Vinzentinum feiert Jubiläum: „Im Mittelpunkt steht der Mensch“
RIED. Das Vinzentinum Ried - Schule für Gesundheits- und Krankenpflege feierte am 16. September mit einem Festakt sein 50-jähriges Bestehen.

Direktor Michael Pagani wies zu Anfang darauf hin, dass die Gründung des Vinzentinums nicht nur eine Antwort auf den unmittelbaren Personalbedarf war, sondern eine Investition in die Zukunft der Region, und erwähnte „Generationen von Pflegepersonen, die von hier ausgezogen sind“.
Meilensteine
Der erste Ausbildungslehrgang zur Diplompflege startete in Ried am 16. September 1976, mit 19 Schülerinnen und einem Schüler. Zur Diplomierung dieses Jahrgangs 1979 erhielt das Vinzentinum übrigens seine erste elektrische Schreibmaschine.
Erste Leiterin war die heute 92-jährige Schwester Michelina.
Von 2014 bis 2020 wurde die Diplompflege in Kooperation mit der FH Campus Wien in ein Bachelorstudium überführt.
Seit 2018 gibt es in Ried den Schwerpunkt Pflegefachassistenz, zudem wurde die FH Gesundheitsberufe OÖ hier etabliert. Das neue Campusgebäude wurde 2022 eröffnet.
Ausbildungsangebot
Der Schwerpunkt des Vinzentinums liegt heute in der Ausbildung zur Pflegefachassistenz. Ergänzt wird das Angebot unter anderem durch die Upgrade-Ausbildung für Pflegeassistenzen, die Weiterbildung Praxisanleitung sowie verschiedene Skillstrainings und Angebote für Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger. Ganz neu ist die Ausbildung zur Laborassistenz, die seit Beginn dieses Ausbildungsjahres angeboten wird.
Leidenschaft für den Beruf
Für Schwester Cordula Kreinecker ist das Jubiläum auch persönlich von besonderer Bedeutung: Die Generaloberin der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul ist selbst Absolventin der Pflegeschule in Ried. Sie kam 1978 nach Ried. Damals arbeiteten im Krankenhaus noch 44 geistliche Schwestern und nur wenige diplomierte Pflegerinnen. Sie erinnerte sich: „Wir haben uns damals mit Leidenschaft in den Beruf gestürzt. Die Technik war damals ganz anders, wir haben weniger dokumentiert. Fachwissen und Kompetenzen haben sich enorm weiterentwickelt – der Kern der Pflege bleibt aber die Begegnung von Mensch zu Mensch.“
Guter Zulauf
Ähnlich argumentierte Vinzentinumsdirektor Pagani: „In den 50 Jahren seit der Gründung des Vinzentinums hat sich in der Pflege alles geändert – mit einer Ausnahme: Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ Er freut sich über den guten Zulauf zu den Ausbildungen: „Es kommen viele junge Leute, aber auch Wiedereinsteiger und Menschen, die vorher einen anderen Beruf ausübten.“
Vorzeigemodell
Der Landtagsabgeordnete Günter Lengauer bezeichnete das Vinzentinum als Vorzeigemodell: „Wichtig ist, dass die Menschen in der Region Ausbildungsplätze finden. Die Pflege ist eine besondere Aufgabe. Die Absolventen sind Profis in vielerlei Hinsicht.“
Krankenhaus-Geschäftsführer Johann Minihuber meinte: „Im Rieder Krankenhaus sind zwei Aspekte wesentlich: Gesundheit und Bildung.“ Für die Zukunft brauche man Leitsätze zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz.








Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden