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Flüchtlinge wurden in Ried mit einer Welle der Hilfsbereitschaft empfangen

Walter Horn, 12.03.2015 12:00

RIED IM INNKREIS. Seit 9. Februar dient das ehemalige Kapuzinerkloster als Caritas Flüchtlingshaus. Aktuell leben dort 21 Flüchtlinge aus Syrien, der Ukraine, Eritrea, Afghanistan, Guinea und dem Kosovo, darunter vier Kinder.

  1 / 3   Die Flüchtlinge mit P. Berthold (l.), Alfred Frauscher (3. v. l.), Stadtpfarrer Rupert Niedl (3. v. r.) und P. Gregor (r.)
Mit einem „Tag der offenen Tür“ wollten Caritas und der Verein zur Förderung des Kapuzinerklosters am vergangenen Donnerstag über das Flüchtlingshaus informieren – die Resonanz war überwältigend. Bei dem kleinen Festakt, zu dem auch die Segnung des Hauses durch Stadtpfarrer Rupert Niedl gehörte, war die Kapelle des Klosters bis auf den letzten Platz gefüllt. Dazu kamen noch viele Besucher, die später kamen. Praktisch alle Flüchtlinge gaben – trotz leichter Sprachprobleme – bereitwillig über ihre Situation Auskunft. Sie ließen auch einen Blick in ihre Unterkünfte zu und luden die Besucher ein, kulinarische Spezialitäten aus ihren Ländern zu probieren.   Alfred Frauscher, der Obmann des Fördervereines, wandte sich auf Englisch direkt an die Flüchtlinge und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sie sich in Ried wohl fühlen werden: „Eure Anwesenheit hier wird gut für uns alle sein.“ Er sei überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschaft, mit der die Flüchtlinge in Ried aufgenommen wurden: „Viele Leute haben Geld gespendet oder ihre Mitarbeit angeboten, Ärzte helfen uns kostenlos. Als Rieder bin ich stolz, dass die Rieder diese Flüchtlinge ohne jeden negativen Kommentar aufgenommen haben.“   Verantwortlich für die Flüchtlinge ist Caritas-Mitarbeiterin Remiza Traubenek. Für sie sei es manchmal gar nicht leicht, herauszufinden, was die Leute wirklich brauchen: „Wenn ich sie frage, sagen sie immer: „Wir brauchen nichts“. Sie sind einfach glücklich, dass sie die Flucht überstanden und ein Dach über dem Kopf haben.“   Viele seien von ihren Erlebnissen stark traumatisiert, manche brauchen ärztliche Betreuung. Hilfe brauchen die Flüchtlinge auch bei der Bürokratie: „Die meisten wissen gar nichts über unser Asylsystem, über die Abläufe und dass sie nicht arbeiten dürfen.“   Auch Traubenek freut sich über die Spendenwilligkeit der Rieder. „Viele junge Leute, besonders Mädchen, fragen, wie sie helfen können.“   Einer der Flüchtlinge im Kloster ist der 22-jährige Nagib. Er flüchtete vor zwei Jahren aus Syrien. Nach mehreren gescheiterten Versuchen, durch Griechenland zu kommen, gelangte er vor einem Jahr nach Österreich. Dabei legte er die Strecke durch Mazedonien und Serbien zu Fuß zurück. Er ist seit etwas über einem Jahr in Österreich und spricht auch schon recht gut deutsch. Remiza Traubenek nennt ihn scherzhaft „unseren Vorzeige-Asylanten“. Er hat mittlerweile einen positiven Asylbescheid erhalten und hat einen Job in der Küche des Rieder Krankenhauses. In seinem alten Leben in der fast viertausend Jahre alten Stadt Aleppo studierte er Tourismus und half im Restaurant seines Vaters. Die Stadt ist mittlerweile zu einem großen Teil zerstört, Nagibs Familie ist auseinander gerissen. Seine zwei Brüder sind auch geflüchtet; einer ist in Salzburg, der andere in Hamburg. Die Eltern sind in Syrien geblieben.   Taschengeld Die Asylwerber bekommen pro Monat ein Taschengeld von etwa 160 Euro (pro Tag 5,50 Euro für Erwachsene, 4 Euro für Kinder; Schulkinder bekommen noch einmalig 200 Euro pro Jahr als Schulgeld dazu). Davon müssen sie sich ihre Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs selbst kaufen.   Spendenkonto Volkskreditbank IBAN: AT27 1860 0000 1900 0900 BIC: VKBLAT2L Beim Verwendungszweck KOST bitte unbedingt angeben: „24701 (Ried)“

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