Kompass-Schule will „in Freiheit Orientierungsmöglichkeiten“ bieten
Ried. Zum Ende des ersten Schuljahres wurde die Kompass-Schule in der Dietmarstraße jetzt auch offiziell eröffnet.

Die Kompass-Schule ist eine evangelische Montessori-Privatschule für sechs- bis 14-jährige Kinder, die ganzheitliches Lernen nach den aktuellen Erkenntnissen der Gehirnforschung ermöglicht. Sie ist für alle offen, unbesehen von Konfession oder Herkunft. Geführt wird sie vom „Evangelischen Verein für Ganzheitliches Lernen“. Seit September 2014 lernen hier 16 Volksschulkinder nach den Prinzipien von Maria Montessori (“Hilf mir, es selbst zu tun“). Platz ist für ungefähr 30 Schüler. Unterrichtet werden sie von zwei Lehrerinnen. Ab Herbst 2015 wird die Schule als Neue Montessori-Mittelschule geführt. Die Kinder der Volksschule zählten auch zu den Hauptakteuren. Unter Leitung der Direktorin und Lehrerin Corina Wendl feierten sie die junge Schule mit einem Eröffnungslied. Wie es zur Gründung der Schule kam, erzählten die „Gründungseltern“ Isolde und Christian Angleitner sowie die Vereinsvorsitzende Barbara Ender gemeinsam mit Pfarrer Tom Stark. Die Idee einer privaten Montessorischule sei im Mai 2013 entstanden, sagte Christian Angleitner. Zu dritt habe man dann Kontakt zum evangelischen Pfarrer Tom Stark aufgenommen. Direktorin Corina Wendl erläuterte, dass in der Schule nach dem Grundsatz „vom großen Ganzen zum Detail“ gelehrt werde: „Wir trauen den Kindern viel zu, aber nach einem Jahr trägt die Arbeit schon erste Früchte.“ Der Superintendent der Evangelischen Kirche in Oberösterreich Gerold Lehner erklärte, dass die konfessionelle Schule keineswegs Indoktrination bedeute, sondern „in Freiheit Orientierungsmöglichkeiten bieten“ will. In der Vielfalt der Schulformen entstehe ein „Lernprozess der Schulen“. Lehner: „Oft lernt man nur noch „was etwas bringt“ und wie man immer mehr Dinge dazu bringt, dass sie „etwas nützen“. Bei uns lernen die Kinder das Staunen darüber, was alles ist, über das Leben und die Welt. Die Welt ist eine Schöpfung; das heißt: ich bin nicht zufällig, sondern ein Geschöpf.“Wie offen die Schule ist, zeigt die Zusammensetzung der Schüler: Die meisten Kinder sind katholisch, ein paar sind ohne Bekenntnis oder kommen aus einer christlichen Freikirche. Evangelisch ist derzeit kein einziges Kind in der Schule.
4 Fragen zur Kompass-SchuleWas ist das Besondere an der Kompass-Schule?Mitgründer und Vorstandsmitglied Christian Angleitner: Wir haben klare Ausbildungsziele wie andere Schulen auch. Nur der Weg dorthin ist bei uns breiter und freier. Wir arbeiten ohne Zwang und ohne Noten. Wenn ein Kind in einem Bereich besonders talentiert ist, kann es sich entwickeln, ohne auf die Schwächeren warten zu müssen. Andererseits sorgen wir auch für eine Balance, damit die schwächeren Fächer nicht vernachlässigt werden. Wir haben auch das Öffentlichkeitsrecht – unser Schulabschluss wird von den anderen Schulen anerkannt. Wir werden auch regelmäßig von Bezirks- und Landesinspektoren kontrolliert. Wie viele Klassen gibt es?Die Kinder werden derzeit in zwei altersgemischten Integrationsklassen unterrichtet (Schulstufen 1 bis 3 und 4 bis 6). Später kommt noch eine dritte für die Schulstufen 7 und 8 dazu.Wie macht sich der Einfluss der Evangelischen Kirche bemerkbar?Die Kirche bringt eine gewisse Spiritualität in die Schule, sie mischt sich aber nicht in die Pädagogik ein. Wie groß ist das finanzielle Engagement?Das Schulgeld beträgt 295 Euro pro Monat. Von den Eltern wird erwartet, wenigstens zehn Stunden pro Jahr aktiv mitzuarbeiten. Informationen: www.kompass-schule.at
BILDERGALERIE: http://www.tips.at/bildergalerien/fotos/alben/318394-eroeffnung-kompass-schule-ried


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