Der Juli war im Innviertel viel zu heiß und vor allem viel zu trocken
INNVIERTEL. Das Jahr 2026 wird als eines der trockensten und heißesten seit Beginn der Messungen in die Geschichte eingehen. Der von zwei Hitzewellen geprägte Juli war nicht nur im Innviertel weitaus zu heiß und viel zu trocken.

In ganz Oberösterreich war es im Juli viel zu warm. Im Schnitt lag die Temperatur zwei Grad über dem normalen Wert. Gmunden und Kirchdorf sind mit 2,6 Grad über dem Durchschnitt die Spitzenreiter. Hier liegt das Innviertel im Mittelfeld: In Braunau wurden 2,1 Grad mehr gemessen als im Durchschnitt, in Ried 1,9 Grad. Von der Messstelle Schärding lagen dem Umweltressort bis zum Drucktermin keine aktuellen Messungen vor.
Gleichzeitig gab es viel zu wenig Niederschlag: nur etwa ein Drittel dessen, was normalerweise zu erwarten ist. Bei Linz und in St. Pankraz im Bezirk Kirchdorf wurde sogar nur ein Fünftel der durchschnittlichen Niederschlagsmenge gemessen.
Dazu kam: Die wenigen Schauer entluden sich oft in kurzen Gewittern und erreichten viele Orte kaum. Vor allem im Raum Linz, Wels und Steyr blieb der Regen nahezu aus.
Niederschläge im Innviertel
An der Messstelle Ried fielen im Juli 46 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, das entspricht 37 Prozent des langjährigen Durchschnitts – mit etwas mehr als einem Drittel des langjährigen Mittelwerts liegt Ried im aktuellen oberösterreichischen Durchschnitt. An der Messstelle Haging/Antiesen lag der Durchfluss bei nur 24 Prozent.
Etwas besser sah es in Schärding aus: An der Inn-Messstelle lag der Durchfluss bei 44 Prozent im Vergleich zu den langjährigen Aufzeichnungen des hydrographischen Dienstes.
Im flächenmäßig größten Bezirk Braunau wurden sehr unterschiedliche Mengen gemessen. Während es an der Messstelle in der Bezirkshauptstadt immerhin noch 49 Liter pro Quadratmeter regnete, also fast die Hälfte des langjährigen Durchschnitts, lag der Wert an der Messstelle Ach/Salzach bei nur 38 Prozent. Katastrophale Werte ergaben die Messungen beim Schwemmbach in Friedburg mit nur vier und in Jahrsdorf an der Mattig mit sechs Prozent der zu erwartenden Menge.
„Ökologische Katastrophe“
Als Folge der ausbleibenden Niederschläge führen die Flüsse und Bäche hierzulande im langjährigen Vergleich rekordverdächtig wenig Wasser und das Grundwasser sinkt in vielen Regionen ab – besonders im Innviertel, wie es aus dem Umweltressort des Landes heißt.
„Die Analyse aus dem Juli zeigt, was an unseren Flüssen und Bächen sichtbar wird. Diese Rekordtrockenheit wirkt sich immer mehr auch zu einer ökologischen Katastrophe aus. In meinem Ressort gehen immer mehr Meldungen über trockengefallene Gewässer und Probleme bei der Trinkwasserversorgung ein“, sagt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder, der eine „Taskforce Trockenheit“ eingerichtet hat, in der das gesamte Experten-Know-how in der Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft des Landes Oberösterreich einfließt.
Nicht mehr normal
Schwankungen der monatlichen Niederschlagsmenge – auch größere – sind normal. Punktuelle Ausreißer in beide Richtungen, mit wesentlich mehr oder wesentlich weniger Niederschlag als im Durchschnitt, gab es in der Vergangenheit immer wieder.
Was das Jahr 2026 im negativen Sinn außergewöhnlich macht, ist, dass auf einen sehr niederschlagsarmen Winter ein niederschlagsarmer Frühling und jetzt auch ein niederschlagsarmer Sommer folgen.
Trocken bis Weihnachten
Dieser Trend dürfte sich im Herbst fortsetzen. Der Krisenkoordinator der Bundesregierung Peter Vorhofer berichtete am 6. August in einer Pressekonferenz, dass sämtliche Wettermodelle zeigten, dass sich auch im Laufe des Jahres keine Entspannung bezüglich Niederschlägen anbahne – die einzige Ausnahme könnte der November sein. Die Trinkwasserversorgung sei aber sicher. Auch die Energiesicherheit sei weiter gegeben, so der Krisenkoordinator.
Schlechtere Getreide-Ernte
Stark betroffen von der Dürre ist die Landwirtschaft. Die AMA schätzt, dass die Getreideernte (ohne Mais) in Österreich heuer um etwa 14 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025 liegen wird.
Waldbrandgefahr
Zudem steigt durch die monatelange Trockenheit in Verbindung mit der aktuellen Hitze die Waldbrandgefahr extrem. In Österreich gibt es 150 bis 300 Brände jährlich, von denen 85 Prozent durch Menschen verursacht werden.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden