RIED IM INNKREIS. Bald kann man sich in Ried die Suche nach Kleingeld oder dem nächsten Parkscheinautomaten sparen: Mit 1. April wird in der Messestadt das Handyparken eingeführt.
Die Registrierung erfolgt über
www.handyparken.at – dieses System wird in knapp 30 anderen Städten in Österreich (inklusive Wien) von rund einer Million registrierter Nutzer verwendet. In Wien werden schon rund 50 Prozent aller Parkscheine per Handy gekauft. Für Ried rechnet Bürgermeister Albert Ortig mit rund zehn Prozent: „Wir haben gut vorgearbeitet. In der Stadt gibt es fast überall WLAN-Hot Spots.“ Die Parkgebühren bleiben mit einem Euro pro Stunde gleich, auch bei den Zeiten, in denen sie bezahlt werden müssen (Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, Samstag von 8.30 bis 12 Uhr), ändert sich nichts. Zehn Minuten vor Ablauf der Parkzeit sendet das System automatisch eine Erinnerungs-SMS. Ortig: „So kann man ohne laufenden Blick auf die Uhr viel entspannter einkaufen oder die örtliche Gastronomie besuchen.“ Das System gibt auch die Möglichkeit, die Parkzeit nach ihrem Ablauf noch einmal zu verlängern, ohne deswegen extra zum Auto und zu einem Parkautomaten gehen zu müssen. Verkehrsstadtrat Max Gramberger (Grüne): „Das Handyparken bietet mehr Komfort, aber es ist nicht unsere Intention, zum Dauerparken zu animieren.“
Einmalige Registrierung Bei der Registrierung auf
www.handyparken.at werden die persönlichen Daten hinterlegt. Danach kann man mit wenigen Klicks per App oder SMS einen Parkschein buchen bzw. bezahlen. Die einmalige Aktivierungsgebühr beträgt 4,90 Euro, es gibt aber immer wieder Aktionen zur kostenlosen Registrierung. Danach kann man zwischen zwei Modellen wählen: einem kostenlosen und einem Premium-Modell, mit dem man auch z. B. in Kinos, beim Lotto oder McDonald“s bezahlen kann. Die Kosten für die Stadt sind überraschend gering: Zu 3000 Euro Anschaffungskosten kommt eine monatliche Pauschale von 392 Euro, dazu einmalig 800 Euro für die Mobiltelefone für die Sicherheitswache und 25 Euro für die auf diesen Handys installierte Kontrollapplikation. Von dem Betrag für die gebuchten Parkscheine behält Paybox die üblichen drei Prozent.
Parkgarage Weberzeile Welche Auswirkungen das Parkdeck unter dem Einkaufszentrum Weberzeile haben wird, weiß niemand genau. Dazu wird gerade ein Parkkonzept erarbeitet. Verkehrsstadtrat Max Gramberger (Grüne): „Nach aktuellem Stand wird auch der Parkplatz der Weberzeile analog zur Stadt bewirtschaftet werden. Es ist aber möglich, dass mit dem neuen Konzept die Parkzeiten geändert werden und in der Begegnungszone kürzer werden. Generell bin ich überrascht, mit wie viel Verständnis die Kaufleute auf die Maßnahmen reagieren.“ Bürgermeister Ortig: „Wir befinden uns noch in einem Lernprozess. Wir wollen die durchschnittliche Parkdauer verkürzen. Die höhere Frequenz sollte sich verkaufsfördernd für die Rieder Kaufleute auswirken.“
Kritik von der SPÖ Von der SPÖ waren alle Mandatare beruflich verhindert, was Vizebürgermeister Michael Steffan in einer Aussendung das Zustandekommen der Präsentation kritisieren ließ. Der dafür zuständige Verkehrsausschuss sei nicht eingebunden gewesen, und außerdem könne man Handyparken, das in anderen Städten seit Jahren praktiziert werde, auch nicht wirklich als „bahnbrechende Neuerung“ darstellen.
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