„Bauer unser“: Rekordbesuch bei brisantem Thema
RIED. Vier zusätzliche Vorstellungen waren nötig, um den Andrang zum „Grünstreifen“-Film „Bauer unser“ bewältigen zu können. Insgesamt sahen mehr als 600 Besuchende im Star Movie die Sicht von Regisseur Robert Schabus auf die aktuelle Situation der österreichischen Landwirtschaft.

Auch wenn der Film stellenweise bewusst pointiert und provozierend ist, gab es in der anschließenden, vom Rieder Grünen-Stadtrat Max Gramberger moderierten Talk-Runde keine wesentliche Kritik am Inhalt.
Bezirksbauenkammer-Obmann Josef Diermayer wies darauf hin, dass die eindeutige Positionierung eines Hofes wesentlich für sein Überleben sei. Er meinte auch, dass das Bekenntnis zu regionalen Lebensmitteln leider oft nur ein Lippenbekenntnis sei.
Ewald Grünzweil, Obmann der IG Milch, der auch als Protagonist im Film um eindeutige Worte nicht verlegen war, betonte, dass alle in der Landwirtschaft Beschäftigten Mut und Verantwortung zeigen und für die eigenen Ideen einstehen müssen – auch wenn es unangenehm sei.
Biobäuerin Katharina Stöckl ist Selbstvermarkterin und betonte das Potenzial, das hier noch gehoben werden könnte. Sie stellte fest, dass viele Konsumenten den persönlichen Kontakt schätzen, aber auch die erbrachten Leistungen honorieren wollen. Der Grüne Kammerrat Clemens Stammler lockerte die Diskussion mit markigen Aussagen auf und merkte an, dass die Frage, welche Art von Landwirtschaft wir haben wollen – oder auch nicht, „schlicht und einfach gesamtgesellschaftlich“ zu lösen sei.
Lutz Rumetshofer, Geschäftsführer der ÖBV (Österr. Berg- und KleinbäuerInnenvereinigung), brachte die globale Dimension ein. Die ÖBV ist Teil der „Via campesina“, der größten internationalen Vernetzung von Kleinbauern. Er verwies auf die Gefahren für die Landwirtschaften ärmerer Länder durch Exportsubventionen und forderte Fairness für alle Teilnehmenden.
Die Schlussrunde über die Aussichten im Agrarbereich komplettierte Max Gramberger mit einem Aufruf zu „wirklicher Regionalität“, zu der alle beitragen müssten.


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