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RIED. Im Bezirk Ried übersteigt die Zahl der gemeldeten freien Stellen (inklusive Lehrstellen) jene der arbeitslos gemeldeten Personen. Trotzdem gibt es große Probleme auf dem Arbeitsmarkt.

Gunter Schmidhuber hofft auf „Lottosechser“ in der Vermittlung.
Gunter Schmidhuber hofft auf „Lottosechser“ in der Vermittlung.

Was auf den ersten Blick erfreulich wirkt, stelle die AMS-Mitarbeiter vor besondere Herausforderungen, erklärt der stellvertretende Geschäftsstellenleiter des AMS Ried Gunter Schmidhuber.

Für immer mehr Unternehmen wird es nämlich zunehmend schwieriger, Personal zu finden, das die gewünschten Anforderungen erfüllt. Schmidhuber: „Manchen Betriebsinhabern scheint es nicht bewusst zu sein, dass sich der Arbeitsmarkt in der Region verändert. Hier ist permanente Aufklärungsarbeit notwendig, oft sind Erwartungshaltungen sind zu korrigieren.“

Arbeitslosigkeit dauert länger

Umgekehrt verfestigt sich die Arbeitslosigkeit immer mehr. Die Nettoarbeitslosigkeit (die tatsächliche Zeit der Arbeitslosigkeit ohne Unterbrechungen durch Schulungen oder Krankenstände usw.) beträgt mittlerweile bereits 170 Tage. Schmidhuber: „Wir gehören damit zwar immer noch zu den drei besten Bezirken im Bundesland, angesichts der Tatsache, dass es auch bei uns im Durchschnitt nun mehr als fünf Monate dauert, bis wieder eine Beschäftigung gefunden wird, können und wollen wir uns damit nicht zufrieden geben.“

Schwer zu vermitteln

Die prozentual höchsten Zuwächse sind bei den über 60-Jährigen zu verzeichnen. Schmidhuber: „Eine erfolgreiche Vermittlung gleicht bei dieser Altersgruppe einem Lottosechser.“

Der verschärfte Zugang in die Alters- und Berufsunfähigkeitpension wirkt sich direkt auf die Arbeitsmarktstatistik aus, im Gegensatz zur „Flüchtlingsfrage“.

Die Zahl der vorgemerkten Asylberechtigten bleibt mit rund 25 bis 30 Personen auf anhaltend niedrigem Niveau. Fast alle besuchen Deutschkurse. Dennoch, so Schmidhuber, bleibt es schwierig, passende Stellen zu finden: „Mangelnde Mobilität, fehlende Sprachkenntnisse und in vielen Fällen auch Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen, vor allem bei Belegschaften in Betrieben, erschweren die Vermittlungsmöglichkeiten.“

Quote

Im September lag die Arbeitslosenquote im Bezirk bei 4,1 Prozent (1.103 Personen), gegenüber 4,2 Prozent vor einem Jahr.


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