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BEZIRK. Durch die Verbreitung des Corona-Virus sind alle Menschen in ihren Lebenssituationen stark eingeschränkt. Für Opfer häuslicher Gewalt bedeutet die aktuelle Situation und Isolation eine zusätzliche und noch höhere Gefährdung.

Das Gewaltschutzzentrum OÖ bietet Opfern kostenlose und vertrauliche Beratung an. Foto: Wodicka
Das Gewaltschutzzentrum OÖ bietet Opfern kostenlose und vertrauliche Beratung an. Foto: Wodicka

„Aus unserer jahrelangen Erfahrung und den Statistiken wissen wir, dass in Zeiten, in denen die Familien mehr zu Hause sind, die Anzahl gewalttätiger Übergriffe steigt. Zudem werden in wirtschaftlichen Krisensituationen verzweifelte und frustrierte Menschen aggressiver und gewalttätiger. Auch bei Familien mit Kindern kann es zu verstärkten Spannungen kommen, wenn die Jüngeren nicht wie gewohnt ins Freie können um sich zu bewegen oder Freunde zu treffen“, weiß Eva Schuh, Geschäftsführern vom Gewaltschutzzentrum.

„Schau auf dich, schau auf mich. So schützen wir uns“

Der aktuelle Slogan der Corona-Krise gilt auch für Betroffene von häuslicher Gewalt. Sie brauchen jetzt besonders unsere Aufmerksamkeit, Hilfe und Unterstützung. Das Umfeld ist gefordert und zur Zivilcourage aufgerufen. Viele Betroffene rufen nicht die Polizei, sondern flüchten zu Nachbarn oder Familienangehörigen. Diese Strategie funktioniert aktuell nicht, weil betroffene Opfer aus Angst, andere Personen wegen Corona zu gefährden, sich nicht trauen, aus der Konfliktsituation zu flüchten. In vielen Fällen gelingt es nicht selbst in der Wohnung Hilfe zu holen, weil dem Opfer das Handy weggenommen wurde oder es nicht wagt, neben der gewalttätigen Person die Polizei zu rufen. Hier können Nachbarn und Mitbewohner zu Lebensrettern werden.

Notrufnummern

„Wir bitten Sie aufmerksam zu sein und den Polizeinotruf 133 oder Euronotruf 112 zu wählen, wenn sie Angst- oder Hilfeschreie in Ihrer Umgebung wahrnehmen“, sagt Schuh.

Wegweisung

Wird trotz Corona eine Wegweisung aus der Wohnung verfügt? Opfer sorgen sich trotz der erlebten Gewalt oft darum, wo die gewalttätige Person nach einer Wegweisung unterkommen kann. Einige zögern jetzt vielleicht noch mehr und aus Unsicherheit darüber, ob ein Betretungs- und Annäherungsverbot trotz Corona ausgesprochen wird, die Polizei zu rufen. „Hier können wir beruhigen. Die Bundesregierung hat versichert, dass die Polizei auch weiterhin für die Sicherheit der einzelnen Bürger sorgt und bei Gefährdung jedenfalls eine Wegweisung und Annährungsverbot ausgesprochen wird. Dies ist enorm wichtig, wie uns die Berichte aus China belegen, nach denen die Gewalt im häuslichen Bereich dort massiv zugenommen hat und diese Entwicklung auch in Europa zu befürchten ist“, weiß die Expertin.

Kostenlos und vertraulich

Das Gewaltschutzzentrum ist telefonisch unter 0732 607760 oder per E-Mail unter ooe@gewaltschutzzentrum.at erreichbar. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und es werden alle Personen beraten, die in Oberösterreich wohnhaft sind.

Hilfe für Arbeitsuchende

Wenn gewaltbetroffene Frauen sich aus einer Gewaltbeziehung lösen wollen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Diesbezüglich verweist Eva Schuh auf das Projekt Perspektive:Arbeit hin, das vom Arbeitsmarktservice Oberösterreich finanziert wird. In diesem Projekt werden gewaltbetroffene Frauen bei der Arbeitssuche und beim Erhalt des Arbeitsplatzes unterstützt. Informationen dazu gibt es unter 0660/2621068 beziehungsweise per E-Mail: ooe@perspektivearbeit.at.

Polizeinotruf: 133

Euronotruf: 112

Gewaltschutzzentrum: 0732/607760

www.gewaltschutzzentrum.at

ooe@gewaltschutzzentrum.at


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