Mehrheit im Bezirk Ried für Hofer, aber starke Gewinne für Van der Bellen
RIED. Die Wiederholung der Bundespräsidentenstichwahl brachte einen unerwartet klaren Sieg von Alexander Van der Bellen gegen den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer, der eigentlich als leichter Favorit galt. Gerechnet wurde auch mit einem ähnlich knappen Ergebnis wie bei der ersten Stichwahl am 22. Mai – und schon nach der ersten Hochrechnung war die Spannung raus.

Im Gegensatz zum bundesweiten Ergebnis liegt Hofer im Bezirk Ried mit 53,52 zu 46,48 Prozent der Stimmen (ohne Briefwähler) vorne. Bei der annullierten Wahl im Mai war er noch auf 58,08 Prozent der „Urnenwähler“ gekommen.
Der geringere Abstand ist aber weniger auf Stimmenverluste Hofers zurückzuführen (er bekam im gesamten Bezirk nur 221 Stimmen weniger), sondern auf starke Gewinne Van der Bellens, der offenbar wesentlich mehr Nichtwähler oder ehemals Unentschlossene mobilisieren konnte und 2033 Stimmen mehr erhielt als im Mai.
Die Zahl der ungültigen Stimmen sank von 1285 auf 1234.
Durchgehend Zugewinne für Van der Bellen
Alexander Van der Bellen verzeichnete in allen Gemeinden mit Ausnahme von St. Georgen/O. Gewinne; und auch dort resultiert Hofers prozentueller Zugewinn von 0,16 Prozentpunkten nicht aus einem Zugewinn an Stimmen. Wie im Mai entschieden sich 131 Wähler für ihn, allerdings erhielt Van der Bellen in dem kleinen Ort 158 Stimmen und damit um eine Stimme weniger als im Mai.
In fast der Hälfte der Gemeinden lagen die Verluste Hofers beziehungsweise Gewinne Van der Bellens bei mehr als fünf Prozentpunkten.
Den größten Umschwung gab es mit 10,3 Prozentpunkten in Lambrechten, wo Hofer von 67,03 Prozent (427 Stimmen) auf 56,73 Prozent (375 Stimmen) rutschte, während sich Van der Bellen von 210 auf 286 Stimmen verbesserte.
Weitere starke „Umschwunggemeinden“ sind Utzenaich (8,54 Prozentpunkte), Pramet (7,77) und Wippenham (7,54).
Van der Bellen hat in acht Gemeinden die Mehrheit
Im ersten Wahldurchgang hatte Norbert Hofer noch in allen Gemeinden im Bezirk die höchste Stimmenzahl, bei der ersten Stichwahl hatte Van der Bellen schon in der Bezirkshauptstadt sowie in St. Georgen/O. und Mörschwang die Mehrheit.
Am Sonntag fielen insgesamt acht Gemeinden an den künftigen Bundespräsidenten. Neben Ried, wo er auf 55,50 Prozent der an der Wahlurne abgegebenen Stimmen kam (im Mai waren es noch 52,53 %), sind dies noch Geiersberg, Hohenzell, Mörschwang, Neuhofen, St. Georgen, Utzenaich und Wippenham.
Van der Bellens „Hochburg“ im Bezirk Ried ist Mörschwang, wo er bei 175 gültigen Stimmen auf einen Anteil von 62,86 Prozent kam. In Ried gewann Van der Bellen 283 Stimmen dazu, während Hofer 12 Stimmen verlor.
Knappe Resultate
Das knappste Ergebnis lieferte Geiersberg, wo Van der Bellen mit 142 gegen 140 Stimmen die Mehrheit bekam. In Tumeltsham lag Hofer mit 399 zu 395 Stimmen vorne, in Utzenaich und Wippenham hat Van der Bellen neun Stimmen Vorsprung. Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung lag im Bezirk bei 62,77 Prozent und damit um 3,66 Prozentpunkte höher als bei der ersten Stichwahl am 4. Mai. Den höchsten Wert erreichte St. Marienkirchen am Hausruck mit 75,62, den niedrigsten Schildorn mit 54,33 Prozent.


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