, die sich für die psychische Gesundheit interessieren“, berichtet sie. Mehr als zehn Jahre hat sich die Sportbegeisterte dazu mit verschiedenen Themen rund um Resilienz, innere Stärke und Selbstwirksamkeit lesend und schreibend beschäftigt. Worum es geht? „Es geht um das Wissen um die eigene innere Größe. Wir haben alles in uns angelegt, was wir brauchen, um alltagstauglich und gesund durchs Leben zu gehen. Egal, ob es um Verhaltensänderungen, Gedankenüberprüfung oder Aufmerksamkeitslenkung geht, es sind immer Instrumente zur Selbststeuerung, die uns helfen, unser eigenes Ding im Leben zu machen.“
Für wen es geschrieben wurde? „Für alle, die ihr Leben aktiv verändern wollen, im positiven und gesunden Sinne. Mach dein Ding, lerne dich kennen, frage dich, wer du bist, was du willst. Dann beginne neu zu denken, über dich, über deine Mitmenschen und über deine Zukunft. Trau dich mit verschiedenen Tools – also einem Handwerkzeug fürs Leben – über dich hinauszuwachsen und dir dennoch treu zu bleiben“, berichtet die Neo-Autorin.
Tipps zum Umgang mit der Zeitumstellung
Laut Wittibschlager beschäftigen sich Menschen täglich vielfach mit den selben – immer wiederkehrenden – Gedanken. Sie seien laut der Pädagogin oft Wiederholungen vom Vortag. „Dieses Grübeln namens Overthinking ist endloses Kreisen um ungeklärte Probleme und Sorgen und hilft uns wenig“, sagt Wittibschlager, die nicht nur eine Matura in der Tasche hat, sondern auch eine Ausbildung zur Mittelschul- und Oberstufenlehrerin und eine Lehre als Buchhändlerin absolvierte. „Warum immer ich?“ und „Ich bin nicht gut genug“ sind wenig hilfreiche Gedanken, weiß die Pädagogin aus Erfahrung.
Besonders rund um die Zeitumstellung am Sonntag, 25. Oktober, gibt es oft Handlungsbedarf: „Beginnen wir gerade in der dunklen Herbstzeit damit, neu zu denken, optimistischer, heller, positiver zu denken“, so Wittibschlager. Gedanken wie „Ich bin gut genug“, „Ich kann für mich selbst bestimmen“ und „Ich darf ich sein“ sind Gedanken, die sich gut anfühlen. „Positive Gedanken und eine optimistische Grundhaltung beeinflussen unsere Stimmung, Gesundheit und das Gehirn nachweislich. Die Forschung, insbesondere in der Neurowissenschaft und der Positiven Psychologie, zeigt klare Mechanismen. Beispielsweise führt eine positive Einstellung zu einer Reduktion der Stresshormone und das Gehirn aktiviert sowohl neuronale Verbindungen bezüglich Planungs-, Lösungsfähigkeit und Emotionsregulation als auch Belohnungssysteme mit Dopamin“, erklärt sie. Ihre praktischen Tipps dazu, wenn einem im Herbst die Decke auf den Kopf fällt und man sich schlecht fühlt? „Lasst uns mehr gute Gefühle und Glückshormone konsumieren. Aktiv im Kopf und aktiv sein im Verhalten. Es muss nicht gleich die radikale Lebensumstellung sein, schon bewusstes Lächeln oder ein kleiner Spaziergang kurbeln die Stimmung an“, nennt Wittibschlager einfache Tipps.
„Mein Lebensmotto ist der Satz des amerikanischen Schauspielers Marlon Brando: Wenn man seinen eigenen Weg geht, kann man niemanden überholen und niemand kann dich überholen“, hält sie abschließend fest.








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