Wildes Leben auf dem Todesstern
RIED. Im derzeit allgegenwärtigen Hype um „Wanda“ und „Bilderbuch“ wird manchmal vergessen, dass Bands wie „Ja, Panik“ oder „Kreisky“ die Wegbereiter des neuen österreichischen Musikwunders sind.

Durchaus bekannt ist allerdings, dass Kreisky eine fantastische, eine erregende Liveband sind. Kreisky-Konzerte sind Messen aus Lärm, Lautstärke und Entertainment, aus Giftigkeit und Herzensbildung, aus Drama und Scheiß-drauf, die noch so ziemlich jeden umgehauen haben.
Diese Behauptung kann am 20. November auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden, wenn Kreisky im KiK auftreten.
Obwohl sie anspruchsvollere und sprödere Musik spielen und daher nicht so massenkompatibel sind wie ihre Kollegen von der Chartsspitze, verfügen auch Kreisky über einen gewissen Glamourfaktor. Sänger Franz Adrian Wenzl ist nämlich im Nebenberuf weltberühmt in Österreich und macht als „Austrofred“ die Lande unsicher. Dieses Alter Ego lässt er bei Auftritten mit seiner Band zum Glück im Schrank oder im Keller und widmet sich dem, was die Band selbstbewusst als „unsere Vorstellung von Popmusik“ und einen „gelungenen Coup“ bezeichnet.
Ihr aktuelles Album „Blick auf die Alpen“ wurde ebenso mit Lobeshymnen überhäuft wie die Vorgänger „Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld“ (2009) und „Trouble“ (2011), die zahlreiche Jahres-Bestenlisten zierten.
Post-Punk reicht als Bezeichnung für dieses klirrend energetische, dabei auch smarte und fast zärtliche Album nicht mehr aus; die Band spricht dann schon mal von einem „lässigen Lärmbrocken“. Die Texte kreisen weitestgehend um die Alpen und ihre Bewohner und können durchaus boshaft und unversöhnlich sein: „Die Erde ist ein Todesstern, und wer auf ihr lebt muss sterben.“
KonzertFreitag, 20. November, 20 UhrRied, KiK - Eintritt: 20 EuroVvk.: Thalia Buchhandlung, Raiffeisenbank Region Ried


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