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RIED. „Es ist eine sehr emotionale Geschichte und eine Herzensangelegenheit für mich. Ich freue mich auf die Zukunft und dass ich es anpacken kann!“ – Mit diesen Worten stellte sich Franz „Fränky“ Schiemer, der neue Sportdirektor der SV Guntamatic Ried, an seinem ersten offiziellen Arbeitstag bei der SVR der versammelten Presse vor.

Der neue SVR-Sportdirektor Franz Schiemer (M.) mit Organisationsvorstand Karl Wagner (l.) und Finanzvorstand Roland Daxl

Er habe über das Angebot der SVR „nicht lange, aber intensiv“ nachgedacht. Er habe eine schlaflose Nachtgehabt, weil er beim FC Liefering viel gelernt habe und „einen tollen Job“ hatte, mit der Aussicht, bald Trainer zu werden. Letztlich sei aber die Herausforderung und das Herzblut bei der SV Ried größer.

Schiemer: „Es ist kein Geheimnis, dass mir die SV Ried sehr viel bedeutet. Ich bin mit zehn Jahren zum Verein und ins Rieder Gymnasium gekommen, ich habe dort in der Schule meine Frau kennen gelernt und kann mich noch daran erinnern, wie ich mit meinem Opa die SVR im alten Stadion gesehen habe und dabei auf der Laufbahn sitzen durfte.“

Pendeln muss Schiemer übrigens nicht. Er ist bereits nach dem Ende seiner Fußballerkarriere wieder ins Innviertel, nach Hohenzell, gezogen und zuletzt von dort täglich nach Salzburg gefahren.

Jung für den Job

Dass manche wegen seines Alters skeptisch sind, weiß Schiemer: „Ich bin sehr jung für den Job, aber das kann auch ein Vorteil sein. Ich habe während meiner Profizeit von den besten in Österreich viel gelernt, ich habe mich lange mit der Materie beschäftigt und mir auch andere Fähigkeiten erworben und habe mir ein großes Netzwerk aufgebaut – das werde ich in meine Tätigkeit einfließen lassen. Ich weiß, wie moderner Fußball aussieht, und ich weiß, was man dazu braucht.“

Priorität habe jetzt die Profimannschaft. „Wir sind in einer schwierigen Situation. Ich werde viel Hilfe anbieten. Ich weiß, wie die Spieler ticken und wie ein Trainerteam in so einer Situation agiert. Das klare Ziel ist, dass wir so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben.“

Blick nach vorne

Auffallend war, dass alle Beteiligten – vom Vorstand waren Roland Daxl und Karl Wagner am Podium – bemüht waren, den Wirbel der letzten Woche hinter sich zu lassen und den Blick nach vorne zu richten. Zur Gänze gelang das nicht.

Während sich Finanzvorstand Roland Daxl rar machte und nur bei der Verlängerung der Partnerschaft mit der Oberbank beim in „Oberbank Business Club“ umbenannten VIP-Club ans Podium trat, bemühte sich Organisationsvorstand Karl Wagner, die Wogen zu glätten und Optimismus auszustrahlen.

„Etwas unglücklich“

Er gab zu, dass die Art, wie die Ablöse Reiters passiert ist, „etwas unglücklich“ gewesen sei. Allerdings sei seien durch die Presseberichte ab Freitag kaum noch ruhige Gespräche möglich gewesen.

Wagner betonte, dass man sich von Stefan Reiter „einvernehmlich“ getrennt habe und kündigte an, dass sich der Verein vom langjährigen Manager noch „in gebührender Form“ verabschieden werde.

„Das Rieder Nonplusultra“

Fränky Schiemer sei „das Rieder Beispiel schlechthin, wie man erfolgreich werden kann“. Er habe sich in Ried, bei der Austria und in Salzburg durchgesetzt und sei als 25-facher Nationalspieler „das Nonplusultra, das Ried hervorgebracht hat“. Mit den Tugenden, die er als Spieler gezeigt habe und seiner Ausbildung habe er alle Voraussetzungen, den Job als Manger zu erfüllen.

Strukturen

Offen blieb, welche Strukturen geändert werden sollen. Da war von Wagner lediglich zu hören, dass es „natürlich“ ein Organigramm gebe und dass man gemeinsam mit Schiemer an einem Konzept arbeite. „Wir wollen als Verein wieder attraktiver und erfolgreicher werden. Das werden wir in den nächsten Monaten vorantreiben. Ein Augenmerk liegt dabei auf der Fußballakademie – wir wollen wieder mehr junge Spieler herausbringen.“

„Der Wechsel ist nicht gekommen, weil alles super war“

Zu seinen Kompetenzen meinte Schiemer, dass er als Sportdirektor „für die Mannschaftszusammenstellung und alle sportlichen Belange“ verantwortlich sei und auch an der sportlichen Neuausrichtung maßgeblich mitwirken werde: „Da sind gewisse Aspekte ausbaufähig. Der Wechsel ist nicht gekommen, weil alles super war. Aber ich werde nicht öffentlich kritisieren, was falsch lief.“


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